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Der Entwurf- „Leipzig trifft Italien“

Max Pommer entwirft eine Villenarchitektur mit nahezu quadratischem Grundriß. Lediglich an der Straßenecke Hillerstraße, Sebastian- Bachstraße wird die Kubatur des Baus angeschnitten, um hier den gestalterischen Höhepunkt zu setzen. Bekrönt wird diese dominante Eckgestaltung durch die Initialen des Bauherren Ledig.

Villa Thomana: Eckgestaltung

Ein Blick nach Italien, besonders dem Italien der Renaissance, lässt eindeutig Pommers Inspirationsquelle für den Kanon der Formen und Dekorationen erkennen, welcher am italienische Villenstil, bzw. auch an Palazzoarchitektur des 16. Jhs. orientiert ist.

Einerseits bewegt sich Pommer mit seiner Italien- bzw. Antikenrezeption auf dem Terrain des allgemeinen Zeitgeschmacks und gesellschaftlichen Interesses an diesen Epochen und Stilen. Dennoch kann ihm in einer Zeit, in der ein breites Formenrepertoire der verschiedensten Kunst-, und Architekturepochen in starkem Maße rezipiert und vermischt wurden, eine grosse Stilreinheit und Authentizität zugesprochen werden. Pommer ist bemüht, dem italienischen Vorbild möglichst nahe zu kommen.

In seinen Villenbauten scheint Pommer gesteigerten Wert auf Formentreue und Stilreinheit in Bezug auf seine Ideale und stilistischen Vorbilder gelegt zu haben.

Im Innenraum setzt sich das Thema antiker und der Renaissance entlehnter Form und Gestaltung fort und wird hier in den Wand-, und Deckendekorationen sehr ausführlich behandelt. Anklänge an pompejianische Wanddekorationen finden sich im Vestibül, sowie im gesamten Treppenaufgang. Hier sind Wandflächen in einzelne Quaderzonen eingeteilt, welche teils mit Marmornachbildungen dekoriert werden- eine Erfindung der so genannten ersten pompejianischen Wandstile. Auch die Rahmung der „pompejianisch“ roten Flächen in schwarz- mittlerweile im Vestibül wieder rekonstruiert- hat die gleiche Herkunft.

Max Pommer weilte vielfach in Italien4.

Auch die Deckenfassungen sind an italienischen Vorbildern orientiert. Vestibül, ursprünglicher Speisesaal und Diele des ersten Geschosses wurden in der ersten Dekorationsphase mit imitierten Holzdecken versehen, teils schlicht maseriert, teils durch imitierte Einlegearbeiten in Schablonentechnik ausgeführt, reich dekoriert.

Inwieweit Pommer persönlich die einzelnen Entwürfe der Innendekoration mitbestimmte, ist anhand der Quellenlage nicht zu klären. Eventuell wird er festgelegt haben, welches Dekorationsschema zum Zuge kommt. Wie allgemein üblich, wird Pommer für die detaillierten Entwürfe und deren Ausführung Fachkräfte zur Verfügung gehabt haben, in deren Verantwortung er die Innenraumgestaltung gegeben hat5.

4 Quelle: Chronik der Familie Pommer.
5 Diese Vermutung wird auch bestätigt durch die Aussagen des Urenkels, Herrn Dieter Pommer.


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