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Restaurator aus Leidenschaft, Manfred Möller - Ein Nachruf
Am 19. Mai 2021 verstarb der Restaurator Manfred Möller im Alter von 76 Jahren in Suhl-Albrechts in Thüringen. Sein Leben war geprägt von der restauratorischen Arbeit in seiner Heimatregion und gemeinsamen Projekten mit Familienmitgliedern. Ein Nachruf. Manfred Otto Fritz Möller [...]


Restaurator aus Leidenschaft, Manfred Möller - Ein Nachruf

Am 19. Mai 2021 verstarb der Restaurator Manfred Möller im Alter von 76 Jahren in Suhl-Albrechts in Thüringen. Sein Leben war geprägt von der restauratorischen Arbeit in seiner Heimatregion und gemeinsamen Projekten mit Familienmitgliedern. Ein Nachruf.

Manfred Otto Fritz Möller kam am 07. Februar 1945 in Leutenberg in Thüringen zur Welt. Dort verbrachte er seine Kindheit, bis die Familie 1951 nach Dillstädt zog. Schon früh kam er dank seines Vaters Walter Möller mit der Restaurierung und dem Kunsthandwerk in Berührung. So folgte eine Ausbildung unter dessen Aufsicht.

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Im Jahr 1968 folgte ein Abschluss als Malermeister. Zusätzlich absolvierte Manfred Möller Mitte bis Ende der Sechzigerjahre erfolgreich das Studium als Ingenieur für Farb- und Oberflächengestaltung im Bauwesen. Hierfür besuchte er in Potsdam die Fachhochschule für angewandte Kunst. Später trug der Beruf die Bezeichnung Diplom-Designer und -Restaurator.
Anschließend arbeitete Manfred Möller für ein Jahr im Forschungslabor in Ilmenau im VEB Farben-Lacke. Danach absolvierte er für 18 Monate seinen Grundwehrdienst in der NVA in Neubrandenburg als Zeichner. Er heiratete seine Ehefrau Doris 1969 und teilte über dreißig Jahre sein Leben mit ihr. Gemeinsam bekamen sie zwei Söhne, Christian und Tobias.

Die Arbeit als Restaurator prägte Manfred Möller sein gesamtes Leben. Nicht nur vom Vater lernte er wichtige Aspekte dieser Tätigkeit kennen. Auch sein Bruder Rolf und seine Schwester Renate ergriffen diesen Beruf, Irene ging andere Wege. Gemeinsam arbeitete er an Projekten mit Vater, Geschwistern, Schwager Peter Koch und Sohn Christian, der auch Malermeister wurde. Hier zeigten sich die zwei wichtigsten Bereiche in seinem Leben: seine Familie und seine Tätigkeit als Restaurator.

Seit dem Jahr 1974 war Manfred Möller als Restaurator freiberuflich tätig. Außerdem galt er zunächst als Kandidat des Verbands Bildender Künstler VBK-DDR und wurde später dessen Mitglied. Im Laufe seiner Tätigkeiten folgten Mitgliedschaften in mehreren Gesellschaften. Darunter der Verband Bildender Künstler Thüringen e. V. und BBK, Deutscher Verband Freiberuflicher Restauratoren e. V. sowie der Verband der Restauratoren e. V. VDR.

Im Jahr 1979 zog Manfred Möller nach Rohr, blieb aber weiterhin in Dillstädt als Restaurator tätig. Es gab in der gesamten DDR etwa 30 bis 40 Baurestauratoren, drei davon allein in dem thüringischen Ort. So ergab es sich, dass er im Laufe seiner Karriere an unterschiedlichen renommierten Projekten teilnahm. Somit prägte er den Erhalt unterschiedlicher Güter und Bauwerke maßgeblich mit.

Einen wichtigen Teil nahm seine Arbeit an der historisch bedeutenden Wartburg in Eisenach ein. Dort übernahm Manfred Möller, gemeinsam mit seinem Bruder Rolf Möller, die Voruntersuchungen im Bereich des Ritter- und Speisesaals sowie des Festsaals und der Elisabeth-Kemenate. Sie befassten sich ebenfalls mit der Restaurierung der Giebelwände des Festsaales. Darüber hinaus leiteten sie zusammen für einen Zeitraum von über sieben Jahren sämtliche Bauausführungen auf der Wartburg.

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Doch nicht nur die Wartburg in Eisenach begleitete Manfred Möller auf seinem beruflichen Weg. Darüber hinaus übernahm er weitere Projekte in verschiedenen Kirchen in Thüringen. In Schmalkalden arbeitete er an der Restaurierung im Schloss Wilhelmsburg und der Anfertigung einer Raumkopie der Iwein-Wandmalerei. Darüber hinaus realisierte das Team dort eine plastische und malerische Zustandskopie eines Teilsegments der romanischen Iweinmalerei aus dem Hessenhof. Auch die Restaurierung und Sanierung des Gebäudekomplexes Renaissancehaus "Grünes Tor" waren Teil seines Schaffens. Die Restaurierung der handgedruckten Bildtapeten im "Salon der Herzogin" im Barockschloss in Weilburg war ebenfalls sein Mitverdienst. Dies gilt auch für die Arbeiten in Erfurter Severikirche und dem Hochzeitshaus. In Gotha führten sie auch die Restaurierung von Leinwandbildern im Schloss Friedenstein durch.

Nachdem Manfred Möller in Rente ging, nahm er aus gesundheitlichen Gründen keine größeren Aufträge mehr an. Während seiner letzten Lebensjahre wohnte er in Suhl-Albrechts in Thüringen. In dieser Region verbrachte er sein ganzes Leben und sie bildete den Kern seines Schaffens. Dank der professionellen, engagierten und von Leidenschaft zu Restaurierung geprägten Arbeit bleiben einige Kulturgüter für die Nachwelt erhalten.

Sohn Christian, Geschwister-Familien
und das Romoe Team




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