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Leuchtturm Roter Sand - Ein Förderprojekt

Vor 25 Jahren wurde die Deutsche Stiftung Denkmalschutz gegründet. Sie hat sich seither zur erfolgreichsten Bürgerinitiative im Denkmalschutz entwickelt. Mehr als 190.000 Förderer unterstützten ihre Initiativen zur Bewusstseinsbildung und ihre Projektarbeit mit Spenden. Rund 3.600 Denkmale konnte die private Bonner Denkmalschutz-Stiftung bislang mit rund 430 Millionen Euro unterstützen. Dazu gehört im Bundesland Niedersachsen auch der Leuchtturm Roter Sand in der Wesermündung.

Die heimliche Liebe vieler Leuchtfeuerfreunde

Leuchtturm Roter Sand - Ein Förderprojekt der vor 25 Jahren gegründeten
Deutschen Stiftung Denkmalschutz

Der Leuchtturm Roter Sand, das erste Bauwerk auf offener See mit einer Gesamthöhe von 53 Metern und 70 Tonnen Gewicht, wurde 1884 direkt auf einem Senkkasten am Meeresgrund verankert. Das Leuchtfeuer wurde am 1. November 1885 entzündet und brannte bis 1964. 79 Jahre lang war der Turm der erste oder der letzte Gruß für alle, die über die Nordsee nach Deutschland kamen oder über das Meer auswanderten. Nach seiner Ausmusterung sollte der Leuchtturm dem Meer überlassen werden. Dank des Einsatzes vieler Bürger und eines regen Fördervereins blieb das Küstenwahrzeichen an seinem bisherigen Standort erhalten. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) übernahm den Leuchtturm 1987 nach der Sicherung des Fundaments. Im gleichen Jahr wurde die treuhänderische "Stiftung Leuchtturm Roter Sand" errichtet, aus deren Erträgen und den zufließenden Spenden der Turm erhalten wird. Bislang unterstützte die 1985 gegründete DSD mit ihrer Treuhandstiftung die Erhaltungsmaßnahmen mit über 600.000 Euro.

Bevor am 1. November 1885 in dem neuen Leuchtturm auf offener See das Leuchtfeuer entzündet werden konnte, waren ein ganzes Jahr lang Vorarbeiten nötig. Denn den "Roten Sand" rund 50 Kilometer in der Außenweser vor Bremerhaven auf der Untiefe gleichen Namens, Position 53 °51'18,1'' N, 08 °04'54,7'' in den strömenden Sand der Nordsee hineinzubauen, bedeutete eine Pionierleistung ohne Vorbild. Zehn Meter tief galt es eine eiserne Hülle im Meeresboden zu versenken, um dorthinein das Fundament bauen zu können. Die bahnbrechende Leistung verhinderte nicht, dass das Fundament mit der Zeit Schaden nahm. Doch der eigentliche Schicksalsschlag für das technische Denkmal mit einer Gesamthöhe von 53 Metern und 70 Tonnen Gewicht kam durch die Verschiebung des schiffbaren Wasserweges und die moderne Radartechnik, für die der "Rote Sand" nicht mehr zu gebrauchen war. Ein neuer unbemannter Leuchtturm, die "Alte Weser", wurde rund anderthalb Seemeilen östlich gebaut, das Leuchtfeuer des "Roten Sandes" 1964 gelöscht, er selbst blieb den Fluten des Meeres überlassen.

Dagegen stand jedoch die große Zuneigung vieler Freunde des längst weltweit bekannten Seezeichens. In den Verhandlungen des Landes Niedersachsen und des Bundes als Eigentümer erbot sich die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD), den Leuchtturm zu übernehmen, wenn denn das Fundament gesichert wäre. Im gleichen Jahr 1987 sorgte die Gründung der treuhänderisch von der DSD verwalteten "Stiftung Leuchtturm Roter Sand" dafür, die laufenden Unterhaltungskosten zu gewährleisten. In einer außergewöhnlichen und spektakulären Rettungsaktion bekam der Leuchtturm nun eine riesige Stahlmanschette übergestülpt, um den Senkkasten (Caisson) wieder zu sichern. Die Millimeterarbeit erforderte höchste Genauigkeit des Kranführers, der das zehn Meter hohe und 120 Tonnen schwere Stahlkorsett passgenau über den Leuchtturm hievte, und ein weitgehend ruhig bleibendes Meer. Die Aktion gelang, die "zweite" Außenhaut wurde mit Beton hinterfüllt, der Turm wieder standfest. Das Küstenwahrzeichen blieb an seinem bisherigen Standort erhalten. Anschließend wurde die Außenhaut entrostet und mit einem neuen Schutzanstrich versehen. Das Innere des Turmes sowie die historische Technik und die nautische Ausstattung wurden bis 1999 behutsam restauriert.

Seit 1995 erleichtern Dalben die Anlegemanöver zunächst für die Handwerker, dann auch für Besucher des Leuchtturms. Um den fröhlich geringelten Turm zu erreichen, sind gute drei Stunden Fahrt auf einem Schlepper zurückzulegen, wobei der Wind nicht stärker als Windstärke 4 sausen darf. Wer das maritime Museum durch Vermittlung der BIS Bremerhaven Touristik jedoch betritt, bereut keinerlei Abenteuer. Er gewinnt bei dieser Stippvisite einen authentischen Eindruck von den Lebens- und Arbeitsbedingungen eines Leuchtturmwärters um 1964.

Der Standort auf offener See erfordert einen erhöhten Aufwand. Deswegen braucht der "Rote Sand" viele Freunde für akute Hilfe und dauerhafte Pflege. Die alten haben sich für seinen Erhalt bereits eingesetzt, neue sind nötig, damit der Turm auch sein zweites Jahrhundert gut übersteht.

Bonn, den 3. Mai 2010
Deutsche Stiftung Denkmalschutz - Presse


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