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Kasseler Bergpark Wilhelmshöhe für Weltkulturerbe nominiert

37. Tagung des UNESCO-Welterbekomitees in Kambodscha

Das UNESCO-Welterbekomitee tagt vom 17. bis 27. Juni in der kambodschanischen Hauptstadt Phnom Penh. 34 Kultur- und Naturstätten aus 27 Staaten kandidieren in diesem Jahr für die Welterbeliste. Als Naturerbe sind unter anderem der Große Himalaya-Nationalpark in Indien und die Namib-Wüste in Namibia nominiert. Als Weltkulturerbe hat Italien die Villen und Gärten der Medici vorgeschlagen, Kanada die "Red Bay" als historisches Zentrum des baskischen Walfangs. Deutschland hat als Kulturlandschaft den Bergpark Wilhelmshöhe in Kassel für die Welterbeliste nominiert. Der über 300 Jahre alte Landschaftspark mit seinen weltweit einmaligen Wasserspielen und der Herkulesstatue gilt als einzigartiges Beispiel des Europäischen Absolutismus.

Entstanden ist der Bergpark Wilhelmshöhe ab 1696 nach einer Idee des Landgrafen Karl von Hessen-Kassel, um die Stellung der Kasseler Fürsten gegenüber anderen Herrscherhäusern in Europa aufzuwerten. Auf dem Gipfel des Parks wacht die auf einem rund 70 Meter hohen Sockel errichtete Statue des antiken Halbgottes Herkules. Am Fuße des Herkules sorgt ein monumentales Wassertheater für eine bis heute weltweit einmalige Inszenierung. Mehr als 750.000 Liter Wasser fließen über Kaskaden, Becken, Rinnen und Aquädukte in rund 80 Meter Tiefe. Zu den weiteren Sehenswürdigkeiten des Parks zählen das Schloss Wilhelmshöhe mit seinen berühmten Sammlungen und die als künstliche Ruine angelegte Löwenburg.

Das UNESCO-Welterbekomitee entscheidet jedes Jahr über die Aufnahme von neuen Kultur- und Naturstätten in die Welterbeliste. Es überprüft auch, ob Welterbestätten in ihrem Bestand gefährdet sind. Auf der "Liste des gefährdeten Welterbes" stehen derzeit 38 Welterbestätten, unter anderem die Kulturlandschaft des Bamiyan-Tals in Afghanistan, die Moscheen, Mausoleen und Grabstätten von Timbuktu in Mali, das Barrier Riff in Belize und der Nationalpark Everglades in den USA. Dem Welterbekomitee gehören 21 Staaten aus allen Kontinenten an, darunter seit 2011 auch Deutschland.

Die UNESCO hat das Übereinkommen zum Schutz des Kultur- und Naturerbes der Welt 1972 verabschiedet. Inzwischen haben es 190 Staaten unterzeichnet. Es ist das international bedeutendste Instrument, das jemals von der Völkergemeinschaft zum Schutz ihres kulturellen und natürlichen Erbes beschlossen wurde. Kriterien für die Anerkennung als UNESCO-Welterbe sind unter anderem der außergewöhnliche universelle Wert der Stätte sowie ein Managementplan, der die Erhaltung für zukünftige Generationen sicherstellt. Die UNESCO-Liste des Welterbes verzeichnet aktuell 962 Kultur- und Naturerbestätten aus 157 Staaten. Deutschland verzeichnet bislang 37 Welterbestätten.

UNESCO-Welterbezentrum: Welterbenominierungen 2013

Informationen zum Aufnahmeverfahren

Pressekontakt:
Dieter Offenhäußer
Stv. Generalsekretär
Deutsche UNESCO-Kommission e.V.
Telefon: 0228-60497-11




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