Hilferuf zum Schutz der nordrhein-westfälischen Denkmale!

Der Vorstand der Deutschen Stiftung Denkmalschutz appelliert an den Ministerpräsidenten
 
Kurzfassung: Ein Denkmalschutzgesetz in NRW hat Verfassungsrang. Die ihm gebührende zukunftsfähige Ausformulierung braucht Zeit, Gründlichkeit und Überparteilichkeit, wie sie das bestehende Gesetz einst erfahren hat. Dr. Steffen Skudelny, Vorstand der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD), wendet sich in einem Schreiben um Hilfe an Ministerpräsident Hendrik Wüst. Mit dem Angebot der konstruktiven Mitarbeit zahlreicher Denkmalfachverbände appelliert er: „Bitte lassen Sie nicht zu, dass das Ansehen Nordrhein-Westfalens als Kultur- und Wissenschaftsstandort durch eine nicht ausgereifte Neufassung des Denkmalschutzgesetzes unwiederbringlichen Schaden erfährt.

Langfassung: In der aktuellen politischen Situation scheint unser Alltagsgeschäft wenig relevant. Das Leid aller betroffenen Menschen von einem Krieg, der nach vielen Jahrzehnten des Friedens erstmals wieder mitten in Europa tobt, macht alle fassungslos. Darum weiß auch Dr. Steffen Skudelny, Vorstand der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD), der sich nun in einem Schreiben an den nordrhein-westfälischen Ministerpräsident Hendrik Wüst gewandt hat.

Doch die Umstände lassen kein Warten zu: Nach dem Willen von Bauministerin Ina Scharrenbach soll das kulturelle Erbe in NRW Anfang April durch einen unausgereiften Gesetzestext weitgehend schutzlos werden. Und das, so Skudelny, wo „die Zerstörung von Baudenkmalen derzeit zu einer neuen Waffe bei der Zerstörung der kulturellen Identität geworden“ ist. Gerade die denkmalgeschützten Bauten in NRW zeugten von den Nachkriegs-Errungenschaften Freiheit, Demokratie und Selbstbestimmung.

Denkmale spielen, so Skudelny, „eine wichtige Rolle bei der Vermittlung uns verbindender, europäischer Werte. Sie verdienen als kostbarer identitätsstiftender Schatz jede mögliche Aufmerksamkeit und unseren vollen Schutz“. Zu Recht habe die Bewahrung des kulturellen Erbes in Nordrhein-Westfalen Verfassungsrang. „Und es ist daher selbstredend, dass wir in Nordrhein-Westfalen, einem Bundesland mit einem Denkmalanteil von gerade noch 1,5 Prozent diese letzten Zeugnisse unserer Geschichte mit größter Sorgfalt behandeln und bewahren.

Dann wird Skudelny konkreter. Dass das für Denkmalschutz zuständige Ministerium die Veränderungen gegenüber dem bestehenden Gesetz in seinem in dieser Legislaturperiode bereits dritten Gesetzesentwurf so vorlegt, als seien Denkmale Hindernisse, wundere ihn: „Als würden sie relevante gesellschaftliche Belange behindern, als wären Denkmale ein Problem und nicht ein relevanter gesellschaftlicher Wert“. Skudelny beklagt die vorgesehenen „uneinheitlichen Verfahren“, die „ungleiche Behandlung von Denkmaleigentümern“, die „handwerklichen Mängel“ und die „fehlende Debatte“ bei der Neufassung des Denkmalschutzgesetzes. Rücksichtsvoll erklärt er die Unausgegorenheit des Textes freilich mit den zahlreichen Aufgaben, die das Scharrenbach‘sche Ministerium derzeit zu erfüllen habe: „Berücksichtigung der energetischen Gesamtbilanz des Bauwesens auf das Klima, die Bewältigung der Flutschäden … und ganz aktuell die Auswirkung des Ukraine-Konfliktes durch die zu erwartenden Flüchtlingsströme“.

Damit aber ein Gesetz von Verfassungsrang die ihm gebührende zukunftsfähige Gestalt bekomme, brauche seine Ausformulierung, so der Stiftungsvorstand, mehr Zeit, mehr Gründlichkeit und die überparteiliche Überarbeitung, die das bestehende Gesetz einst erfahren habe.

Mit dem Angebot konstruktiver Mitarbeit der zahlreichen Denkmalfachverbände schließt Skudelnys Brief mit dem Appell: „Bitte lassen Sie nicht zu, dass das Ansehen Nordrhein-Westfalens als Kultur- und Wissenschaftsstandort durch eine nicht ausgereifte Neufassung des Denkmalschutzgesetzes unwiederbringlichen Schaden erfährt.

Pressemeldung vom 11. März 2022
             
Kontakt
Deutsche Stiftung Denkmalschutz
Schlegelstraße 1, 53113 Bonn
www.denkmalschutz.de

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