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Bundespreis für Handwerk in der Denkmalpflege im Bundesland Bremen

Denkmaleigentümer und Handwerker werden in der Oberen Halle des Alten Bremer Rathauses geehrt

Mit dem "Bundespreis für Handwerk in der Denkmalpflege" werden am Dienstag, den 15. November 2011 vier Denkmaleigentümer und 20 Handwerker unterschiedlicher Gewerke aus dem Bundesland Bremen ausgezeichnet. Die Festrede bei der Preisverleihung um 18.00 Uhr in der Oberen Halle des Alten Bremer Rathauses hält Bürgermeister Jens Böhrnsen. Die Preisverleihung erfolgt zusammen mit dem Präsidenten des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH), Otto Kentzler, und Dr. Rosemarie Wilcken, Vorstandsvorsitzende der Deutschen Stiftung Denkmalschutz. Der von der Stiftung gemeinsam mit dem Zentralverband gestiftete Preis wird jährlich in zwei Bundesländern an private Eigentümer verliehen, die bei der Bewahrung ihres Denkmals in Zusammenarbeit mit dem örtlichen Handwerk Herausragendes geleistet haben. Die an den Restaurierungsmaßnahmen beteiligten Handwerksbetriebe werden mit Ehrenurkunden ausgezeichnet, für die privaten Denkmaleigentümer ist der Bundespreis für Handwerk in der Denkmalpflege pro Bundesland mit jeweils 15.000 Euro dotiert. Im Jahr 2011 wurde der Preis in den Bundesländern Baden-Württemberg und Bremen ausgeschrieben, 2012 stehen Niedersachsen und das Saarland an.

Die aus Vertretern der Senatskanzlei, dem Landesamt für Denkmalpflege, der Architekten- und Ingenieurskammer Bremen, der Handwerkskammer Bremen und dem Senat für Wirtschaft und Häfen, der Aufbaugemeinschaft Bremen e.V., des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks und der Deutschen Stiftung Denkmalschutz bestehende Jury betonte die allgemeine Qualität der eingereichten Projekte sowie der beteiligten Handwerker und Architekten.

Die Preisträger in alphabetischer Reihenfolge der Orte:

Das Haus Nummer 9 in der Mathildenstraße in 28203 Bremenvon 1868 ist eines der typischen Altbremer Reihenhäuser, wie sie die Viertel des 19. Jahrhunderts bis heute prägen. Dem Charme des Hauses konnten sich auch die neuen Eigentümer, Silvia Machura und Timo Götz, nicht entziehen und haben sein historisches Erscheinungsbild in vorbildlicher Weise wieder instand gesetzt. Die handwerklich qualitätvolle Instandsetzung und denkmalgerechte Materialauswahl für Fassade, Treppenvorbau, Treppe und Zuwegung erfolgte in enger Absprache mit der Denkmalpflege und hat Vorbildcharakter für Instandsetzungsmaßnahmen an weiteren Bremer Häusern.

Eines der wenigen ausgeführten Gebäude der von Fritz Schumacher 1906 geplanten Gartenstadtsiedlung in der heutigen Richard-Dehmel-Straße 2 in 28211 Bremen-Schwachhausenhat mit den neuen Eigentümern, dem Ehepaar Melanie und Matthias Wobbe, eine Zukunft bekommen. Mit großer Sensibilität haben sie die künstlerischen Besonderheiten und Details des Hauses recherchiert und wieder entdeckt. In enger Abstimmung mit der Denkmalpflege haben die Eigentümer gute und denkmalverträgliche Lösungen für ihre Nutzungsideen gefunden und dabei das Gebäude auch intelligent energetisch instand gesetzt. Bei der Umsetzung der Arbeiten versicherten sie sich der Hilfe hochqualifizierter Handwerker, die den hohen Ansprüchen des Objekts und der Eigentümer gerecht wurden. Für die vorbildliche Herangehensweise wird das Ehepaar Wobbe ausgezeichnet.

Das historische Schnoor-Viertel besticht durch seine erhaltene Bausubstanz. Zu den Baudenkmalen zählt auch das nach 1780 erbaute giebelständige Haus Nummer 10 in 28195 Bremen. Trotz mehrfacher An- und Umbauten sowie der Umgestaltung der Fassade gehört es zu den wertvollsten Gebäuden des Straßenzuges. Die neuen Eigentümer haben den Wert des Baus erkannt und seine historische Nutzung als Geschäfts- und Wohnhaus wiederbelebt. Mit der behutsamen Wiederherstellung mit gelungenen Detaillösungen, hoher handwerklicher und planerischer Qualität wurde nicht nur ein wichtiges Denkmal erhalten, sondern erhielt auch das historische Viertel einen entscheidenden Impuls für seine Revitalisierung. Für diese vorbildliche Leistung werden Ulla Norbäck und Carl Johann Öholm ausgezeichnet.

Die ortsbildprägende Mühle in 28307 Bremen-Arbergen, eine Galerieholländerwindmühle von 1803, ist seit Generationen in Familienbesitz. Seit ihrer Außerbetriebstellung 1968 fühlen sich die Eigentümer dem Erhalt des technischen Denkmals verpflichtet. Nunmehr ist in Kooperation mit dem Förderverein Arberger Mühle e.V. und der Bremer Heimstätten-Stiftung eine nachhaltige Lösung für eine denkmalverträgliche Nutzung und öffentliche Zugänglichkeit gefunden, die vorbildlich ist. In einer gemeinsamen Kraftanstrengung von Eigentümer, Pächter, Handwerkern, Verein und Denkmalpflege konnte die Mühle seit 2007 mit innovativen und handwerklich hervorragenden Einzellösungen grundlegend instand gesetzt werden und ist damit auch für die nächste Generation gesichert. Dafür wird Werner Möller ausgezeichnet.

www.denkmalschutz.de/index.php

Deutsche Stiftung Denkmalschutz
Bonn, den 9. November 2011/Schi




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