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London, Keilschrifttäfelchen

Konservierung eines extrem fragmentierten Keilschrifttäfelchens aus Ton. Arbeit ausgeführt am British Museum, London.

Rainer Geschke
 
 



Konservierung eines stark fragmentierten ungebrannten Keilschrifttäfelchens

Das Objekt wurde stark fragmentiert vorgefunden. Der Grund für den Zustand des Täfelchens findet sich in dem Gehalt an löslichen Salzen, den Objekte dieser Art und Provenienz normalerweise haben, und der in Mitteleuropäischen Klimaten mit schwankender relativer Luftfeuchte schwere Schäden, bis hin zur totalen Disintegration verursachen können. Die beste Abhilfe ist Vorbeugung, und zwar solcherart, dass man diese Objekte in stabiler Luftfeuchte aufbewahrt.
Der wichtigste Aspekt eines solchen Täfelchens ist die Beschriftung, und die galt es hier hauptsächlich zu sichern, bzw. wieder lesbar zu machen.
Das Objekt hatte sich wie die Seiten eines Buches horizontal und auch vertikal aufgespalten. Die losen Fragmente waren zudem durch Erschütterungen leicht durcheinandergeraten.
Als erstes wurden die losen oberflächlichen Fragmente aus der Box genommen, und soweit möglich in originale Anordnung zurückgeführt, stabilisiert und geklebt mit Acrylharz in Azeton. Dasselbe wurde an dem darunterliegenden Kern des Objektes vorgenommen, dies allerdings ohne Herausnahme dessen aus der Box.
Um an die Unterseite des Objektes heranzukommen, wurde eine Lage isolierender PE-Folie über das Objekt in seiner Schachtel gebreitet, dann wurde darauf eine Lage Gips gegossen. Diese diente nach erfolgter Aushärtung als Kissen, auf das das Objekt gedreht wurde und auf dem es dann sicher lagerte. Die Schachtel wurde entfernt, ebenso wie die Lage Baumwolle, die der Polsterung diente und die an der Unterseite des Objektes festklebte. Nach einer leichten und sehr vorsichtigen Reinigung wurde auch die Unterseite in der schon beschriebenen Weise stabilisiert. Danach wurde wiederum eine Lage PE-Folie, diesmal über die Unterseite des Objektes, gelegt. Das ganze Arrangement wurde dann, Gips-Kissen nach oben, in eine Sand-Box gelegt um an der Oberseite weiterarbeiten zu können, ohne die Unterseite der Gefahr einer Beschädigung auszusetzen. Das Gips-Kissen wurde mitsamt Folie abgenommen, um dann die Schriftfragmente, die zu Anfang separat behandelt worden waren, wieder anzubringen. Auch hier kam Acrylharz zum Einsatz. Zuletzt wurden Lücken, Risse und Hohlräume soweit nötig gefüllt mit einer Paste aus Acrylharz, Mikrohohlglaskugeln und Azeton.


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