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Mobiles Team „Fluthilfe“ hat seine Arbeit aufgenommen

Freiwilliges Soziales Jahr in der Denkmalpflege einmal ganz anders
 
Heute haben die Arbeiten am ersten Projekt des neugeschaffenen „Mobilen Teams Fluthilfe“ der Deutschen Stiftung Denkmalschutz in Ahrweiler begonnen. Das Alte Zunfthaus beherbergte eine Goldschmiede und wird nun mit Hilfe von drei Freiwilligen, der 21-jährigen Luka aus Köln, dem 19-jährigen Johan aus Brüssel und dem 16-jährigen Konrad aus Bonn unter fachlicher Anleitung wieder auf Vordermann gebracht.

Beim ersten Besuch, als die Arbeiten für diese Woche mit dem Bauleiter festgelegt wurden, war der erschöpften Eigentümerin, die noch vor einem halben Jahr vor den Trümmern der Flut stand, ihre Freude anzumerken. Ausgeführt werden Rückbauarbeiten an der Fassade und im Innenraum, die Beräumung und Säuberung des Gewölbekellers und die Freilegung und denkmalgerechte Instandsetzung einer Kölner Decke in der Werkstatt.

Schon im Herbst hatten Freiwillige aus Jugendbauhütten aus ganz Deutschland in Bad Münstereifel Hilfe geleistet: es wurden Gefache mit Lehmsteinen ausgemauert, Dämmung und Putz angebracht, schadhafte Holzstellen repariert und so durch die Fluten geschädigte historische Häuser denkmalgerecht saniert. „Diese Hilfe“, sagte damals Bernd Bünger, einer der betroffenen Denkmalbesitzer, „kann man mit Geld nicht aufwiegen. Finanzielle Hilfen sind toll, aber wir standen hier vor einem Trümmerhaufen und wussten nicht, wo wir anfangen sollten. Fachleute sind nicht zu kriegen. Und dann kamen diese jungen, fröhlichen Leute, die einfach angefangen haben.“ Jetzt machen drei junge, fröhliche Leute einfach weiter.

Das „Mobile Team Fluthilfe“, das nun in Ahrweiler seine Arbeit aufnimmt, ist ein wichtiges Projekt der Deutschen Stiftung Denkmalschutz im Rahmen ihrer Hilfsaktivitäten im Flutgebiet des vergangenen Jahres. Mit einem speziellen Nothilfeprogramm konnte die Stiftung schnell und unbürokratisch als eine der ersten Hilfsorganisationen bereits kurz nach der Katastrophe Mittel ausreichen. Rund 2,8 Millionen Euro sind inzwischen in über 480 Maßnahmen eingebunden. Allein in Rheinland-Pfalz erhielten über 128 Hilfesuchende Unterstützung. Ein psychologisch wie materiell wichtiges Zeichen für die, die derzeit vielfach noch immer auf die Auszahlung staatlicher Mittel warten müssen. „Etwas, wofür wir unseren Spendern und Stiftern sehr dankbar sind!“, betont DSD-Vorstand Dr. Steffen Skudelny.

Historische Ortschaften sind nicht nur die Heimat ihrer Bewohner, sondern als Ausflugs- und Reiseziele auch die wirtschaftliche Grundlage für ihren Fortbestand. Während vielerorts die durch die Flut geschädigten Hausbesitzer noch auf konkrete Hilfen warten müssen, freut sich die DSD, dass sie nicht nur durch ihre unbürokratische Fluthilfe finanzielle Hilfe leisten, sondern durch den Einsatz des „Mobilen Teams Fluthilfe“ einigen konkret Betroffenen bei der Restaurierung ihrer Häuser helfen kann.

Die Jugendbauhütten der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD) in Trägerschaft der Internationalen Jugendgemeinschaftsdienste e.V. (ijgd) ermöglichen Jugendlichen zwischen 16 und 26 Jahren das Freiwillige Soziale Jahr (FSJ) in der Denkmalpflege an unterschiedlichen Einsatzstellen zu absolvieren. In den Jahren des Bestehens der Jugendbauhütten in Deutschland erhielten weit über 5.000 junge Menschen während ihres Freiwilligen Sozialen Jahres einen theoretischen und praktischen Zugang zur Denkmalschutz-Thematik. Die DSD arbeitet dabei mit den ijgd zusammen, denen die Betriebsführung der bundesweit 16 Jugendbauhütten anvertraut ist. Insgesamt stehen jährlich deutschlandweit rund 330 Plätze zur Verfügung. Die Jugendlichen können ein Jahr lang in einer Jugendbauhütte traditionelle Handwerkstechniken erlernen, sie am Original anwenden und das Besondere, Echte und Authentische mit eigenen Händen erspüren und erfahren.

Sonderkonto und Nothilfe:
Die DSD hat zudem ein Sonderkonto für die vom Hochwasser geschädigten Baudenkmale eingerichtet:
Deutsche Stiftung Denkmalschutz
Spendenkonto Soforthilfe Hochwasserkatastrophe
IBAN DE78 3804 0007 0555 5552 00.


Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz besitzt das DZI-Spendensiegel und das Spendenzertifikat des Deutschen Spendenrats.
 
Pressemeldung vom 2. März 2022
  
Kontakt
Deutsche Stiftung Denkmalschutz
Schlegelstraße 1, 53113 Bonn
www.denkmalschutz.de

Bei Fragen wenden Sie sich bitte an:
Thomas Mertz, Leitung Pressestelle
Tel. 0228 9091 - 404

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