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Konservierung, Restaurierung und Ergänzung im Neuen Museum Berlin

Zwischen ursprünglichen Intentionen und neuen Entwürfen

Der Wiederaufbau des von Friedrich August Stüler konzipierten Neuen Museums in Berlin ist eine der größten Denkmalpflegebaustellen der deutschen Nachkriegszeit. Teilweise wirkten vor Ort bis zu 250 Restauratoren zeitgleich mit. Welche restauratorischen und denkmalpflegerischen Leistungen vollbracht wurden, darüber berichtet nun eine neue Buchpublikation.

„So viel wie nötig, so wenig wie möglich“ lautet eine grundlegende Devise in der Konservierung und Restaurierung. Diesem Prinzip folgte auch die „ergänzende Wiederherstellung“ des Neuen Museums Berlin, die im Jahr 2009 ihren Abschluss fand. Die noch vorhandene historische Bausubstanz wurde gesichert und konserviert. Nur dort, wo es erforderlich war, erfolgten restauratorische Maßnahmen und Ergänzungen. Die Spuren des Krieges und die Geschichte des Gebäudes blieben somit ablesbar. Sie waren Kern des Konzeptes, das dank erfolgreicher Kompromisse der beteiligten Architekten, Institutionen und Restauratoren umgesetzt werden konnte.

Doch welche Abweichungen zwischen ursprünglichen Intentionen und tatsächlicher Umsetzung gab es? Und wie sind diese zu bewerten? Mit dem Fachkolloquium „Neues Museum Berlin – Restaurierung und Denkmalpflege im Weltkulturerbe“, zog der Verband der Restauratoren zusammen mit der Stiftung Preußischer Kulturbesitz – Staatliche Museen zu Berlin und dem Landesdenkmalamt Berlin im Juni 2010 Bilanz. Dabei legten die Beteiligten Entscheidungen und Lösungen offen und gaben detaillierte Einblicke in die anspruchsvollen konservatorischen und restauratorischen Maßnahmen. Dieser facettenreiche Exkurs ist nun in einer jüngst erschienenen Buchpublikation nachzulesen, die nicht nur kritisch auf Konzept und Umsetzung eingeht, sondern auch spannende Einblicke in die komplexen Konservierungs- und Restaurierungsarbeiten gibt – angefangen bei Salzreduzierungsmaßnahmen am Mauerwerk über die Restaurierungen der Wandmalereien bis hin zu Rekonstruktionen an den beeindruckenden Mosaikfußböden.

VDR Cover Publikation Neues Museum Berlin

Neuerscheinung: Verband der Restauratoren e.V. (Hrsg.),
Konservierung, Restaurierung und Ergänzung im Neuen Museum Berlin –
Zwischen ursprünglichen Intentionen und neuen Entwürfen,
Tagungsband mit div. Beiträgen, 247 Seiten, zahlr. teils farbige Abb.,
Paperback, Siegl Verlag, München 2013, 29,80 Euro


Ergänzende Hintergrundinformationen:

Das Neue Museum Berlin wurde im Zweiten Weltkrieg stark beschädigt und teilweise zerstört. Über 60 Jahre lang waren Teile des Gebäudeinneren als Kriegsruine Wind und Wetter ausgesetzt, mit teils schweren Folgeschäden.
Der Wiederaufbau und die Restaurierung des Neuen Museums waren Teil eines Masterplans, der die schrittweise Wiederherstellung und Modernisierung der Museumsinsel Berlin bis 2015 vorsieht.
Die Maßnahmen am Neuen Museum dauerten rund zehn Jahre. Im Ergebnis fügt sich das Neue in das Alte ein, bleibt aber als heutige Ergänzung klar erkennbar.
Die Restaurierung am Neuen Museum Berlin war schon alleine aufgrund der Größenordnung sehr komplex. Sie erforderte umfassende Vorkenntnisse sowie detailliertes Fachwissen und war wichtiger Bestandteil des Gesamtkonzeptes.
Nach der Wiedereröffnung des Neuen Museums Berlin folgten zahlreiche Preise. Einer davon ist der Mies-van-der-Rohe-Preis für die gelungene Kombination aus „zeitgenössischer Architektur, Restaurierung und Kunst“ aus dem Jahr 2011.

Pressemitteilung vom 09. September 2013
Verband der Restauratoren e.V.
Pressestelle - Haus der Kultur





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