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Schmalkalden, Südthüringen - Grünes Tor

Im Jahr 1993 wurde das traditionsreiche Renaissancehaus "Grünes Tor" in Schmalkalden, Südthüringen von den Restauratoren Familien Möller, Möller und Koch erworben, danach restauratorisch und konservatorisch bearbeitet und betreut. Es entstand ein Hotel- und Gästehaus mit reizvolles Ambiente, barocken Innenhof, Räumlichkeiten für Gäste sowie für Familien-, Gruppen- und Vereinsfeiern.

Gesamtkomplex

Der gesamte Gebäudekomplex Hotel Grünes Tor

Grünes Tor (benannt nach dem grünen Eingangstor)

Um 1580 wurde in Schmalkalden für Landgraf Wilhelm IV. von Hessen eine Residenz in der Mittelachse des damaligen Vieh- und Roßmarktes (Neumarkt) erbaut. Dieses Stadtpalais, heute Weidebrunner Gasse 12 - das "Grüne Tor"-, war Wahrzeichen des hessischen Besitzes an der Doppelherrschaft Schmalkalden. Die andere Hälfte gehörte den Grafen von Henneberg. Als diese 1583 ausstarben, fiel u. a. die ganze Stadt Schmalkalden an Hessen (bald darauf, 1585, begann man mit dem Bau des Neuen Schlosses, der Wilhelmsburg). Über mittelalterlichen Grundmauern wurde ein steinernes Erdgeschoß errichtet, darüber in Fachwerk weitere vier Geschosse. Im Kellergewölbe ist noch der historische Weinkeller des Landgrafen erhalten. Erhöht über diesem Weinkeller befanden sich die Empfangsräume des Landgrafen Wilhelm IV. mit der Badestube. Sie sind über einige Stufen von der Hofstube, der heutigen Eingangshalle, erreichbar. Hervorgehoben ist die Bedeutung dieser Repräsentationsräume durch wertvollste originale Wandmalereien der Renaissance, die erst im Zuge der Restaurierung des Hauses wiederentdeckt und freigelegt wurden: die Wand zu den Räumen des Landgrafen zur Hofstube zu ist mit Spruchbändern, Roll- und Beschlagwerk und figürlichen Darstellungen geschmückt. Darunter befinden sich sog. Trabanten in Landsknechtskostümen (einer davon mit Muskete), wie wir sie von gleicher Hand im nur wenig später ausgestalteten Schloß Wilhelmsburg wiederfinden. Eine weitere großartige Entdeckung während der Restaurierung des "Grünen Tors" war die Freilegung einer mehrfach überstrichenen Decke des heutigen "Goldenen Saals": auch die Allegorien der kunsthistorisch äußerst bedeutenden gefaßten Stukkaturen an der Decke des ehemaligen Festsaales im 2. Obergeschoß verweisen auf die Kasseler Hofkünstler, die dann auch im Schloß Wilhelmsburg tätig waren. Im "Grünen Tor" nahm der Landgraf solange selbst Aufenthalt, wenn er in Schmalkalden weilte. Hier gab er noch 1586 Empfänge, im "Goldenen Saal" für adelige Gäste und Ratsmitglieder, in der Hofstube (der Eingangshalle) für die Handwerksmeister. Nach Übernahme der Herrschaft in Schmalkalden durch Hessen und den Neubau des Schlosses entfiel die landesherrliche Funktion des Hauses. Im 17. Jahrhundert wurde es verkauft und dann in barocker Manier durch ein Hintergebäude erweitert. Der dadurch entstandene lnnenhof mit seinen umlaufenden Laubengängen bildet nach der aufwendigen und liebevollen Restaurierung des gesamten Anwesens seit 1994, eine überaus reizvolle Kulisse und ein romantisches Entrée für das Hotel "Grünes Tor".

Zimmer

Die Zimmer

Flur

Flurbereich



Restaurierung und Konservierung - Referenz




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