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Salon der Herzogin erstrahlt in neuem Glanz

Restaurator Rolf Möller, einer der drei Experten aus der DDR, bei der Arbeit, die Außendienststellenleiter Neumann von der Schloßverwaltung auf Video festhielt (linkes Bild). - Rechts ein Blick in den Salon der Herzogin mit wunderschöner Drucktapete.

Weilburg (mhz). - Der "Salon der Herzogin" im Weilburger Barockschloß ist wieder zu besichtigen. Nach zeitaufwendiger Restaurierung der wunderschönen Bildtapeten gab gestern der Leiter des Fachbereichs Museen der Verwaltung Schlösser und Gärten Bad Homburg, Dr. Willi Stubenvoll, diesen Bereich wieder frei.
Dr. Stubenvoll dankte vor allem den drei Restauratoren Manfred und Rolf Möller und Peter Koch für deren hervorragende Arbeit, die auch noch in weiteren anderen Räumen des Schlosses gefragt ist. Die drei Spezialisten aus Süd-Thüringen, die schon einige Monate vor /ffnung der Mauer mit staatlicher Genehmigung der DDR die Restaurierungsarbeiten begonnen hatten, waren aufgrund einer guten Offerte in die Bundesrepublik gekommen: sie hatten vor sieben Jahren die Wartburg restauriert, die gegenwärtig auch Ausflugsziel unzähliger Bundesbürger ist. Die "Wende" in Mitteldeutschland haben die drei übrigens in Weilburg aufmerksam an Fernseher und Radio verfolgt. Heute ist die Hin- und Herfahrt zu ihren Familien längst kein Problem mehr. Ihr Aufenthalt in Weilburg mit Logis im Schloß gefällt ihnen gut, so daß auch die weiteren Arbeiten problemlos über die Bühne gehen dürften.
Die Sanierung der historischen Tapeten war notwendig geworden, weil sie sich teilweise sogar mit dem Putz von den Wänden lösten. Die Tapeten wurden in den Jahren 1935/42 unter preußischer Schlösserverwaltung schon einmal restauriert, nachdem sie damals unter überklebten Mustertapeten freigelegt worden waren.
Bei den jetzigen Arbeiten waren auch Renaissance-Malereien aus dem 16, Jahrhundert freigelegt worden, die durch Überklebungen gesichert wurden, um diese künstlerischen Dokumente aus der Bauzeit des Schlosses der Nachwelt zu erhalten.
Den Salon der Herzogin hatte Fürst Friedrich Wilhelm 1813 durch den Baumeister Leidner und den Bauinspektor Wirth zusammen mit den Nebenräumen als Visitenzimmer neu ausstatten lassen. Aus dieser Zeit stammen die seltenen Handdrucktapeten aus der Manufaktur Zuber/Rixheim, mit Darstellung Schweizer Landschaften.
Die Decke wurde damals klassizistisch stuckiert und neue Vertäfelungen eingebaut. Aus älterer Zeit ist nur die gewölbte Erkernische der ersten Renaissance-Grafenwohnung aus dieser Zeit erhalten, die ebenfalls in nächster Zeit überarbeitet werden soll. 1852 waren die Wände mit einer roten Bespannung bekleidet und 1941 die Landschaftstapete freigelegt worden.
  

Zeitschrift Nassauische Neue Presse vom 05.04.1990
Autor Nassauische Neue Presse
Herausgeber Nassauische Neue Presse 1990
  Fotos: Schloßverwaltung/Horz


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