Musterrestaurierung im Museum für Hamburgische Geschichte

Interieur musste hundert Jahre warten
 
Das prächtige Interieur der sogenannten Villa Rücker in Hamburg aus dem Jahr 1832 wurde beim Abriss der Villa 1909 eingelagert. Die aufbewahrten Fragmente sollten der ursprünglichen Planung des Architekten Fritz Schumachers nach in den Neubau des Museums für Hamburgische Geschichte in der Hansestadt eingebaut werden. Dazu gestalteten Schumacher und Otto Lauffer, der Gründungsdirektor des Museums, die südliche Außenfassade des Museums entsprechend der Villa und ihrer Fenstergliederung. Wirtschaftliche Schwierigkeiten verhinderten schließlich den bereits geplanten Einbau der Fragmente zur Ausgestaltung des Gartensaals und des Musikzimmers.

Damit die im typischen Hamburger Landhausstil errichtete Villa Rücker nach umfangreicher Restaurierung zumindest in Teilen im Museum zu erleben ist, unterstützt die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) dank zahlreicher Spenden sowie der Erträge der Lotterie GlücksSpirale die Musterrestaurierung des Interieurs aus dem Gartensaal und dem Musikzimmer mit 30.000 Euro. Die Musterrestaurierung ist ein grundlegender Schritt, um die anspruchsvollen Arbeiten mit der erforderlichen Qualität ausführen zu können. Das Museum gehört zu den über 50 Denkmalen, die die private DSD dank Spenden, der Erträge ihrer Treuhandstiftungen sowie der Lotterie GlücksSpirale allein in Hamburg fördern konnte.

Das Museum für Hamburgische Geschichte in der Hansestadt zählt zu den Hauptwerken des Architekten Fritz Schumacher. Zwischen 1909 und 1933 war der Werkbundmitbegründer und Förderer der modernen Backsteinarchitektur Hamburgs Oberbaudirektor. Der Museumsbau am Holstenwall mitten in der Hamburger Neustadt zwischen Bismarck-Denkmal und Planten un Blomen steht an der Stelle, wo einst die Wallanlagen lagen. Der 1914 begonnene und wegen des Ersten Weltkriegs erst 1922 fertiggestellte und eröffnete Baukörper des Museums erhebt sich über den spitzwinkligen Fundamenten einer ehemaligen Festungsbastion.

Dem gewaltigen dreigeschossigen Backsteinbau des Museums mit seinem hohen Ziegelmansarddach folgt hinter einem von einer Laterne bekrönten Quertrakt mit kleinem Ehrenhof ein großer, L-förmiger Trakt, der einen Innenhof freihält. Schumachers Entwurf sah den Einbau zahlreicher Spolien, also von Fragmenten anderer Bauten, vor. So kann man im Innenhof das barocke Südportal der Hamburger Hauptkirche Sankt Petri aus dem Jahr 1604 sehen, das beim Stadtbrand 1842 erheblich beschädigt, ausgebaut und bis 1922 eingelagert wurde. Weitere Spolien aus Bürger- und Staatsbauten wurden sowohl an den Außenfassaden wie im Inneren integriert.
 
Pressemeldung vom 14. Juli 2021
  
Kontakt
Deutsche Stiftung Denkmalschutz
Schlegelstraße 1, 53113 Bonn
www.denkmalschutz.de

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Thomas Mertz, Leitung Pressestelle
Tel. 0228 9091 - 404




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