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Theben, altägyptische Grabkammer des Neferhotep

Das unter der Leitung der Dipl. Rest. Susanne Brinkmann, Birte Graue und Christina Verbeek stehende Konservierungsprojekt PROCON TT 49 hat das Ziel, die vom Verfall bedrohte Grabkammer des Neferhotep (1350 v.Chr.) in Theben, "gypten zu konservieren.

Dipl. Restauratorin Christina Verbeek
 
 



Zusammenfassung

Das Konservierungsprojekt PROCON TT 49 hat das Ziel, die vom Verfall bedrohte Grabkammer des Neferhotep (TT 49) (1350 v.Chr.) in Theben, "gypten und ihre kunst- und kulturhistorisch bedeutende Ausstattung mit Wandmalereien, Reliefdarstellungen und Steinskulpturen zu erhalten. Nach Abschluss der Restaurierungsarbeiten soll die Grabkammer als wichtiges Zeugnis altägyptischer Kunst und Kultur kontrolliert für Besucher geöffnet werden.

Träger des Projektes ist die "gyptische Antikenverwaltung. Die Umsetzung vor Ort erfolgt durch ein Restauratorenteam unter der Leitung von drei deutschen Diplomrestauratorinnen und der Lokalverwaltung der "gyptischen Antikenverwaltung in Theben - unter Einbeziehung von Spezialisten und studentischer Mitarbeit.

Die Hauptaufgaben des Konservierungsprojektes sind die exakte schriftliche, graphische und photographische Dokumentation des Istzustandes der Grabkammer und ihrer Ausstattung, naturwissenschaftliche Untersuchung der verwendeten Malmaterialien, petrographische Untersuchungen des Gesteinmaterials und die Durchführung konservatorischer Maßnahmen. Zur Umsetzung des Aufgabenspektrums auf höchstem wissenschaftlichen Niveau ist die interdisziplinäre Zusammenarbeit von Restauratoren, Naturwissenschaftlern, Archäologen und "gyptologen unerlässlich. Die Ergebnisse des Konservierungsprojektes sollen durch Vorträge, Veröffentlichungen in Fachzeitschriften und insbesondere durch die kontrollierte /ffnung der Grabanlage für Besucher dem interessierten Publikum zugänglich gemacht werden. Durch die umfangreiche wissenschaftliche Untersuchung, Erforschung und Konservierung der Grabkammer des Neferhotep soll ein wichtiger Beitrag zur Vertiefung der Kenntnis und dem Erhalt altägyptischer Kunst und Kultur geleistet werden.


Das Projekt PROCON TT 49

Das Konservierungsprojekt PROCON TT49 geht aus der internationalen und interdisziplinären Zusammenarbeit deutscher Diplom-Restauratoren und argentinischer "gyptologen und Archäologen der Universität Tucuman mit Unterstützung der "gyptischen Antikenverwaltung hervor. Gemeinsam arbeiten sie in Theben an der wissenschaftlichen Erschließung und an dem Erhalt der vom Verfall bedrohten altägyptischen Grabkammer des Neferhotep.

Das Projekt hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Grabkammer des Neferhotep zu konservieren und für einen kontrollierten Tourismus zu öffnen. Seit 1999 finden jährliche, einmonatige Vorbereitungsphasen statt, dabei sind Untersuchungen und Testreihen durchgeführt worden. Basierend auf den gesammelten Informationen, Erfahrungen und Untersuchungen wurde ein speziell auf die Grabkammer abgestimmtes, detailliertes Konservierungskonzept ausgearbeitet. Das Objekt und die Maßnahmen sollen anhand von Berichten und Publikationen dokumentiert und der /ffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Des weiteren kann das Projekt einen Beitrag zur Ausbildung ägyptischer Restauratoren und zum Forschungsstand über die Restaurierung und Konservierung altägyptischer Grabanlagen leisten. Zur Gewährleistung höchster Qualität bei der Untersuchung, Erforschung und Restaurierung der wertvollen Grabanlagen soll auf dem neuesten Wissensstand unter Anwendung moderner Technologien gearbeitet werden. Dazu ist ein interdisziplinärer und internationaler Fachaustausch unerlässlich.

Die Leitung der Konservierung und technologischen Untersuchung der Grabkammer und ihrer reichen Ausstattung mit Reliefdarstellungen, Skulpturen und Wandmalereien haben die deutschen Restauratorinnen Dipl. Rest. Susanne Brinkmann, Dipl. Rest. Birte Graue und Dipl. Rest. Christina Verbeek übernommen. Die drei Restauratorinnen sind Absolventinnen des Studiengangs Konservierung und Restaurierung von Kunst und Kulturgut der Fachhochschule Köln. Sie haben sich auf dem Gebiet der Restaurierung von Wandmalerei und Objekten aus Stein spezialisiert. Die Arbeiten sollen in enger Zusammenarbeit mit der "gyptischen Antikenverwaltung unter Mitwirkung u.a. von Studenten der Fachhochschule Köln erfolgen. Experten sollen durch die Bearbeitung spezifischer Fragestellungen miteinbezogen werden.


Die Grabkammer des Neferhotep

Das Felsengrab des Neferhotep (TT 49) befindet sich in Theben im Tal der Beamten, zwischen dem Tal der Könige und dem Tal der Königinnen gelegen. Es wurde Ende des 18. Jahrhunderts durch europäische Wissenschaftler entdeckt. In den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts fand eine umfangreiche Aufnahme durch eine Mission des Metropolitan Museums, New York statt. Ab 1950 war das Grab für Touristen zugänglich, bis es Mitte der 70er Jahre aufgrund des schlechten Erhaltungszustands von der ägyptischen Antikenverwaltung geschlossen wurde. Restauratoren unternahmen in der Folgezeit vereinzelte Versuche, die Wandmalereien zu reinigen, wobei die Reinigungsergebnisse jedoch mit Verlusten an Originalsubstanz einhergingen.

Die Grabkammer, vor der ein großer, rechteckiger Vorhof angelegt ist, wurde direkt in den Felshang gearbeitet. Die Fassade sowie der Eingangsbereich sind mit feinen Reliefs verziert. Ebenerdig tritt man hinein in den ersten Raum, das ca. 11 m breite und 3 m tiefe Vestibül, dessen verputzte Wände und Decken reich mit Malerei ausgestattet sind. Von dort aus gelangt man in den ca. 7 m langen und 6 m breiten Vierpfeilersaal ? auch dieser ist reich dekoriert. Von besonderer Bedeutung ist hier die einzige zeitgenössische Darstellung des Tempels von Karnak . Die Stirnseite des Saales bildet eine Nische mit überlebensgroßen Skulpturen des Neferhotep und seiner Frau Merit Re.


Zielsetzung des Projektes

Zielsetzung des vorgestellten Projektes soll es sein, das Grab des Neferhotep als Bestandteil der Nekropole Theben und somit als wertvolles und bedeutendes Weltkulturerbe mit seiner reichen Ausstattung an Wandmalerei und Skulpturen sowie seiner architektonischen Gesamtstruktur zu erforschen, zu sichern und zu erhalten. Die Möglichkeit einer internationalen und interdisziplinären Zusammenarbeit zwischen Fachleuten und Wissenschaftlern aus "gypten, Argentinien und Deutschland soll hier produktiv genutzt werden.


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