Rentei von Gut Holzhausen in Nieheim

Arbeiten dienen regionaltypischer Optik
 
Einen Fördervertrag über 100.000 für die Dacharbeiten an der Alten Rentei von Gut Holzhausen in Nieheim stellt die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) dank zahlreicher Spenden sowie der Lotterie GlücksSpirale in diesem Jahr bereit. Das Dach wird wieder mit den regionaltypischen Sollingdachsteinen gedeckt, eine Dachdeckung, die leider immer mehr verschwindet, da keine Steinbrüche mehr existieren. Die DSD versucht diese die Region prägende Deckungsart etwa mit Steinen aus Abbrüchen zu erhalten. Mit seinen historisch gewachsenen, original erhaltenen Bauten ist Gut Holzhausen eines der wenigen klassizistischen Herrenhäuser in der Gegend. Die ausgreifende Anlage von Gut Holzhausen gehört seit 1998 zu den über 440 Projekten, die die private DSD dank Spenden und Mittel von WestLotto aus der Lotterie GlücksSpirale allein in Nordrhein-Westfalen fördern konnte.

Die inschriftlich auf 1572 datierte sogenannte Rentei ist unter den zahlreichen Bauten auf Gut Holzhausen das älteste erhaltene Gebäude. Die Lage der Rentei sowie ein Blendbogen auf der Südseite verweisen auf eine ursprüngliche Funktion als Torhaus. Über einem verputzten Bruchsteinkasten erhebt sich das Fachwerkobergeschoss mit Zierelementen der Weserrenaissance: Mit Perlschnüren verzierte Füllhölzer und ornamental beschnitzte Ständerfüße, möglicherweise Fußbänder mit Fächerrosetten. Als Rest der älteren Vorburg unterteilt sie den großen Wirtschaftshof, der dem in der doppelten Gräfte errichteten Herrenhaus vorgelagert ist. Zum Wirtschaftshof gehören auch das Verwalterhaus aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts, vier große Stallscheunen aus dem 17. und 18. Jahrhundert neben weiteren Wirtschaftsgebäuden und ein Taubenhaus aus dem Jahr 1715. Die Vorburg mit ihren Wirtschaftsbauten dokumentiert die Entwicklung der Anlage vom 16. Jahrhundert bis heute.

Gut Holzhausen wurde 1312 als Burg mit Vorburg an den westlichen Ausläufern des Weserberglandes auf einer quadratischen Gräfteninsel errichtet. 1484 fiel die Anlage als Lehen an die Familie von der Borch, die sie bis heute besitzt. Nach der Zerstörung der Burg durch einen Brand Ende des 18. Jahrhunderts wurde über den Fundamenten der alten Burg von 1802 bis 1807 ein klassizistisches Herrenhaus gebaut. Der sehr langgestreckte und verputzte, zweigeschossige Sandsteinbau, dessen Schaufassade durch einen Altan auf toskanischen Säulen und eine Sandsteinattika mit vier Vasenaufsätzen über dem Portikus besonders betont ist, hat bereits bei Erhaltungsmaßnahmen am Herrenhaus und an den Ställen von der DSD Unterstützung erhalten.


Pressemeldung vom 11. Dezember 2020

Deutsche Stiftung Denkmalschutz
Schlegelstraße 1, 53113 Bonn
www.denkmalschutz.de

Bei Fragen wenden Sie sich bitte an:
Thomas Mertz, Leitung Pressestelle
Tel. 0228 9091 - 404




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