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Das Material Guss - seine Herstellung, Geschichte und Bedeutung

Aufgrund der gießereitechnischen Neuerung des Ersetzens von Holkohle durch Steinkohle war um die Mitte des 19. Jahrhunderts eine Optimierung der Produktion von Gussteilen möglich. Guss fand zuerst nur im industriellen Bauen Anwendung.

Mit Paxtons Kristallpalast und dem dafür entwickelten Stecksystem bekommt die Verwendung von vorgefertigten Gussteilen und die Vervielfältigung und leichter Zusammenbau eine ganz neue, moderne Qualität, auch was die Übernahme dieser Neuerungen in das nichtindustrielle Bauen betrifft. Gusseisen wird auch im nichtindustriellen Bauen salonfähig und immer häufiger in öffentlichen Bauten, auch Kirchen eingesetzt, obgleich in diesen Bereichen seine Bedeutung dem Industriebau weit zurückstand. Der gusseiserne Turm stellt sich in die Reihe der wenigen nichtindustriellen gusseisernen Bauwerke um die Mitte des 19. Jahrhunderts, wie z.B. zwei Pavillons der Stuttgarter Wilhelma, einer gusseisernen Treppe im Schloß Schwerin- Treppe aus Guss und der Stützen des Schinkel- Schülers Stüler im Neuen Museum in Berlin.
Die Gussformen waren um die Mitte des 19. Jahrhunderts aus Holz oder Stahl gefertigt als Kasten mit Deckel, oder aber die Modelle wurden zum späteren Gießen in Formsand gepresst. Dies ermöglichte die Reproduzierbarkeit einzelner Bauteile in großen Stückzahlen. Hohle Formen wurden durch das Einlegen von Stählen, die mit Lehm um wickelt waren, gefertigt.
Die frühen Gusstechniken implizierten große Differenzen in der Materialqualität durch unterschiedliches Rohmaterial, variierende Schmelztemperaturen, Lufteinschlüsse u.s.w. Als nachteilige Eigenschaft erwies sich auch die geringe Beanspruchung, was Zug- und Biegebelastungen betrifft.
Quelle:
Semesterarbeit, FH Anhalt - Der gusseiserne Turm in Löbau
Wilma Rambow, Leipzig, Masterstudiengang Denkmalpflege, Semester: 2
Betreuender Hochschullehrer: Prof. K. Kozel

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