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Bundesweite Spendenkampagne zur Potsdamer Friedenskirche treibt erste Früchte

Weil die Potsdamer Friedenskirche, die zu dem von der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg (SPSG) seit 1990 betreuten UNESCO-Welterbe gehört, dringend Hilfe braucht, startete die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) im vergangenen Jahr eine bundesweite Spendenkampagne. Nun kann Benedikt Buhl, Vorstand der DSD, dank der eingegangenen Spenden am Montag, den 19. Dezember 2016 um 11.00 Uhr einen ersten Fördervertrag in Höhe von 89.000 Euro an Professor Dr. Hartmut Dorgerloh, den Generaldirektor der SPSG, übergeben. Damit werden die Bauvorbereitung – Planungen und notwendige Voruntersuchungen – sowie der Beginn der Dachinstandsetzung gefördert. Der Planungsprozess beginnt im kommenden Frühjahr.

Potsdamer-Friedenskirche

Für die Rettung des Bauwerks machen sich zahlreiche prominente Botschafter des öffentlichen Lebens gemeinsam mit dem Bauverein Friedenskirche Potsdam e.V., der SPSG und der DSD stark, so Georg Friedrich Ferdinand Prinz von Preußen, Chef des Hauses Hohenzollern, Klara Geywitz, Landtagsabgeordnete in Potsdam, Tatort-Kommissar Jörg Hartmann und Ursula Weyrauch, Gemeindemitglied der Friedenskirche.

Die evangelische Friedenskirche liegt im Marly-Garten im Park Sanssouci gleich am Grünen Gitter. Auf Wunsch und unter Beteiligung des künstlerisch begabten Preußenkönigs Friedrich Wilhelm IV. wurde die Kirche nach Plänen des Hofarchitekten Ludwig Persius gebaut. Nach dessen Tod 1845 wurde der Architekt Friedrich August Stüler mit der Weiterführung beauftragt. Die Kirche ist eine dreischiffige Säulenbasilika ohne Querhaus mit einem 42 Meter hohen Campanile. Das 13,5 Meter hohe Hauptschiff überragt die halb so breiten Seitenschiffe. Rundbogenarkaden zeigen den Übergang an. Der Komplex der Friedenskirche und ihrer Nebenbauten ist oberitalienischen Klosterbauten nachempfunden. Als Vorlage für die Kirche diente ein idealisierter Kupferstich von San Clemente in Rom. Die Grundsteinlegung erfolgte am 14. April 1845, die Weihe fand am 24. September 1848 statt. An den Nebenanlagen wurde noch bis 1854 gebaut.

Schäden am Glockenturm, kaputte Dächer über den Seitenschiffen, Feuchtigkeitsschäden, teilweise brüchige Marmorfußböden, eine Taufkapelle, die seit langem der Restaurierung bedarf, und nicht zuletzt das wertvolle venezianische Apsismosaik aus dem frühen 13. Jahrhundert, dessen Mosaiksteinchen in den Fugenbereichen vom Verlust bedroht sind, benötigen rasch Hilfe. Alles in allem werden für die Instandsetzung der Potsdamer Friedenskirche mehr als sechs Millionen Euro veranschlagt.

Seit 1985 hat die Deutsche Stiftung Denkmalschutz aus Spenden, Erträgen ihrer Treuhandstiftungen und Mittel der Lotterie GlücksSpirale, der Rentenlotterie von Lotto, in ganz Deutschland über eine halbe Milliarde Euro für mehr als 5.000 bedrohte Baudenkmale zur Verfügung stellen können. Allein in Potsdam förderte die Stiftung über 50 Objekte, zuletzt die Wiederherstellung der Kolonnaden der Glienicker-Brücke mit einer eigenen Spendenkampagne. Die Arbeit in Potsdam unterstützt ein ehrenamtliches Ortskuratorium unter der Leitung von Ines C. Koch.

Weitere Informationen finden Sie unter: www.denkmalschutz.de/friedenskirche

Pressemeldung vom 15. Dezember 2016
Deutsche Stiftung Denkmalschutz
Schlegelstraße 1
53113 Bonn
www.denkmalschutz.de




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