Fensterrestaurierung in der Nürnberger Lorenzkirche schreitet voran

Einzigartige Raumwirkung lockt Touristenscharen
 
In der Nürnberger St. Lorenzkirche unterstützt die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) seit 2005 die aufwendigen Instandsetzungsarbeiten, insbesondere die Restaurierung der wertvollen spätgotischen und renaissancezeitlichen Fenster sowie der Joche des Langhauses. In diesem Jahr stellt die private Denkmalschutzstiftung dank zahlreicher Spenden sowie der Lotterie GlücksSpirale weitere 30.000 Euro für die Glasrestaurierungsarbeiten am sogenannten Knorrfenster im Chorhaupt zur Verfügung. Die Lorenzkirche ist eines der über 500 Objekte, die die DSD dank privater Spenden, der Erträge ihrer Treuhandstiftungen sowie der Mittel der Lotterie GlücksSpirale allein in Bayern fördern konnte.

Bereits die älteste Stadtansicht Nürnbergs im Krellaltar der Lorenzkirche zeigt neben der Burganlage die aufragenden Turmpaare der beiden städtischen Geschwisterkirchen St. Sebald und St. Lorenz. Die hochgotische dreischiffige Lorenz-Basilika wurde um 1270 mit westlichen Doppelturmfassade begonnen, die wohl um 1350 fertiggestellt war.

Um 1400 wurden die Seitenschiffe durch Herausrücken der Seitenschiffwände erweitert, daraufhin die Seitenschiffkapellen mit den Seitenschiffemporen eingebaut. Der Hallenchor entstand Mitte des 15. Jahrhunderts. Die reiche Ausstattung der Kirche zeugt von der Bedeutung Nürnbergs als Zentrum der bildenden Kunst im 15. Jahrhundert. Erwähnenswert sind unter anderem das Sakramentshaus von Adam Kraft, der Engelsgruß von Veit Stoß, die Leuchter von Peter Vischer, die Tafelbildwerke von Michael Wolgemut und seinen Schülern.

Die elf Glasmalereien des Ostchores sind ebenfalls mit Michael Wolgemut sowie Albrecht Dürer, Peter Hemmel, Veit dem Älteren und den Meistern der Familie Hirsvogel verbunden. Das mittlere Chorhauptfenster stiftete 1476 Kaiser Friedrich III., bei den Fenstern rechts und links handelt es sich um Stiftungen zweier Lorenz-Pfarrer, Konrad Konhofer und Peter Knorr. Die weiteren Fenster sind Stiftungen Nürnberger Patrizierfamilien.

Insbesondere die über Jahrhunderte gewachsenen Verkrustungen aus Staub, Kittresten und Korrosionsprodukten gefährden die Malereien der Fenster. Sie machen die detaillierten Zeichnungen unkenntlich und aufgrund zu hoher Spannungen und starker Sprödigkeit platzen sie leichter ab und reißen dabei umfangreiche Malschichtpakete mit. Fast alle Chorfenster sitzen vor den Außenschutzverglasungen ohne Hinterlüftung auf Quereisen.

Vorstand und Wissenschaftliche Kommission der DSD hatten erst unlängst die Entscheidung des Evangelisch-Lutherischen Dekanats Nürnberg begrüßt, die vorgelegten Bauplanungen für einen mit 6 Millionen Euro veranschlagten Einbau in die denkmalgeschützte St. Lorenzkirche in Nürnberg zu überdenken. Die Pläne wurden nach ihrer öffentlichen Vorstellung kurz vor Jahresende von Nürnberger Bürgern, Kunsthistorikern, Denkmalpflegern und Architekten heftig kritisiert, weil ein monumentaler Einbau aus Beton, Stahl, Aluminium und Glas unter der Orgelempore und in den westlichen drei Seitenschiffsjochen in Raumhöhe den Raum irreversibel zerstört hätte. Außerdem hätten die Rückwände der vorgesehenen neuen Räume einige der über 400 Jahre alten Fenster verdeckt. Erscheinungsbild und Raumeindruck eines der herausragenden gotischen Kirchenräume in Deutschland, eines Denkmals von nationaler Bedeutung, wären verloren gegangen.
 
Pressemeldung vom 12. Mai 2021
   
Kontakt
Deutsche Stiftung Denkmalschutz
Schlegelstraße 1, 53113 Bonn
www.denkmalschutz.de

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