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Die Meyer-Villa in Leipzig. Restaurierung polychromer Wand- und Deckenmalereien

Bereits im Zuge der restauratorischen Befunduntersuchung wurden besonders im Treppenhaus der sogenannten „Meyer-Villa“ (ehemals im Eigentum des Herausgebers von Meyers Lexikon u. a.) in Leipzig unter neuzeitlichen Übermalungen neben hochwertigen Stein- und Holzimitationsmalereien in Bierlasurtechnik auch anspruchsvolle Wandbemalungen aus der Zeit der Erbauung um 1885 bis 1890 in Temperatechnik nachgewiesen.

Historie und allgemeine Angaben zum Gebäude
Bei dem Wohnhaus Käthe-Kollwitz-Straße 115 (ehemals Plagwitzer Straße 55) handelt es sich um eine zweieinhalbgeschossige Villa im Stile eines mediterranen Palazzo (Neo-Renaissance), die 1885 vom Leipziger Architekten Max Pommer (1847-1915) im Auftrage des bedeutenden Verlegers Herrmann Julius Meyer (1826 – 1909) am Elsterflutbett errichtet wurde.
 
Die Villa ist annähernd in Nord – Süd – Richtung orientiert. Die gegen die Ferdinand-Lassalle-Straße (Elsterflutbett) gerichtete Nordansicht weist einen vorspringenden Erker mit einem darüber errichteten Balkon, der ehemals mit einer Pergola überbaut war (Abb. 2) auf.
 
Die Westfassade grenzt unmittelbar an die Käthe-Kollwitz-Straße. Der Portikus mit dem Eingangstor befindet sich ausmittig im Bereich der Gebäudesüdseite schräg gegenüber dem Kutscherhaus. An der Ostseite befindet sich als eingeschossiger Anbau der ehemalige Wintergarten, der als Terrasse für das erste Obergeschoss genutzt werden so
 
Aufgrund der nichtdokumentierten Nutzung als Bürogebäude wurden in der jüngeren Vergangenheit im geringen Umfang zweckdienliche Umbauten und Veränderungen, nicht denkmalgerecht, durchgeführt. So wurden z. B. Bürolampen an den Stuckdecken angebracht und Trennwände in Räumen ohne Berücksichtigung der Stuckdecke eingezogen.
 
Im (sichtbaren) Originalzustand befanden sich weitgehend die bleiverglasten Fenster des Treppenhauses sowie Steinimitationsmalereien im unmittelbaren Eingangsbereich links und rechts des Aufganges in das Vestibül (Hochparterre). In den Räumen des Erd- und 1. Obergeschosses sind durch den späteren Einbau von Kohleöfen im Bereich der Fußböden und Durchbrüche Schäden entstanden.
 
In Bereichen des Kellers war das Mauerwerk, bzw. waren lokal die Deckenbalken der Zwischendecken durch Schwammbefall geschädigt. Ein Beginnen eines Befalls wurde ebenfalls an den Täfelungsresten im Erdgeschoss festgestellt. Das großzügig auskragende, flachgeneigte Dach mit breitem Gesimskasten war mit Schweißbahnen neuzeitlich gedeckt und an mehren Stellen undicht, wodurch an der Holzkonstruktion des Dachstuhles sowie an der Dachgeschossdecke Feuchteschäden aufgetreten sind. Ebenfalls stark in Mittleidenschaft gezogen war der großzügig in Öltechnik bemalte/ mehrschägig schablonierte Dachkasten.
 
Sämtliche ehemaligen und großteils noch erhaltenen  Ornamentmalereien aus der in den Räumen und insbesondere im Treppenhaus waren durch mehrfache Übermalung mit Latexfarbe überdeckt.
 

Fachbereiche

Lage - Käthe-Kollwitz-Straße 115, Leipzig, Deutschland

Käthe-Kollwitz-Straße 115, DE 04109 Leipzig - Sachsen, Deutschland


Restaurierung und Konservierung - Referenz




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