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Restaurierung des Deckengemäldes im Vestibül des Schlosses Sanssouci

Hilfe für Flora
Deckengemälde im Vestibül des Schlosses Sanssouci wird restauriert



Sanssouci Deckengemälde, Foto: SPSG/Hillert Ibbeken
Restaurierungsbedürftig: Das 1746 von Johann Harper geschaffene Deckengemälde
"Flora mit Genien" im Vestibül des Schlosses Sanssouci. Foto: SPSG/Hillert Ibbeken


Dank der großzügigen Unterstützung der Stiftung PRO SANSSOUCI kann die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg (SPSG) das Deckengemälde „Flora mit Genien“ im Vestibül des Schlosses Sanssouci in Potsdam restaurieren. Ziel der im Januar 2016 begonnenen Arbeiten ist es, das Gemälde in seiner Substanz zu sichern und ein seiner Bedeutung angemessenes Erscheinungsbild zurückzugewinnen. PRO SANSSOUCI beteiligt sich an den ca. 95.000 Euro zu beziffernden Gesamtkosten mit 20.000 Euro. Die Maßnahme soll im Oktober 2016 abgeschlossen sein.

Das Vestibül
Das ursprünglich vom Ehrenhof zugängliche Vestibül diente als Empfangssaal des im Auftrag Friedrichs des Großen (1712-1786) errichteten Schlosses Sanssouci. Im Inneren des rechteckigen Raumes wiederholt sich die gekuppelte Säulenstellung der Kolonnade, die den Ehrenhof umschließt. Die Wände sind durch zehn korinthische Säulenpaare aus weißem Stuckmarmor mit vergoldeten Basen und Kapitellen gegliedert. Sie stehen vor korinthischen Pilastern, die leicht aus der Wand heraustreten.

Das ca. 42 m² große Bild wurde 1746 von dem Schweden Johann Harper (1688-1746) geschaffen. Direkt auf den Deckenputz über der Voute (Wölbung) gemalt, zeigt es die römische Göttin Flora mit Genien, die Blumen und Früchte vom Himmel streuen.  

Sanssouci-Deckengemälde Detail Foto: SPSG/Wolfgang Pfauder
Detail des Deckengemäldes "Flora mit Genien" im Vestibül des Schlosses Sanssouci.
Foto: SPSG/Wolfgang Pfauder


Die Schäden
Zum einen ist das Gemälde durch frühere und inzwischen stark nachgedunkelte Retuschen bzw. Überfassungen in Mitleidenschaft gezogen. Zum andern haben sich bräunliche „Inseln“ gebildet, die auf das Holzschutzmittel Hylotox zurückzuführen sind, mit dem in den 1980er Jahren die Deckenbalken des Dachbodens behandelt wurden. Die fettigen und stark kriechenden Hylotox-Substanzen sind in alle Schichtenpakete des Gemäldes eingedrungen, was wiederum kontaminierte Staubablagerungen zur Folge hat. Zudem ist es durch die Oberflächenspannung der Überfassungen zu kleinteiligen Schollenbildungen und Malschichtverlusten gekommen. Abplatzungen bis auf den Putzgrund sind auf der gesamten Fläche auszumachen.

Konservierung und Restaurierung
Im Zuge der Vorbereitung der Konservierung und Restaurierung des Gemäldes mussten die Malschicht und der Malschichtaufbau untersucht werden. Eine Messbildaufnahme wurde beauftragt und zur Klärung des Zustandes wurden 2014 Infrarot- und Ultraviolett-Aufnahmen angefertigt. Überdies ergab ein Test, dass sich die Übermalungen mit Hilfe eines Lösemittelgemischs abnehmen lassen.

Die Überfassungen aus der Vergangenheit und alle kontaminierten Stäube werden entfernt, die Verbräunungen optisch zurückgedrängt und die Malschichten gesichert. Die Maßnahmen werden von freiberuflichen Restauratorinnen in Zusammenarbeit mit dem Fachbereich Architekturfassung und Wandbild der Abteilung Restaurierung der SPSG ausgeführt. Im nun folgenden Ausführungsabschnitt werden bis Ende Oktober 2016 die Fehlstellen in der Malerei durch Retuschen geschlossen.

Stiftung PRO SANSSOUCI
Die SPSG verfügt selbst über kein eigenes Stiftungskapital. Alle Aufwendungen für den Erhalt, die Vermittlung, die Erforschung und den Betrieb der ihr anvertrauten preußischen Schlösser und Gärten werden zu rund zwei Dritteln von den Ländern Berlin und Brandenburg sowie dem Bund finanziert. Das verbleibende Drittel wird durch eigene Einnahmen sowie durch jedes Jahr aufs Neue einzuwerbende Drittmittel und Spenden gedeckt. Spenden müssen dabei zeitnah verwandt werden.

Die für Stiftungen klassische Finanzierungsquelle – die Finanzierung aus Erträgen eines eigenen Stiftungskapitals – stand der SPSG somit für lange Zeit nicht zur Verfügung. Deshalb wurde im Jahr 2008 die Stiftung PRO SANSSOUCI gegründet: In dieser eigenständigen Stiftung bürgerlichen Rechts wird systematisch ein Stiftungskapital aufgebaut, das einen Beitrag zum dauerhaften Erhalt der einzigartigen Zeugnisse preußischer, deutscher und europäischer Kunst- und Kulturgeschichte leisten kann.

PRO SANSSOUCI bietet Privatpersonen heute die Möglichkeit, sich durch Zustiftungen in verschiedensten Formen mit dieser Aufgabe zu identifizieren, sie zu fördern und somit den Stiftungszweck generationenübergreifend mit ihrem Namen zu verbinden. Auch Namen- und Themenfonds oder gar die Gründung einer Treuhandstiftung sind bei PRO SANSSOUCI möglich.

Durch diese Möglichkeit der Zustiftungen kann über einen Zeitraum von 10 Jahren bis zu 1 Million Euro als Sonderausgabe steuerlich geltend gemacht werden – zusätzlich zu den sonstigen Spendenabzügen. Auf diese Weise werden Spenden in das Stiftungsvermögen von PRO SANSSOUCI noch gesondert steuerlich gefördert.

Schloss Sanssouci
Schloss Sanssouci wurde zwischen 1745 und 1747 von Georg Wenzeslaus von Knobelsdorff (1699-1753) im Stil des Rokoko als Sommerresidenz für Friedrich den Großen auf einem terrassierten Weinberg errichtet. An der Außengestaltung waren u. a. die Bildhauer Johann Georg (1679-1767) und  Friedrich Christian Glume (1714-1752) sowie der Zierratenbildhauer Johann Melchior Kambly (1718-1782) beteiligt. Die Ausstattung der Innenräume verantworteten Künstler wie die Brüder Johann Michael (1709-1755) und Johann Christian Hoppenhaupt (1719-nach 1778) sowie Johann August Nahl (1710-1781). Unter König Friedrich Wilhelm IV. (1795-1861) wurde das Schloss 1841/42 durch Umbau und Verlängerung der beiden Seitenflügel durch Ludwig Persius (1803-1845) erweitert.

Schloss Sanssouci gehört seit 1990 zur UNESCO-Welterbestätte „Schlösser und Parks von Potsdam und Berlin“.

Presse-Information
der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg (SPSG)

Frank Kallensee
Tel. 0331.96 94-318 / Fax  0331.96 94-102
Postfach 60 14 62, 14414 Potsdam
www.spsg.de
 




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