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ERKLÄRUNG DER GLIEDER

Die Glieder sind nach ihrer Bestimmung größer oder kleiner. Zu den größeren kann man den Rinn- oder Glockenleisten, den Viertelstab oder Wulst, die Hohlkehle, den Kehlleisten, den Pfühl und die Einziehung rechnen. Die kleinern sind der Riemen und das Plättchen, der Ring oder das Stäbchen, der Astragal oder Rundstab und der Ab- und Anlauf. Die kleinern Glieder dienen dazu, die größern zu krönen, sie von einander zu trennen, ihnen mehr Ausladung zu verschaffen und sie besser hervorzuheben.

Bisweilen werden die Hohlkehle, der Viertelstab und der Kehlleisten auch kleiner gemacht, wenn sie die Streifen der Architrave, der Kämpfer und Bogengesimse, der architravirten Thür- und Fenstereinfassungen u.s.w. von einander trennen. Der Rinnleisten oder Karnieß, die hängende Platte oder der Kranzleisten, die Streifen, woran die Zahnschnitte und Modillons oder Dielenköpfe hängen, sind immer größere Glieder, welche durch kleinere gekrönt werden. Eben so der Wulst oder Kropfleisten und die Kehlleiste im Kranzgesims. Der große und kleine Pfühl und die Einziehung oder umgestürzte Hohlkehle kommen gewöhnlich nur bei den Säulenfüßen vor und sind immer durch Reifen oder Riemchen von einander getrennt.
Wir haben bei allen Ordnungen des Vignola die Glieder mit Buchstaben bezeichnet, die im Text erklärt sind; hierdurch wird man die Namen der verschiedenen Glieder am besten kennen lernen.
Die Titelplatte ist zur Vergleichung der Karyatiden vom Pandrosium und vom Antikensaale im Louvre benutzt worden. Sie sind mit einem Rahmen umgeben, dessen Füllungen mehrere aus der Antike entlehnte Architrav-Soffitten und andere sehr brauchbare architectonische Verzierungen enthalten.
Quelle:
Vergleichende Darstellung der Architectonischen Ordnungen
der Griechen und Römer und der neueren Baumeister
Herausgegeben und gezeichnet von Carl Normand
Architecten und ehemaligem Pensionair an der französischen Academie zu Rom
Erste Deutsche Berichtigte Ausgabe von M.H Jacobi.
Königl. preuss. Regierungs-Bau-Conducteur
mit fünf und sechszig Kupfertafeln.
Potsdam, 1830. Verlag von Ferdinand Riegel.

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