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Das Berufsbild des Restaurators: Tätigkeitsprofil und Ausbildung

Das Berufsbild des Restaurators wird vom Schutz des Kulturgutes geprägt, um geschichtliche Zeugnisse und somit unersetzliche Originale für nachfolgende Generationen zu wahren.

Die Tätigkeit des Restaurators besteht aus einer kritischen und methodisch-wissenschaftlichen Auseinandersetzung bezüglich des Kunst- und Kulturgutes. Somit gilt es, die Konsequenzen eines jeden Eingriffs frühzeitig abzuwägen. Diese Vorgehensweise ist stets konservatorischen und restauratorischen Maßnahmen vorauszusetzen. [1]
Das Berufsbild hat sich dahingehend gewandelt, dass die Spuren der Vergänglichkeit eines Objektes respektiert werden und infolgedessen dem Restaurator in erster Linie die Erhaltung übertragen wird.
Auf Basis der zu interpretierenden Untersuchungsergebnisse eines Objektes ist ein Konservierungs- bzw. Restaurierungskonzept anzufertigen. Die durchgeführten Maßnahmen werden dokumentiert, um die Nachvollziehbarkeit auch in Zukunft zu gewährleisten.
Die Entwicklung verantwortungsvoller Restaurierungsmethoden wird nunmehr durch zahlreiche naturwissenschaftliche Analysen ergänzt, was eine interdisziplinäre Zusammenarbeit erfordert. Doch nicht nur im Bereich der Naturwissenschaften bedarf es Kooperationen - ebenso auf dem Gebiet der Denkmalpflege, Kunstgeschichte und Architektur. [2a]

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(Präventive) Konservierung und Restaurierung - Eine Erläuterung


Die Konservierung hat zur Aufgabe, den weiteren Verfall von Kunst- und Kulturgut aufzuhalten. Neben der Durchführung von Maßnahmen direkt am Objekt zählen vorbeugende Maßnahmen dazu, wie z. B. die Überwachung der Objektsubstanz sowie die Steuerung von umgebenden Einflüssen. [3]
Im Speziellen befasst sich das Gebiet der Präventiven Konservierung mit derartigen Maßnahmen. Dazu zählen zu schaffende Bedingungen, die bereits im Vorfeld Schäden und den weiteren Verfall des Kunst- und Kulturgutes verhindern, wie etwa die Regulierung von Klima und Licht.
Die Restaurierung umfasst das direkte Tätigwerden am Kunst- und Kulturgut, um eine bessere Lesbarkeit herbeizuführen, indem ästhetische, historische und materielle Eigenschaften respektiert werden.

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Ausbildung


Der ursprünglich handwerklich-künstlerische Beruf hat sich in eine wissenschaftlich fundierte Disziplin gewandelt, was nicht zuletzt auf die geregelte Hochschulausbildung der letzten 25 Jahre zurückzuführen ist. Das Restaurierungsstudium bietet u. a. Lehrinhalte auf den Gebieten der Kunstgeschichte, Chemie, Physik und Mikrobiologie. Die Lehre von historischen Techniken und Materialien sowie die Konservierung und Restaurierung in Theorie und Praxis setzen handwerkliche Fähigkeiten und künstlerisches Einfühlungsvermögen voraus. [2a]
Um eine akademische Ausbildung als Restaurator aufnehmen zu können, bedarf es eines ein- oder mehrjährigen, studienbezogenen Praktikums in einer qualitativ geeigneten Restaurierungswerkstatt.
Die Bewerbung zum Studium setzt in der Regel den Nachweis des Vorpraktikums sowie die (Fach-) Hochschulreife voraus. Des Weiteren wird eine künstlerische Mappe verlangt, deren Anforderungen von Hochschule zu Hochschule unterschiedlich ausfallen. Nach Sichtung und Auswahl der geeigneten Bewerber findet eine Eignungsprüfung statt. Diese fordert Kenntnisse über Kunstgeschichte, Naturwissenschaften, Konservierung und Restaurierung. Ebenso werden die künstlerischen Fähigkeiten überprüft. [2b]

Der Beruf des Restaurators ist nicht geschützt. Dadurch gibt es verschiedene Ausbildungsmöglichkeiten, wobei der Verband der Restauratoren e. V. (www.restauratoren.de) das Ausbildungsniveau auf Hochschulebene befürwortet. Somit existiert neben dem Studium an einer Universität, Akademie oder Fachhochschule auch die Ausbildung an einer bayerischen Fachakademie zum "Staatlich geprüften Restaurator" (www.restaurierung-goering.de) sowie zum "Geprüften Restaurator im Handwerk" (www.restaurator-im-handwerk.de/index.htm) auf Basis einer vorausgehenden, handwerklichen Ausbildung. [4]

In Deutschland wird das Studienfach Restaurierung an neun Hochschulen gelehrt:
  Ergänzend für das deutschsprachige Gebiet werden im Folgenden die entsprechenden Hochschulen aus Österreich und der Schweiz aufgeführt: Das Studium bietet unterschiedliche Vertiefungsmöglichkeiten, die je nach Hochschule variieren. Dabei handelt es sich u. a. um Gemälde, gefasstes Holz, Möbel, Buch/ Papier, Textil, Wandmalerei, Stein, Metall, Glas, völkerkundliche bzw. archäologische Objekte, technisches Kulturgut sowie Film, Foto und Datenträger.

In Dresden, München und Stuttgart besteht darüber hinaus die Möglichkeit zur Promotion.

Bisher wurde das Studium nach 8-semestriger Regelstudienzeit mit dem Titel "Dipl.-Rest. (FH)/ (Uni.)" abgeschlossen. Bis 2010 sollen die international anerkannten Hochschulgrade Bachelor und Master an den deutschen Hochschulen eingeführt sein, um die Kompatibilität deutscher Studienabschlüsse zu verbessern und die europäischen Studienmöglichkeiten flexibler zu gestalten. Während des Umstellungsprozesses werden die Studienabschlüsse Diplom, Bachelor und Master parallel angeboten.

Die Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst in Hildesheim bietet als erste restauratorische Ausbildungsstätte seit dem Wintersemester 2004/05 den Bachelor-Studiengang "Präventive Konservierung" sowie den Master-Studiengang "Konservierung und Restaurierung" an. [2b]
 

Autorin

Silvia Behle (geb. Hellwig) M.A.
Restauratorin für gefasste Holzobjekte und Gemälde
 

Literatur- und Quellenverzeichnis

  1. Besch, Ulrike, München 2002
    Restauratoren Taschenbuch 2002, S. 16.
  2. Verband der Restauratoren e.V., Bonn 2006, Zugriff: 26.10.2009,
    a) www.restauratoren.de/index.php?id=75
    b) www.restauratoren.de/index.php?id=62
  3. European Confederation of Conservator-Restorers' Organisations, Brüssel 2007, Zugriff: 26.10.2009
    www.ecco-eu.org/...
  4. Agentur für Arbeit, Nürnberg 2006, Zugriff: 26.10.2009,
    www.arbeitsagentur.de/Dienststellen/...


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