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Kein guter Start für das Kulturerbejahr

Statt einer Traueranzeige
 
Mit großem Bedauern nimmt die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) die Fortführung des Abrisses von Denkmalen im Braunkohletagebau Garzweiler zur Kenntnis. Dass in der Abwägung der öffentlichen Interessen der Denkmalschutz trotz der erfolgten Energiewende und der wachsenden Sensibilität gegen die Umweltverschmutzung durch Kohlekraftwerke sich nicht durchsetzen konnte, ist eine vertane Chance. Auf der Grundlage der gewandelten politischen Rahmenbedingungen hätten sich Vorstand und Wissenschaftliche Kommission der Deutschen Stiftung Denkmalschutz gerade zu Beginn des Europäischen Kulturerbejahres 2018 eine mutige Neubewertung der Notwendigkeit der Zerstörung gewachsener Kulturlandschaften gewünscht. Das auch in diesem Jahr Kultur weiterhin scheinbar selbstverständlich zur Disposition steht, sieht die Stiftung als misslungenen Start in das Kulturerbejahr.

St. Lambertus 2017 - Johan Bakker
Foto: Johan Bakker - Eigenes Werk, Die ehemalige römisch-katholische Kirche
St. Lambertus im Immerath, CC-BY-SA 4.0


Am 8. Januar fiel der sogenannte Dom von Immerath, ein neoromanischer Bau des Kölner Architekten Erasmus Schüller von 1888-1891, spektakulär dem Abrissbagger zum Opfer. Der denkmalgeschützte Bau steht aber nur beispielhaft für zahlreiche einzigartige Baudenkmale in Deutschland, die immer wieder akut bedroht sind, sobald wirtschaftliche Überlegungen ins Feld geführt werden. Ihre Bedeutung für die Identität und das Heimatgefühl der Menschen in sich über Jahrhunderte entwickelnden Kulturlandschaften und Regionen bedarf dringend einer stärkeren Lobby.

Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz ist die größte private Initiative für Denkmalpflege in Deutschland. Sie setzt sich seit 1985 kreativ, fachlich fundiert und unabhängig für den Erhalt bedrohter Baudenkmale ein. Ihr ganzheitlicher Ansatz ist einzigartig und reicht von der Notfall-Rettung gefährdeter Denkmale, pädagogischen Schul- und Jugendprogrammen bis hin zur bundesweiten Aktion “Tag des offenen Denkmals”. Insgesamt konnte die Deutsche Stiftung Denkmalschutz dank der aktiven Mithilfe und Spenden von über 200.000 Förderern bereits über 5.000 Projekte mit mehr als einer halben Milliarde Euro in ganz Deutschland unterstützen.




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