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Bad Langensalza Blücherhaus/Töpfermarkt 2

Bauhistorische- und Fassungsuntersuchung im Innen- und Außenbereich Konservierung und Restaurierung der Renaissancemalereien im ehemaligen Kontorbereich sowie der beiden Portale der Fassade

dipl.rest.(fh) stephan keilwerth
 
 



Endzustand Säulenengel
Endzustand Säulenengel
Endzustand Löwe
Endzustand Löwe
Endzustand Frau
Endzustand Frau
Endzustand Engel
Endzustand Engel
Endzustand Balken
Endzustand Balken

Zusammenfassung der Untersuchung

Das Gebäude, welches in seiner heutigen äußeren Form aus dem Jahr 1603 stammt, verfügt über einen in diesem Baukörper integrierten Vorgängerbau, der im Jahre 1555 errichtet wurde.
Die Innenräume des Gebäudes lassen in ihrer heutigen Form nur noch wenige Details der Bauphasen der Renaissance erkennen. Zu diesen Details zählen Konsolsteine, Säulen und Unterzugbalken im Erdgeschoß, welche mit figürlichen und ornamentalen Malereien der Bauphase des Jahres 1555 gestaltet sind. Diese Malereien befinden sich zum größten Teil in einem Zustand, der eine Restaurierung erfordert. Ihr allgemeiner Zustand ist durch die abdeckenden Anstriche zwar relativ stabil, aber die Gefahr einer unbeabsichtigten Beschädigung durch zukünftige Sanierungen ist gegeben. Eine Freilegung und Restaurierung der Malereien würde diese Bereiche für jeden kenntlich und wieder erlebbar machen.
Die zu diesen Malereien gehörende Raumfassung konnte ermittelt werden. Sie besteht aus grünen Fachwerkbalken mit weißen Wand- und Gefachflächen, die durch schwarze Begleitbänder und Striche begrenzt werden. Die Laibungen der Türen sind mit geometrischen Mustern in Rot- und Ockertönen gefaßt.
Nach dem erweiternden Umbau des Hauses im Jahre 1603, welche eine Aufstockung im 2. Obergeschoß und eine Erweiterung des südlichen Viertels der Grundstücksfläche beinhaltete, wurden alle Räume mit einer einheitlichen Fassung versehen. Diese Fassung besteht aus weißen Wand- und Gefachflächen, roten Fachwerkbalken mit roten Beschneidungen und schwarzen Begleitstrichen sowie roten Tür- und weißen Fensterlaibungen.
Am Ende des 18. Jh. oder am Anfang des 19. Jh. wurden alle Räume grundlegend umgebaut. Die Putze der Renaissancebauphasen wurden bis auf die der Deckengefache entfernt, neue Wände wurden eingezogen, Ofennischen wurden eingebaut. Alle Wand- und Deckenflächen wurden vollflächig verputzt, somit wurden die ursprünglich fachwerksichtigen Wände verschlossen. Teilweise wurden die Wände mit Tapeten versehen, teilweise liegen gegliederte Wandfassungen aus verschiedenfarbigen Anstrichen vor.
Die heute ersichtliche Fassade stammt aus dem Jahre 1603, sie entstand während der Aufstockung und dem südlichen Anbau an den Vorgängerbau von 1555. Ursprünglich verfügte sie über ein kleines und ein großes Eingangsportal, sowie vermutlich über einen Erker im 2. Obergeschoß. Das heutige Südportal wurde um 1650 in die Fassade integriert bis dahin war das heutige Hofportal an dieser Stelle.
Die Fassade war in ihrer ersten Fassung also 1603 mit weißen Wandflächen, grauen Gesimsen, grauen Eckquaderungen und roten Portalen gestaltet.

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