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Wechmar, Rokokosaal und Nebenräume im Landhaus Studnitz

Untersuchung, Maßnahmekonzept, Sicherung, Konservierung und Restaurierung eines exemplarischen Bereiches (Musterachse) des Saales - Untersuchung, Maßnahmekonzept und Leitung der Gesamtrestaurierung des Landhauses

dipl.rest.(fh) stephan keilwerth
 
 



Rokokosaal
Rokokosaal
Endzustand
Endzustand

Zusammenfassung der Arbeiten

Die Decke des Rokokosaales im Landhaus Studnitz ist für den Ort Wechmar und die nähere Umgebung von großer künstlerischer und kultureller Bedeutung. Sie ist zwar durch den Verlust einiger Bereiche in ihrem Bestand reduziert, doch ihr Zustand ist relativ stabil. Das größte Problem ist die partielle Lösung der stuck- und malereitragenden Putze. Die Ursachen für diese Beschädigung liegen weniger in den Verbundeigenschaften zwischen Putz und Holzschale als vielmehr in äußeren Einflüssen wie der Destabilisierung der Dach- und Wandkonstruktion.
Die Schadensursachen, wie z.B. Verformungen durch Destabilisierung und Durchfeuchtung der Deckenschale durch undichte Dachabdeckungen, müssen über einen langen Zeitraum aktiv gewesen sein. Der Bestand ist jedoch seit den Sanierungsarbeiten im Jahre 1992 gesichert.
Die Decke besteht aus einer vom Dachstuhl getragenen Holzschale, auf der ein zweilagiger Kalk- Gipsputz aufgebracht ist. Der Putz wird durch ein Draht-Schilfrohrgeflecht armiert und mit Eisennägeln an der Holzschale gehalten. Auf dem Putz sind Stuckdekorationen als Antragstuck angebracht, die mit Eisennagelarmierungen versehen wurden. In der Mitte des Deckengewölbes befindet sich ein Seccogemälde, daß auf einem Kalk-Gipsputz aufgetragen wurde. An den Gewölbeecken sind von Stuckkartuschen umrahmte Seccogemälde ausgeführt. Diese erwecken den Anschein von nicht vollendeten Malereien. Sie bestehen nur aus schwarzen Konturlinien und grünblauen Schattierungen.
Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit der Restaurierung des gesamten Deckenbereichs. Das Hauptproblem bei der Bearbeitung der Decke ist die Festigung der gelockerten Bereiche der Putzschale. Hierzu wurden umfangreiche Untersuchungen vorgenommen. Diese beschäftigten sich mit Materialien, die in der Praxis als Hinterfüllmaterialien bei der Konsolidierung gelockerter Bereiche Verwendung finden. Im Zuge dieser Untersuchung wurden Mörtel hergestellt, die in ihrer Beschaffenheit dem Material der originalen Putze nahe kommen. Diese wurden in einer Versuchsreihe auf ihre Eigenschaften überprüft und mit anderen Hinterfüllmaterialien verglichen. Die Werte dieser Vergleichsmaterialien wurden einer Untersuchung entnommen, die vom Labor Ettl und Schuh vorgenommen und veröffentlicht wurde. Alle Untersuchungsergebnisse sind mit den Werten des Originalputzes verglichen worden.
Die Auswertung ließ den Schluß zu, daß ein Mörtel der Versuchsreihe, die auf Materialannäherung basiert, die besten Eigenschaften zeigte, um am Objekt zur Anwendung zu kommen. Die Versuche beinhalteten weiterhin die Schaffung einer Applikationsmethode, die es ermöglichte, das Hinterfüllmaterial punktuell und genau dosiert in die entsprechenden Bereiche zu bringen. Die angewendete Technologie arbeitet mit einer Armierung des Hinterfüllmaterials, mit der die Eintragsmenge reduziert werden konnte.
Durch die Armierung des Hinterfüllmaterials erhöhte sich dessen Haftfestigkeit. Die so erreichte Erhöhung der Haftung des Hinterfüllmaterials erlaubte die flächige Eingrenzung der Hinterfüllbereiche, es entstanden sogenannte Mörtelbrücken.
Die beschriebene Konsolidierungsmethode wurde im Bereich der Eckkartuschen und des Deckengemäldes erfolgreich ausgeführt. Sie zeigt bis zum jetzigen Zeitpunkt keine negative Beeinflussung der Originalsubstanz. Jedoch ist aus den Erfahrungen in der Praxis anzuraten, eine Kontrolle der bearbeiteten Bereiche nach einem längeren Zeitraum vorzunehmen.



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