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Das Zisterzienserkloster Buch in Leisnig wird 825

Ein anspruchsvolles Anwesen

Zisterzienserkloster Buch in Leisnig dsd
Zisterzienserkloster Buch in Leisnig
 
Mit einer Festveranstaltung feierte der Förderverein Kloster Buch e.V. die Gründung des ehemaligen Zisterzienserklosters vor 825 Jahren. Nach der Andacht in der Gutskapelle fand der eigentliche Festakt im Kuhstall statt. Anschließend bestand die Möglichkeit zum Klosterimbiss, auch wurden verschiedene Themen-Rundgänge angeboten. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) hat 2015 die Restaurierung der Decken im Abtshaus mit 15.000 Euro gefördert und beabsichtigt auch in diesem Jahr, die Restaurierungsbemühungen des Vereins zu unterstützen.

Das 1192 besiedelte Zisterzienserkloster Buch stiftete Heinrich III., der 1203 selbst in der Kirche begraben wurde. 1526 säkularisiert, dienten manche Klosterbauten als Steinbruch und verfielen zur Ruine. Der Kirchenbau, eine dreischiffige kreuzförmige Pfeilerbasilika, wie Ausgrabungen gezeigt haben, wurde im gebundenen System gebaut und war vermutlich kreuzrippengewölbt. Das feine Blattwerk der wenigen noch erhaltenen Kapitelle zeigt die weiche Formensprache der Zeit um 1200. Eine 1678 geweihte, bis heute erhaltene Kapelle wurde in die früh- und spätgotischen Architekturreste des Sanktuariums eingebaut und 1873 restauriert.

Das Abtshaus ist ein massives zweigeschossiges Gebäude mit steilem, in Nord-Süd-Richtung ausgerichtetem Satteldach. Nach der Säkularisierung diente der Bau als Wohnhaus der jeweiligen Gutsverwalter. Beim Abtshaus handelt es sich in historischer, baugeschichtlicher und baukünstlerischer Hinsicht um eines der anspruchvollsten Bauwerke des Mittelalters im Freistaat Sachsen. Der Dachstuhl ist ein einzigartiges Zeugnis historischer Handwerkstechnik. Die Holzdecke des sogenannten Abtszimmers – eine tief gestaffelte, profilierte Holzbalkendecke und die bemalte Bretterdecke der westlich sich anschließenden Kammer – dürfte um 1500 entstanden sein. Die Wände des Raumes sind teilweise mit profilierten Brettern verkleidet.

Gravierende Schädigungen der Balken und des Dachstuhls mussten vor zwei Jahren beseitigt werden. Wahrscheinlich hatte man bei Reparaturarbeiten am Dachstuhl im 19. Jahrhundert mit nassem Bauholz gearbeitet und somit Schäden in der Decke aus Stampflehm verursacht.

Kloster Buch ist seit der Hochwasserkatastrophe 2002 eines von über 760 Objekten, die die private Denkmalschutzstiftung dank Spenden und Mittel der GlücksSpirale, der Rentenlotterie von Lotto, allein in Sachsen fördern konnte.
 
Pressemeldung, vom 22. Mai 2017
Deutsche Stiftung Denkmalschutz
Schlegelstraße 1
53113 Bonn
www.denkmalschutz.de




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