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Pariser Zimmer - Bildtapeten handgetruckt Firma Zuber-Rixhei

Restaurierung und Konservierung der handgetruckten Bildtapeten von der Firma Zuber-Rixheim (1813) im Pariser Zimmer

 
Schloss Weilburg, Raum Pariser Zimmer. Bereich Südflügel, 1540-45 von Balthasar Wolff unter Graf Philipp III. errichtet, bis 1700 erweitert.
Detailierte Zustandsangaben
Paris. Blick Paris. Blick
Restaurierung u. Konserv. Restaurierung u. Konserv.
Nordwand Nordwand
OBERFLÄCHENZUSTAND

DECKE

Die Deckenfläche wurde nach dem Umbau 1814 mehrmals überstrichen. Rißbildungen sind im gesamten Deckenbereich vorhanden. Durch statische Veränderungen während der Umbausituation sind im mittleren Bereich der Decke geringe Absenkungen vorhanden. Ober diesen Bereich wurde eine Mauer gesetzt.

WÄNDE

Die Tapeten zeigen lokale Abplatzungen, und Substanzgroßflächig der Zeit vor Bereich des aufstehende Malereibereiche verluste der Malerei, ausgeführte Retuschen aus 1940 hauptsächlich im Himmels.

SCHLUSSÜBERZUG

Ein zur Malerei gehörender Schlußüberzug konnte nicht festgestellt werden.

METALLAUFLAGEN

Sind im gesamten Wand- und Deckenbereich nicht vorhanden.

HEBUNGEN, BLASEN

Die letzten Restaurierungsmaßnahmen, so wie der natürliche Abbau der Bindemittel, bewirkten Abplatzungen im gesamten Bereich der historischen Tapeten.

ÜBERMALUNGEN UND RETUSCHEN

DECKE

Die Decke wurde mehrfach übermalt, die einzelnen Schichtenfolgen sind in der Voruntersuchung beschrieben.

WÄNDE

Die historischen Tapeten sind im Fondbereich (Himmel) durch Übermalungen und Wassereinwirkungen stark verändert. Der optische Eindruck ist negativ. Retuschen sind im Gesamtbereich der Tapeten vorhanden, die Lokalisierung ist in der Fotodokumentation,
Blatt Nr. 4/10 ablesbar. Fenster, Türen und Sockel sind mehrfach übermalt.

FARBWERTVERÄNDERUNGEN

Bei Überklebungen der Tapeten konnten keine Farbwertveränderungen im originalen Tapetenbereich festgestellt werden. Die in den 30er Jahren ausgeführten Retuschen haben sich verändert und setzen sich durch große Farbwertveränderungen vom originalen Umfeld ab.

BINDEMITTEL

Bindemittelanalysen ergaben Protein als tierischer Leim.

FARBAUFBAU

Die Tapeten wurden nach einer Grundierung, heller Farbwert, mit verschiedenen Farben durch Holzmodeldrucke belegt.

GRUNDIERUNG / IMPRÄGNIERUNG

Grundierungen konnten nicht festgestellt werden.

TRÄGER

1. STEIN:
Mischmauerwerk
Schiefergestein und Ziegelstein

2. PUTZ:
Putz ist nur im Deckenbereich vorhanden sowie im Kaminbereich - Kalkmörtelputz

Zusammensetzung:

Hoher Anteil an Kalk und Zusatz von Sand mittlerer Korngröße. Im Wandbereich unverputzte Flächen vorhanden (Blatt Nr.3)

ZUSTAND UND SCHÄDEN

1. STEIN:
Keine Schäden sichtbar

2. PUTZ:
Der Putz zeigt im Deckenbereich nur Risse und Absenkungen.

BEFALL:

Befall von Mikroorganismen wurden nicht festgestellt.

SPÄTERE ZUTATEN:

Seit dem Umbau von 1814 sind keine Zutaten festzustellen.
Restaurierungsmassnahmen
Paris. Blick Paris. Blick
Restaurierung u. Konserv. Restaurierung u. Konserv.
Nordwand Nordwand
OBERFLÄCHE, REINIGUNG:

DECKE:

An der Decke und dem Stuck des Kamins wurden die Leimfarbenübermalungen entfernt. Teilweise aufgetragene Kalkschichten wurden mechanisch abgenommen.

WÄNDE (TAPETEN):

Die Tapeten wurden mit Radierschwämmen (Wischup Akachemie) an den Stellen wo keine abstehenden und lose sitzenden Farbpartikel vorhanden waren gereinigt.

FARBSCHICHTFESTIGUNG

WAND:

Eine Festigung der Malerei war nur lokal notwendig, etwa 70% der erhaltenen Originalmalerei sitzt fest am Untergrund und brauchte nicht gefestigt zu werden (bezieht sich auf Malereibereiche, nicht im "Himmelbereich").
Die morbiden Bereiche, etwa 30% der Malerei, wurden mit 1%iger Tylose MH50 Lösung (60 Teile Methanol und 40 Teile H20) gefestigt. Das Festigungsmittel wurde anhand einer Versuchsreihe mit verschiedenen Festigungsmitteln ermittelt.

METHODE:

Festigung der Malerei von unten nach oben, in kleinen Flächen mit Haarpinsel aufgetragen. Abstehende Malerei wurde mit o.a. Lösung angesprüht und mit einem Tampon angedrückt.

PUTZERGÄNZUNG:

Wurde nicht ausgeführt - nur zusetzen von Rissen.

FARBSCHICHT, REINIGUNG UND REINIGUNGSMITTEL:

Entspricht den durchgeführten Arbeiten bei der OBERFL"CHE, REINIGUNG.

ERGÄNZUNGEN UND RETUSCHEN:

DECKE:

Die Decke und der dazu gehörende Kaminbereich wurde anhand der Originalbefunde mit Kalkkaseinfarbe rekonstruiert. Die Fassung erfolgte in drei Farbaufträgen. Die Vorbereitung und Durchführung dieser Arbeiten wurde schon in den Restaurierungsvorschlägen beschrieben.

TAPETEN:

Fehlstellen im Papierbereich der Tapeten wurden mit Papiermasse analog den Originalpapier ergänzt. Die Oberfläche wurde geglättet. Nach Trocknung dieser Fehlstellen wurden sie mit einer 1%igen Tylose MH 50 Lösung gefestigt. Fehlstellen im Bildbereich wurden ab der Größenordnung von 0,5 qcm in Tratteggiotechnik, lokal, farbig entsprechend dem Umfeld geschlossen. Fehlstellen unter 0,5 qcm Größe wurden lokal, dem Umfeldfarbwerten angepasst und geschlossen. Großflächig ausgeführte Retuschen aus der Zeit vor 1940 wurden in Tratteggiotechnik überarbeitet, um die ästhetische Gesamtwirkung der Tapeten nicht zu zerstören (Fondbereich Himmel).

FARBEN UND BINDEMITTEL:

Zur Retuschierung der Tapeten wurden Aquarellfarben der Fa. Schmincke und Talens (Niederlande) verwendet. Für bestimmte Farbtöne wurden mit Licht.und Kalkechten Pigmenten der Firma Schmincke in Verbindung mit dem Festigungsmittel gearbeitet. (Farben: Schwarz, Ocker, Chromoxydhydratgrün und Colinblau)

BEFESTIGUNG DER TAPETEN:

Lose hängende Tapetenbahnen wurden im Bereich der Nordostecke, Blatt Nr. 2/3 neu befestigt, um Faltenbildungen zu beseitigen. Weitere Befestigungen der Tapeten waren nicht notwendig.

Fachbereiche

Lage - Schloss Weilburg, Schloßplatz

Schloßplatz 3, DE 35781 Weilburg - Hessen, Deutschland

Mitwirkende

Restaurator: Koch, Peter, Restaurator - Suhl / Albrechts
Restaurator: Möller, Manfred, Dipl. Restaurator - Rohr in Thr.


Restaurierung und Konservierung - Referenz




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