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Treben, Rittergut

ehemaliges Rittergut Treben / Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Pleißenaue

dipl.rest.(fh) stephan keilwerth
 
 



Zusammenfassung Objekt

Aufgabenstellung und Zielsetzung der Maßnahme

Die barocke Malerei ist bei allen drei Objekten nur fragmentarisch überliefert und in vielen Bereichen stark substantiell beschädigt. Augenscheinlich ist da-durch der ursprüngliche Erhaltungszustand erheblich reduziert worden. Des we-iteren wird der Schauwert durch großflächige Putzergänzungen gemindert. Im Bereich der Fragmente befinden sich eine Vielzahl von Fassungsverlusten, welche sich bis auf das Trägermaterial abzeichnen. Somit wirkt der Gesamtein-druck der originalen Flächen undeutlich und fragmentarisch.
Die konservatorische Problemstellung bei diesem Objekt liegt in einem später aufgetragenen /lsockel, der nur in der zweiten Darstellung zu sehen ist.
Primär liegt jedoch das Ziel nicht bei der materiellen Verwendung und Bearbei-tung, sondern umfasst die ethische Fragestellung, welche mit dem ästhetischen Aspekt der Wiederherstellung der figürlichen und architektonischen Darstellun-gen einhergeht.
Basierend auf originalen Befunden sollen konzeptionell erstellte Rekonstrukti-onsarbeiten vorgenommen werden. Diese sollen sich in die Funktionalität des Raumes der Belletage eingliedern. Fehlstellen innerhalb der Fragmente werden geschlossen und formergänzend retuschiert.

I. Untersuchungen zur Malerei und der Architektur

1. Untersuchungen zur Architektur

a.) Beschreibung

a.a.) Entstehungsgeschichte1

Erstmals wird Treben im Jahre 1298, in Verbindung mit A. von Treben erwähnt. Dieser ist vielleicht Herr von Knau der sich in Treben niederließ. Als Besitzer werden die Herren von Knau (1445-1505 und1512- 1521) sowie ein Verwandter Konrad Stange (1505-1512) urkundlich genannt. Von 1521 bis 1538 wird Burg-graf Hugo von Leisning als Besitzer genannt. Mit dessen Tod 1538 stirbt das Burggrafenhaus aus und das Gutsstück ging an den Kurfürsten von Sachsen.
Seit 1541 sind von Bünau`s Lehnsträger. Sie veranlassten 1543 die Erste der zwei Umbauphasen des alten Herrenhauses.
Unter den Erben Heinrichs von Bühnau brannte das Gebäude ab. 1716 wurde das Anwesen an H. Reiche und dessen Nachfahren verkauft. Die Erben waren Dorothea Juliane Reiche und ihr Gatte, den preußischen Direktor der Universi-täten sowie Geheimen Rath Freiherr Jacob Friedrich von Bielefeld.
Sie verfügten die zweite große Umbauphase. Dabei wurden Namenszüge, Ro-kokoverziehrungen und Wappendarstellungen an der Fassade angebracht. Die-se sind an den östlichen und westlichen Eingangstüren zu sehen.
Gravierende Veränderungen wurden im Innenraum vorgenommen. Es entstand eine Beletage mit entsprechenden Bemalungen in Seccotechnik. Es wurde ein Dachstuhl gebaut und eine Decke eingezogen.
Um 1779 wurde der Sohn des Freiherren von Bielefeld`s Besitzer. 1819 wurde das Anwesen zwangsversteigert. Chr. G. Nordmann wurde neuer Besitzer. Durch Kauf von dessen Erben 1885 Herr Landrath von Bodenhausen auf Burg-kemnitz in Sachsen1.

a.b.) Standortbeschreibung

Treben ist ein kleiner Ort an der Grenze Thüringens zu Sachsen. Die eigen-ständige Gemeinde im Altenburger Land besitzt eine romanische Kirche. Diese wurde nach einem Brand in barockem Baustiel neu ausgestattet.
Neben der Kirche im Zentrum der Gemeinde befindet sich das Rittergut, wel-ches auf den Grundmauern eines Wachpostens beziehungsweise einer Wach-anlage errichtet worden ist.

a.c.) Objektbeschreibung

Das Anwesen besteht aus einem Hauptgebäude, einem Teich und zwei um den Teich positionierte Nebengebäude sogenannte Gesinde- oder Torhäuser. Mit ca. 1600 Quadratmetern ist die Anlage verhältnismäßig klein und schlicht.
Das Hauptgebäude ist ein nüchterner Bau welcher eher einen funktionellen als ein repräsentativen Eindruck vermittelt. Es steht längs zu einem Rinnsaal und ist mit den Giebelseiten nach Nordwest beziehungsweise Südost ausgerichtet. Die Längsseiten des fünf - geschossigen Baus sind rund 60 Meter lang.
Die beiden Nebengebäude befinden sich nebeneinander stehend parallel zur Längsseite des Hauptgebäudes. Vermutlich dienten sie damals als Gästehäu-ser oder als Unterkunft für das Dienstpersonal.
Leider ist uns der Vorzustand aller Räumlichkeiten nicht bekannt, doch
es ist davon auszugehen, dass sich im Innenraum des Hauptgebäudes eine Vielzahl von Malereien und Stuckelementen welche typisch für diese Zeit wa-ren, befanden.
Was die Nebengebäude betrifft, so ist auch hier wenig in Erfahrung zu bringen, da diese bis dato privat bewohnt sind. Möglicherweise befinden sich auch dort Zierelemente basierend auf Stuck oder Wandmalerei.

a.d.) Ergänzung und Veränderung
Laut Bauarchäologischen Untersuchungen, ist das Hauptgebäude im Laufe der Zeit verkürzt worden. Hinweise dafür liefern die bei Grabungsarbeiten freigeleg-ten Grundmauern sowie die im zweiten Stock befindliche Malerei welche abrupt und für diesen Stil untypisch in der Giebelwand endet. (Details zu diesen Beo-bachtungen werden im Laufe der Dokumentation angebracht).



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