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Prävention lohnt sich: Erhaltung des schriftlichen Kulturguts

Schriftliches Kulturgut erhalten: Unter dem Schwerpunktthema „Prävention lohnt“ unterstützt die Koordinierungsstelle für die Erhaltung des schriftlichen Kulturguts (KEK) dieses Jahr bundesweit 35 einjährige und fünf mehrjährige Modellprojekte zur Erhaltung des schriftlichen Kulturguts. Die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) und die Kulturstiftung der Länder (KSL) fördern die Bewahrung fragilen Schriftguts in Archiven und Bibliotheken mit rund 400.000 Euro.

Zwei Beispiele aus den diesjährigen Modellprojekten:
Zustands- und Schadenserfassung der Bestände der Historischen Bibliothek des Gymnasiums Arnoldinum

Von 1588 bis 1811 war das „Gymnasium Illustre“, auch genannt die „Hohe Schule“, die erste Universität Westfalens. Der Großteil der Buchbestände der Historischen Bibliothek des heutigen Gymnasiums Arnoldinum in Steinfurt stammt aus dem 16. und 17. Jahrhundert, insgesamt umfasst sie 1.880 Bände und über 2.600 Titel aus der gesamten Universitätszeit bis 1811. Darunter befinden sich drei mittelalterliche Handschriften, wie eine Abschrift des „Codex Iustinianus“ mit Buchmalereien und Goldverzierungen aus dem Jahr 1399, sie ist das älteste Buch der Bibliothek. Viele der Bücher sind noch in ihren Originaleinbänden vorhanden, teilweise lösen sich die Buchrücken. Zustand und Schäden der Buchbestände wurden bislang weder systematisch erfasst noch beschrieben – ein notwendiger Schritt, um den gesamten Bestand langfristig zu erhalten. Die KEK unterstützt das Gymnasium Arnoldinum bei der Zustands- und Schadenserfassung, auf Basis dieser Erfassung sollen weitere Maßnahmen geplant und Förderer gewonnen werden. Die historische Bibliothek soll zukünftig deutlich stärker ins Bewusstsein der Schule und der Stadt Steinfurt treten.

Bewahrung der Handbibliothek Theodor Fontanes

159 Bände, die Theodor Fontane (1819–1898) besessen und in denen er handschriftliche Notizen hinterlassen hat, werden im Theodor-Fontane-Archiv in Potsdam aufbewahrt. Fontanes Handbibliothek ist ein wichtiges Zeugnis seiner literarischen Arbeit, denn die Forschung zeigt, dass er Texte mithilfe von fremden Texten produzierte. In den vergangenen zwei Jahren wurde die Bände digitalisiert und ein Visualisierungstool zur vertiefenden Betrachtung entwickelt. Alters- und nutzungsbedingt weisen die Bücher Schäden auf, mit Unterstützung der KEK sollen die Buchrücken restauriert, Ecken gefestigt und die 159 Bände gereinigt und stabilisiert werden. Das Projekt verbindet die moderne Digitalisierung der Bände mit der langfristigen Sicherung der materiellen Objekte.

Weitere Projekte finden Sie auf der Modellprojektförderliste der Koordinierungsstelle für die Erhaltung des schriftlichen Kulturguts (KEK). Seit 2010 durch die KEK ausgeschrieben, fördern die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien
(BKM) und die Kulturstiftung der Länder jährlich unter wechselnden Schwerpunktthemen Modellprojekte, die schriftliches Kulturgut von historischer Bedeutung vor dem Zerfall bewahren.

Die Förderung der Modellprojekte trägt zur nachhaltigen Sicherung des schriftlichen Kulturguts in Archiven und Bibliotheken bei. Entscheidend für eine Förderung ist die Modellhaftigkeit der beantragten Projekte: Die Erfahrungen und Ergebnisse aus den Projekten zum Originalerhalt sollen als Good Practices für andere Projekte nutzbar und anwendbar sein.
Die umfassenden Maßnahmen der Projekte helfen, Schäden und Notfälle zu vermeiden und die Gefahren für schriftliche Originale zu minimieren. Die dauerhafte Sicherung der Originale bedarf langfristiger Konzepte zur fachgerechten Lagerung, Sicherung und Nutzung. Mithilfe von Schutzverpackungen und einer stabilen Umgebung können Schäden an Büchern, Akten und Plänen in Bibliotheken und Archiven vermieden werden. Handeln die Institutionen frühzeitig, beugen sie kostenintensiveren Restaurierungsmaßnahmen vor.

Die Koordinierungsstelle für die Erhaltung des schriftlichen Kulturguts (KEK)

wurde im August 2011 gegründet und wird von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) und der Kulturstiftung der Länder (KSL) gefördert. Seitdem werden über die KEK bundesweit Projekte im Bereich Originalerhalt unterstützt. Zudem fördert die KEK aktiv die spartenübergreifende Zusammenarbeit von Archiven und
Bibliotheken sowie den Aufbau von Infrastrukturen im Bereich Überlieferungssicherung. Insgesamt wurden über die KEK in den Förderlinien KEK-Modellprojektförderung und BKM-Sonderprogramm bisher rund 420 Projekte unterstützt und hierfür von BKM und KSL rund 7 Millionen Euro bereitgestellt.

Pressemitteilung vom 2. Juli 2019

Kontaktdaten
Hans-Georg Moek
Leiter Kommunikation
Tel +49 (0)30/89 36 35 29
presse@kulturstiftung.de

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