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Eichenzell Steinbüste

Dieses schon mehrfach restaurierte Objekt war erneut am Ansatz zwischen Oberteil und Sockel gebrochen und sollte restauriert werden. Auftrag des Museum Schloss Fasanerie, Eichenzell

Rainer Geschke
 
 



Restaurierung einer Frauenbüste aus Stein

Das Objekt besteht aus verschiedenen Arten Stein. Das Gesicht besteht aus Basalt, der Sockel und das Halstuch aus Marmor und der Körper der Büste aus weichem alabaster- oder calcitartigem Material. Mehrere Generationen von Restaurierungen sind vorhanden. Es gibt eine Anzahl von geklebten Brüchen mit Füllungen entlang der Kanten, aber keinen substanziellen Verlust an originalem Material.
Die Bruchstelle geht durch den schwächsten Bereich der Konstruktion; die Verbindungsstelle von Büste zu Sockel. Hier sind zur Stärkung der Verbindung zwei Metalldübel in den Sockel eingesetzt, die auf der anderen Seite mit der Unterseite der Büste verdübelt waren. Der Stein aus dem die Büste besteht, ist weich und an der Bruchstelle auch bröselig und mehrere Reparaturversuche sind an dieser Stelle klar erkennbar.
Zunächt wurden die alten Kleb-und Füllmaterialien entfernt. Dies geschah manuell, per Skalpellklinge, Pinzette und Holzstäbchen. Hinterher und auch parallel dazu wurde der bröselige Stein mit verschiedenen Konzentrationen von Acrylharz in Azeton per Mikropipette gefestigt.
Der Marmorsockel besass im Auflagebereich der Büste eine Absplitterung, die mit farbig angepasster Epoxidpaste gefüllt wurde.
Einer der Metalldübel im Sockel bestand aus korrodierendem Eisen und wurde durch einen Edelstahldübel ausgetauscht. Die Bruchstelle und Klebungskontaktstelle inklusive der Metalldübel wurde zwecks Reversibilität der Klebung mit einer kräftigen Schicht Acrylharz isoliert, und dann wurden beide Teile; Sockel und Büste, zusammengefügt, in korrekter Position fixiert und nach dem vollständigen Abbinden des Acrylharzes die Schadstelle mit pastösem Epoxidharz geklebt und gefüllt.
Die Oberfläche des Objektes wurde nun leicht mit Pinseln und weichen Bürsten gereinigt. Alte unansehnliche aber relativ stabile Füllungen und Klebungen wurden entsprechend den Wünschen des Eigentümers nur etwas verschönert durch Abtragen exzessiven Materials oder leichtes Retuschieren, aber ansonsten gelassen wie sie sind.

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