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Neuss Restaurierung eines Barockrahmens des Clemens Sels Museums

Angaben zum Objekt: Rahmen des Gemäldes "Bildnis des Charles Morice" von Eugen Carrier im Clemens-Sels-Museum, Neuss

Vergoldermeisterin Katja Aldenhoven
 
 



Beschreibung des Objekts

Objekt:
Barocker, handgeschnitzter Rahmen mit ausladenden Eckverzierungen und gravierten Spiegelflächen

Maßangaben:
Außenmaß: 75 x 82 cm, Falzmaß: 59 x 66 cm, Profilbreite: 80 mm

Profilbeschreibung:
ansteigende, schmale Lichtkante, schmaler Rundstab, Hohlkehle, flachansteigende breite Platte mit mittigangesetzten, hervorgehobenen Spiegelflächen, Rücken gerade abfallend.

Ornamentik:
Ecken: flach geschnitzte, aber aus der Kontur ausladende Balttwerkornamentik,
Mitten: Spiegelflächen mit graviertem Blattdekor
Lichtkante; graviertes Band mit Partien von Kanneluren und glatten Flächen im Wechsel

Oberfläche und Fassung:
Komplett Polimentvergoldung auf rotem Poliment in Glanz- und Matttechnik, Rahmenrücken braun-ocker farbig gefasst, original und gealtert





Vorzustand und Schäden

Die Gehrungen des Rahmens waren stark gerissen. Es gab Beschädigungen und Ausbrüche der originalen Fassung bis auf den Holzträger. Zum Teil waren diese grosszügig mit einer Bronzierung überzogen - diese war mittlerweile durch Oxidation stark dunkel verfärbt. Ganzflächige Verschmutzung der Oberfläche durch Schmutz und Staubablagerungen.


Restaurierungsmaßnahmen

Reinigung:
Die alten Ausbesserungen der Bronzierung wurden substanzschonend abgenommen und die gesamte Oberfläche gereinigt.

Schutzüberzug:
Zum Schutz der originalen Fassung für die weitere Bearbeitung wurde die Oberfläche mit einer dünnen Leimlösche überzogen.

Ergänzungen:
Schnitzarbeiten waren nicht notwendig, so wurden die Fehlstellen mit einer leimschwachen Papierkittmasse bzw. mit Kreidegrund partiell ergänzt. Teile der Spiegelmitten wurden der Ornamentkontur nachgraviert. Anschliessend wurde polimentiert und mit Blattgold nachvergoldet. Die Glanzpartien wurden poliert und Mattpartien überleimt. Zum Abschluss wurden die Ergänzungen beigetönt.





Änderung der Einrahmungsmontage in konservatorischer Hinsicht

Für die Einrahmung des Gemäldes wurde eine mit Mirogard Protekt verglaste Montage vorgesehen, die das Objekt bis zu 99% vor UV schützt. Hierzu wurden Abstandhalter vom Glas zum Gemälde eingesetzt, die mit Filz abgeklebt wurden um Abriebe auf der Gemäldeoberfläche zu vermeiden. Zudem erhielt das Gemälde einen Rückseitenschutz in Form einer säurefreien Rückpappe mit 2 diagonal angebrachten, mit Japanpapier abgedeckten Luftlöchern , die eine Luftzirkulation innerhalb der Montage zuließ. Hierfür wurde eine Aufdoppelung des Rahmens in Form einer Treppenförmigen Holzleiste notwenig, die farblich an den Rahmenrücken angepasst wurde.

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