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Berlin-Mitte, Tiergarten, Großer Stern, Siegessäule

Naturwerksteinarbeiten an der Siegessäule u. beiden Tunnelhälsen auf der Platzanlage der Mittelinsel. Mit den Baumaßnahmen werden Instandsetzungsarbeiten u. Anpassungsmaßnahmen zur touristischen Erschließung der Gesamtanlage durchgeführt. (*1)

Ronny Hollerung
 
 



Aufgabenstellung

Die Gesamtanlage Großer Stern umfasst die Siegessäule einschließlich der
Platzanlage auf der Mittelinsel, die vier Tunnelhäuser (A-D), die beiden
Zugangstunnel und die Umfassungsmauer. Die ebenfalls zur Gesamtanlage
gehörenden Denkmäler von Roon, Bismarck und Moltke sind nicht Bestandteil
dieser Baumaßnahmen.
Es handelt sich um die Naturwerksteinarbeiten an der Siegessäule und
den beiden Tunnelhälsen auf der Platzanlage der Mittelinsel. Die Naturwerksteinarbeiten an den vier Tunnelhäusern, den Zugangstunneln (mit
Ausnahme der Tunnelhälse) sowie der Umfassungsmauer sind nicht Inhalt
dieser Maßnahme.
Mit den Baumaßnahmen werden Instandsetzungsarbeiten und Anpassungsmaßnahmen zur touristischen Erschließung der Gesamtanlage am
Großen Stern durchgeführt.
Mit den durchzuführenden Baumaßnahmen werden die technisch notwendigen
Instandsetzungsmaßnahmen umgesetzt. Hierzu gehören:
umfangreiche Instandsetzungsarbeiten an allen Natursteinbauteilen aus
Sandstein mit Steinaustausch, Vierungsergänzungen, Fugenerneuerung an
der Siegessäule, Tunnelhäusern und Umfassungsmauer; umfangreiche Reinigung der Granitflächen außen an der Siegessäule; umfangreiche Reinigung der Marmor- und Sandsteinflächen innerhalb der Siegessäule; umfangreiche Reinigung der Natursteinvarietäten in der Säulenrundhalle;
Darüber hinaus werden Bedürfnisse, die den touristischen Wert der Anlage
und die Attraktivität in der Nutzung steigern, berücksichtigt. Hierzu zählen
beispielsweise Maßnahmen, die den Ablauf und die Ausstellungsbedingungen
im Sockelgeschoss der Siegessäule, wie z. B. durch den Einbau einer
Lüftungsanlage in den stark frequentierten, aber fensterlosen Räumen
verbessern. Das gesamte Erscheinungsbild der Anlage soll aufgewertet
werden, indem auch die bislang nur provisorischen Dachdeckungen auf
den Tunnelhäusern planungsgemäß in Kupferblech hergestellt werden.
Ferner sollen auch die düsteren Tunnelanlagen durch eine Lichtgestaltung
attraktiv werden. *1 / aus dem Leistungsverzeichnis zu den Naturwerksteinarbeiten


Gebäude

Der Große Stern wird in der Denkmalliste des Landes Berlin als Denkmalbereich
(Gesamtanlagen) unter der Nummer 09050419 geführt: Großer
Stern, Siegessäule, 1865-73 von Johann Heinrich Strack, mit Viktoria von
Friedrich Drake (D); Denkmal Otto von Bismarck, 1897-1901 von Reinhold
Begas; Denkmal Albrecht Roon, 1904 von Harro Magnussen; Denkmal
Helmuth von Moltke, 1904 von Joseph Uphues; vier Torhäuser mit Umfassungsmauer,
1941 von Johannes Huntemüller (D); Umgestaltung des Platzes
und Translozierung der Denkmale vom Königsplatz 1938-1941 nach
Plänen von Albert Speer (siehe Gartendenkmal Straße des 17. Juni). Weiterhin
ist der Große Tiergarten als Gartendenkmal unter Nummer
09046318 gelistet: Straße des 17. Juni, Großer Tiergarten, Stadtpark mit
allen Denkmälern, Brunnen, Skulpturen, Brücken. Die Tunnelanlagen werden
hier nicht ausdrücklich erwähnt.


Siegessäule und Tunnelhälse - Außenanlagen

Siegessäule
Die Siegessäule ist in Massivbauweise errichtet worden. Der außen ca. 26,0 m x 26,0 m messende Unterbau als Tragkonstruktion für die Säule und die umliegenden Räume ist größtenteils als Stahlbetonkonstruktion erstellt, Teilbereiche sind mit Ziegelmauerwerk ausgemauert. Die Fassade des Unterbaus ist mit ca. 40 cm starken Granitblöcken aus schwedischem Granit verkleidet, ebenso die Säulen der Säulenrundhalle sind aus massivem schwedischen Granit gefertigt. Die Säulen schließen nach oben mit Bronzekapitellen ab. Die Ausstattung der Säulenrundhalle erfolgte nebst dem Mosaik aus hochwertigen Natursteinvarietäten. Die kassettierte Decke der Säulenrundhalle aus schlesischem Granit ist reich verziert mit vergoldeten
Rosetten und profilierten vergoldeten Unterzügen. Die Dachflächen sind mit Betonplatten hergestellt. Die Dachabdichtung erfolgt unmittelbar mit Bitumendachbahnen. Der kannelierte Säulenschaft, das umlaufende Gesims unterhalb der Aussichtsplattform mit stark ausformulierten Adlerfiguren und der Figurensockel oberhalb der Aussichtsplattform wurden mit massiven Obernkirchener Sandsteinblöcken erbaut. Der erste Teil des Treppenaufganges bis zum Turmschaft aus Sandstein ist innen mit Carraramarmor verkleidet. Im Unterbau sind 4 Bronzereliefs von ca. 2,0 m x 13,0 m eingelassen. Die Siegessäule wird mit der vergoldeten Viktoria aus Bronze bekrönt. Die Aussichtsplattform unterhalb der Viktoria
wird umlaufend von einem vergoldetem Bronzegeländer umfasst. Die Eingangstür
ist ebenfalls aus Bronze. Einige Türen im Eingangsbereich wurden in Eiche hergestellt, der Großteil sind Funktionstüren in Stahl. Die technische Ausstattung ist funktional und nicht besonders erwähnenswert. Hausanschlüsse sind veraltet.

Tunnelhälse
Die zwei Tunnelanlagen verbinden jeweils die gegenüberliegenden Tunnelhäuser
mit einem ca. 56,0 m langen fliesenverkleideten Tunnel. Mittig der Verbindung führt ein ca. 64,0 m langer fliesenverkleideter Abzweig zu den Tunnelhälsen auf der Insel mit der Siegessäule. Die beiden Inselausgänge der Tunnelanlagen sind rundum einschließlich Deckenanteil mit Kösseine Granitplatten bekleidet. Die Treppenanlage besteht aus massiven Granitstufen.

Außenanlagen
Die Siegessäule wird von einer runden Platzanlage (Durchmesser ca. 120,0 m) aus Granitplatten und mit einer 8-stufigen und 2-stufigen massiven Treppenanlage umfasst. Die Zugänge erfolgen über 4 symmetrische angelegte Zugangsflächen. Zum Kreisverkehr schließt die Anlage mit einem umlaufenden Bürgersteig ab. Die Zwischenflächen sind als Rasenflächen angelegt und schließen nach außen und zu den Zugangsflächen mit einer niedrigen Hecke ab.
*2 / aus dem Leistungsverzeichnis zu den Naturwerksteinarbeiten


Siegessäule außen - Unterbau

Die Wandverkleidung des Unterbaus der Siegessäule besteht aus Virbo
Granit, vorhandene Ergänzungen wurden in Carmen Red ausgeführt. Der
Unterbau misst ca. 26,0 m auf 26,0 m, die Ecken sind im Grundriss eingezogen
und zweifach abgetreppt. Der Aufriss des ca. 6,60 m hohen Unterbaus
gliedert sich wie folgt:
- Sockelzone, ca. 1,35 m hoch,
- Rücksprung mit Karnies mit Platte und Hohlkehlprofil,
- Mittelzone mit mittig sitzenden Bronzerelieftafeln, ca. 4,00 m, davon Tafeln
von ca. 2,00 m Höhe und ca. 13,00 m Breite je Seite,
- abschließendem Gesims, bestehend aus drei einzelnen Steinlagen mit
variierenden Profilen, ca. 1,25 m. Südlich wird der Unterbau durch eine
Tür geöffnet, deren Leibung ebenfalls aus Granit gearbeitet wurde und deren
Flächen Bestandteil der beschriebenen Leistungen sind.
*3 / aus dem Leistungsverzeichnis zu den Naturwerksteinarbeiten

Zunächst wurden verschiedene Reinigungsproben mit diversen Reinigungsverfahren
und Techniken erstellt. Im Anschluss erfolgten diverse
Schleifproben, um die Vorgehensweise für die Folgearbeiten zu konkretisieren.

Der Unterbau wurde zuerst gereinigt, es wurden Krusten mechanisch ausgedünnt
und die Verfugung erneuert. Der Unterbau wurde komplett Poliert.


Säulenrundhalle - Sockel

Der Sockel der Säulenrundhalle gliedert sich in vier Stufen:
- ein unterer Absatz mit ca. 85 cm Höhe und 20 cm Tiefe,
- eine Stufe ca. 33 cm / 20 cm (Höhe / Tiefe),
- eine Stufe ca. 32 cm / 20 cm (Höhe / Tiefe),
- eine Stufe ca. 29 cm (Höhe).
An die letzte Stufe schließt sich die Bodenfläche der Säulenrundhalle an.
Die Sichtflächen der Stufen sind poliert, die Aufsichtsflächen gestockt; der Sockel folgt in seiner Rundung der darüber sich anschließenden Säulenrundhalle.
*4 / aus dem Leistungsverzeichnis zu den Naturwerksteinarbeiten

Der Sockelbereich wurde in einzelnen Bereichen mittels Substanz schonendem
Strahlverfahren gereinigt, Krusten wurden mechanisch ausgedünnt und der Sockelbereich wurde poliert. Die Verfugung wurde erneuert.


Säulenrundhalle - Säulen

Die Säulenschäfte in der Säulenrundhalle sind monolithisch gefertigt und weisen in einzelnen Bereichen Fehlstellen u.a. aufgrund von Kriegsschäden auf, in den Basen gibt es einzelne Vierungen. Ausbrüche und Fehlstellen sind zu belassen. Die Basen gliedern sich in Wulst, Kehle, Wulst und messen eine Höhe von ca. 0,45 m; die Säulenschäfte sind ca. 4,80 m hoch und weisen eine leichte Entasis (Bauchung) auf; die Kapitelle sind in Bronze gearbeitet, vermutlich über einem Kern ebenfalls aus Granit; das Gebälk gliedert sich in Architrav, Kranzgesims und Sima oberhalb der Bronzekapitelle der Säulen der Säulenrundhalle; die Innenansicht des Gebälkes
ist als mehrfach gestufte Fläche ausgeführt, insgesamt misst das Gebälk ca. 1,70 m.
*5 / aus dem Leistungsverzeichnis zu den Naturwerksteinarbeiten

Basen, Säulenschafte und Gebälk wurden poliert, Krusten mechanisch ausgedünnt und alle Bereiche wurden poliert. Die Verfugung des Gebälks wurde teilweise erneuert.


Säulenrundhalle - Bodenfläche

Die Bodenplatten verlaufen radial innerhalb der Säulenrundhalle. Als Material fanden Fichtelgebirgs-Granite Verwendung; insgesamt gibt es 32 Bodenplatten aus Granit; die innere Stirnseite misst je ca. 0,75 m, die äußere ca. 1,30 m; die Längsseiten messen ca. 2,85 m. Die Bodenplatten der Säulenrundhalle sind zugleich auch Abdeckung des sich darunter befindlichen Ausstellungsbereiches, wodurch sich ein erhöhter Anspruch an die Dichtigkeit der Verfugung ergibt. Den seitlichen Abschluss der Bodenfläche unter den Basen bildet ein ca. 1,30 m breiter Ring aus Virbo-Granit, der zugleich als oberster Auftritt der Sockeltreppung den Übergang zum Sockel der Säulenrundhalle darstellt. Zwischen den Säulen befinden sich eiserne Geländer, deren je 3 Fußpunkte pro Zwischenraum in den Naturstein eingearbeitet und mit Mörtel geschlossen sind.
*6 / aus dem Leistungsverzeichnis zu den Naturwerksteinarbeiten

Die Bodenfläche wurde Substanz schonend mittels Strahlverfahren gereinigt.
Einige wenige Schadstellen wurden mittels Steinergänzungsmörtel
auf Kunstharzbasis ergänzt.


Säulenrundhalle - Wandflächen

Das Mosaik der Wandfläche der Säulenrundhalle wird von Seiten des Restaurators bauseits gereinigt und ausgebessert. Für die Wandfläche aus Naturwerkstein der Säulenrundhalle oberhalb und unterhalb des Mosaiks kamen unterschiedliche hochwertige Varietäten zum Einsatz. Diese gliedern die Wandfläche in:
- schwarze Sockelfläche, ca. 0,40 m hoch,
- äußere dunkelgrüne Rahmen, ca. 0,10 m breit,
- innere hellgraue Rahmen der Felder, ca. 0,14 m breit, die Rahmen wechseln zwischen kleinen Feldern von 0,65 m Breite und großen Feldern mit ca. 5,0 m Breite,
- dunkelgrüne Felder, bestehend aus einzelnen Platten zwischen ca. 0,40 m Breite und ca. 1,40 m Breite bei durchgehend ca. 0,70 m Höhe,
- hellgrauem Gesims über dem äußeren dunkelgrünen Rahmen, profiliert, ca. 0,18 m hoch,
- rote Bänderung, ca. 0,15 m hoch,
- Mosaikfläche mit Rahmen, ca. 4,50 m hoch,
- hellgraues Gesims, dreistufig mit abschließendem Halbrundstab, ca. 0,55 m hoch,
- schwarze Flächen zwischen den metallenen Unterzügen, ca. 0,46 m hoch
und je ca. 1,30 m breit.

Im Einzelnen kamen als Naturstein für die Wandflächen zum Einsatz:
- Meißener Granit für die rote Bänderung,
- Fichtelgebirgs-Granite für hellgraue Rahmen und Sims,
- Ochsenkopf Proterobas für dunkelgrüne Rahmen und Flächen,
- Odenwald-Diorit für schwarze Bänder und Flächen oberhalb des Mosaiks.
In den Fichtelgebirgs-Graniten des Gesims oberhalb des Mosaiks sind Verfärbungen,
insbesondere im Bereich der Fugen zu erkennen. Es wird vermutet, dass diese Verfärbungen auf frühere, unzureichende Retuschen zurückzuführen sind.
*7 / aus dem Leistungsverzeichnis zu den Naturwerksteinarbeiten

Die Wandflächen wurden poliert, die Verfugung erneuert. Es wurde eine Anti - Graffiti - Beschichtung aufgebracht.


Säulenrundhalle - Deckenflächen

Die Deckenfläche der Säulenrundhalle besteht aus einzelnen, radial verlaufenden Feldern, die durch metallene Unterzüge von einander abgegrenzt sind. Jedes Feld gliedert sich zudem in 6 einzelne Kassetten, in deren Mitte sich jeweils eine metallische vergoldete Applikation als ornamentaler Bauschmuck befindet. Die Deckenfläche befindet sich ca. 7,00 m oberhalb der Bodenfläche der Säulenrundhalle. Jedes Feld misst ca. 2,94 m Länge, die Schmalseiten messen dabei ca. 1,30 m sowie 2,40 m; die Rahmungen der Kassetten haben eine Breite von im Mittel ca. 0,40 m und sind mit Goldstreifen sowie Goldtupfern geziert; die Kassettenfelder sind am Rand zweifach abgesetzt und im Innenfeld farbig gefasst; die metallenen Ornamente sind mittig innerhalb der Kassettenfelder im Naturstein
befestigt. Alle metallenen Bauteile verbleiben für die Dauer der Durchführung
der Naturwerksteinarbeiten an der Deckenfläche der Säulenrundhalle und sind ggf. entsprechend zu schützen.
*8 / aus dem Leistungsverzeichnis zu den Naturwerksteinarbeiten

An den Deckenflächen wurden keine Arbeiten ausgeführt.


Säulenschaft, einschließlich Basis und Kapitell - Reinigung Säulenschaft

Der Säulenschaft besteht aus vier einzelnen Trommeln aus massivem Obernkirchener Sandstein, Basis und Kapitell sind in selbiger Varietät ausgeführt.
Als Ersatzmaterial sind Warthauer Sandstein, Reinhardtsthaler Sandstein oder Sandstein nach Bemusterung zu verwenden. Der Säulenschaft ist kanneliert, wobei die Kanneluren durch Stege von einander abgesetzt sind. Die einzelnen Trommeln sind durch umlaufende Gesimsbänder untereinander abzulesen und werden durch 16 kleine Fensteröffnungen durchbrochen. Das Kapitell ist mit Adlerdarstellungen plastisch ausgestaltet. Insgesamt sind Basis, Schaft und Kapitell ca. 32,50 m hoch, die Einzelteile gliedern sich wie folgt:
- Basis mit ca. 3,0 m Höhe, unterer Durchmesser ca. 6,80 m,
- 1. bis 3. Trommel mit je ca. 6,50 m Höhe und einem nach oben bis über die 4. Trommel konisch zulaufendem Durchmesser von ca. 5,40 m auf ca. 4,40 m,
- 4. Trommel mit einer Höhe von ca. 7,0 m,
- Kapitell mit ca. 3,00 m Höhe und einem Durchmesser der Deckplatte von ca. 5,50 m.
Der Sandstein ist seit Bestehen der Bewitterung und Verschmutzung durch Umwelteinflüsse ausgesetzt. Bei vorhergegangenen Sanierungsarbeiten am Sandstein wurden Ergänzungen und Ausbesserungen vermutlich nachträglich
durch Schwärzen farblich an die Originalsubstanz angeglichen.
Ziel der Maßnahmen ist die vollständige Instandsetzung der Oberflächen
des Naturwerksteins einschl. dessen Säuberung.
*9 / Reinigung Säulenschaft

Säulenschaft und Kapitelle wurden gereinigt, die Kanonen und Lorbeergehänge
wurden geschützt.


Säulenschaft, einschließlich Basis und Kapitell - Restaurierung Säulenschaft

Zum Nachweis der Statik der Verankerungen der Kanonen wurden Auszugsversuche
durchgeführt. Am Säulenschaft und an den Kapitellen wurden Ergänzungen mit Steinersatzmörtel eingebracht, an den Kapitellen auch vollplastische Nachformungen. Größere Schadstellen wurden durch Vierungen ergänzt. Risse wurden vernadelt und verschlossen. Die Verfugung wurde teilweise neu erstellt, ebenso wurden schadhafte Vierungsfugen erneuert.


Siegessäule innen - Eingangsbereich

Im Eingangsbereich der Siegessäule wurde Naturwerkstein verschiedener Varietäten verbaut. Die Wandverkleidung besteht aus gelb gebändertem Jura Kalkstein. Für die Bodenfläche fand Fichtelgebirgs-Granit Verwendung.
*10 / aus dem Leistungsverzeichnis zu den Naturwerksteinarbeiten

Der Bodenbelag wurde mittels Substanz schonendem Strahlverfahren gereinigt.
Darüber hinaus wurden keine weiteren Leistungen erbracht.


Siegessäule innen - Treppenaufgang bis Säulenbasis

Der Treppenaufgang in der Siegessäule ist im unteren Bereich bis zur Höhe der Säulenbasis oberhalb der Säulenrundhalle mit Carrara (Marmor) verkleidet. Die einzelnen Platten der Wandverkleidung variieren in der Größe und sind teilweise dem Grundriss folgend gebogen.
*11 / aus dem Leistungsverzeichnis zu den Naturwerksteinarbeiten

Die Flächen des Treppenaufganges wurden komplett poliert. Schadhafte Fugen wurden erneuert, lose oder in der Lage veränderte Platten wurden aus- und richtig wieder eingebaut. Eine Platte wurde erneuert. An sieben Schadstellen wurden Vierungen eingesetzt.


Siegessäule innen - Treppenaufgang ab Säulenbasis

Im Treppenaufgang erschwerte Arbeitsbedingungen durch den gewendelten Treppenlauf, bzw. Aufstellen und Ausrichten der Steighilfen darauf. Behinderungen durch Treppengeländer und Handlauf. Gerüste in gesonderter Position. Die Partien der Siegessäule aus Sandstein sind massiv ausgeführt worden. Der verwendete Obernkirchener Sandstein ist somit sowohl am Außenbau, als auch innenseitig zu sehen. Die Innenfläche des Treppenaufgangs oberhalb der Säulenrundhalle weisen scharrierte und teils mehrfach gefasste Naturstein-Oberflächen auf. Unterbrochen wird die Wandfläche von 16 Fensteröffnungen mit innenseitig angeschrägten Leibungen.
Im Gegensatz zur Außenfläche des Sandsteins, ist die Verschmutzung des Natursteins auf der Innenseite vorwiegend auf Verunreinigungen durch Graffiti zurückzuführen. Diese treten in der Höhe der Erreichbarkeit von den Treppenstufen und -podesten nahezu ganzflächig auf.
*12 / aus dem Leistungsverzeichnis zu den Naturwerksteinarbeiten

Schadhafte fugen wurden erneuert und an diversen Stellen sind Ergänzungen
mittels Steinersatzmörtel ausgeführt worden. Die Verglasung der Fenster im Turmschaft wurde durch ein VSG Glas, dass direkt in die Öffnungen gekittet wurde, ersetzt. Die Flächen wurden mit einem Anti - Graffiti - Schutz versehen.


Siegessäule innen - Treppenaufgang Stufen, Podeste und Geländer

Im Treppenaufgang erschwerte Arbeitsbedingungen durch gewendelten Treppenlauf, bzw. Aufstellen und Ausrichten der Steighilfen darauf. Gerüste in gesonderter Position. Entlang der Treppenstufen und -podeste läuft innenseitig ein metallenes Geländer. Das Geländer ist bis auf die Höhe der Säulenrundhalle je Stufe mit einzelnen Halterungen verschraubt. Ab der Säulenrundhalle bis zum Austritt auf die Aussichtsplattform verläuft die Befestigung über Metallbänder, die wiederum in den Seiten der Stufen verschraubt sind. Entlang der Außenwand verläuft ein direkt in den Naturstein verankerter Handlauf. Die Geländer und der Handlauf werden durch
das Gewerk Metallbauarbeiten instandgesetzt, verbleiben für die Durchführung
der Arbeiten jedoch an ihrem Ort. Bis zum Austritt der Säulenrundhalle bestehen die Treppenstufen durchgehend aus Granit. Darüber ist auf die Stufen aus Granit eine ca. 4 cm starke Trittauflage als Kunststeinaufbau aufgebracht. Im oberen Teil des Treppenaufganges sind die Stufen und Podeste durchgängig aus Metall gearbeitet.
*13 / aus dem Leistungsverzeichnis zu den Naturwerksteinarbeiten

Die Treppenstufen und Podeste wurden mittels Substanz schonendem Partikel Strahlverfahren gereinigt. Es sind 3 kleine Ergänzungen aus Steinersatzmörtel eingebracht worden. Um die notwendige Elektroinstallation zu ermöglichen, wurden 40 Bohrungen durch Granitstufen erstellt.


Sockel Viktoria und Balustrade

Hier wurden keine Leistungen erbracht.


Tunnelhälse und Außentreppe

Tunnelhälse

Die Wandflächen und die Deckenunterseiten sind mittels Substanz schonendem
Strahlverfahren gereinigt worden, Krusten wurden mechanisch ausgedünnt. Die Treppenstufen wurden mechanisch vorgereinigt und dann ebenfalls Substanz schonend gestrahlt. Vorhandene Handläufe sind demontiert und nach Sanierung der Unterkonstruktion wieder montiert worden. Diverse Wand- und Deckenbekleidungen und Mauerabdeckungen sind demontiert und nach der Sanierung wieder montiert worden. Gebrochene Platten wurden genadelt, Risse geschlossen. Einzelne Platten wurden ersetzt. Es sind diverse Vierungen und Ergänzungen mittels Steinersatzmörtel eingebracht worden. Die Verfugung der Stufen wurde erneuert.

Platzanlage mit Stufen
Die Reinigung und das Versetzen von Stufen und Platten in der Platzanlage um die Siegessäule erfolgt durch das Gewerk Landschaftsbauarbeiten. Der Umfang der Leistungen umfasst hier nur Ausbesserungen/Vierungen.
*14 / aus dem Leistungsverzeichnis zu den Naturwerksteinarbeiten

Fehl- oder Schadstellen im Natursteinmaterial sind durch Vierungen ergänzt worden.


Zusätzliche Arbeiten

Aufgrund der durchgeführten Reinigungsproben und der Schleifarbeiten haben sich einige Leistungsänderungen und zusätzliche Leistungen ergeben. Es mussten für diverse Flächen zusätzliche Schleif- und Poliergänge durchgeführt werden. Weiterhin waren verschiedene Abbeizarbeiten erforderlich, um die vorhandenen Farbschichten zu entfernen. Zusätzlich wurden Wände und Treppen im Aufgang vom Turmschaft mit einer
Farbbeschichtung versehen. Am Granitpodest wurden die Fugen mit einem Fugenfüllprofil versehen und mit elastischem Fugenharz verfüllt. Diverse Bereiche am Schaft der Siegessäule wurden mit einer Lasur auf Basis einer wässrigen Kieselsäuredispersion farblich angepasst. Verfärbte Fugen und Altkittungen wurden ebenfalls lasiert. Am Sockel der Viktoria wurden Risse geschlossen und eine mehrlagige Beschichtung auf Basis von Keim Soldalit aufgebracht. Zur Sicherung wurde auf einige Flächen ein chemischer Fleckschutz aufgetragen.


Quellennachweis

(*1 - 14) aus dem Leistungsverzeichnis zu den Naturwerksteinarbeiten



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