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Köln, Dom zu Köln, Marienportal

Dom zu Köln, Marienportal (Hauptportal), Tympanon, Relief aus französischen Kalkstein

Peter Mirgartz
 
 



Allgemein:

Die Konservierungsmaßnahme wurde von der Firma Georg Maul (Köln) durchgeführt, für die ich zu diesem Zeitraum als festangestellter Restaurator tätig war. Die Restaurierungsarbeiten am Tympanonfeld des Marienportals begannen 2003 und wurden im August 2005 abgeschlossen. Ich war über die Zeit der mehrmonatigen jährlichen Kampagnen im Wechsel mit Restauratorenkollegen an den Maßnahmen beteiligt. Zu meinen Aufgaben gehörte neben der eigentlichen Durchführung der Laserreinigung die Einführung in die Handhabe der Lasertechnik für unerfahrene Kollegen und Sicherheitsfragen. Für die letzte Phase (2005) oblag mir die Leitung und Koordinierung der Baustelle.


Restaurierungsmaßnahmen im Überblick:

Auf der Oberfläche der Reliefs haben sich im Laufe von ca. 125 Jahren nach ihrer Entstehung schwarze Krusten gebildet, ein Umwandlungsprodukt von Calciumcarbonat zu Calciumsulfat (Gips). Die entstandene Gipskruste bildet eine Dampfdiffusionssperre, die unter der Kruste im Steingefüge zu feinen Rissen führte.
Bei dieser Maßnahme wurden zuerst die aufliegenden Schmutzschichten, vor allem Taubenkot, trocken abgenommen, danach erfolgte eine Vorreinigung mit dem Heißdampfgerät und schließlich die Endreinigung mit Hilfe des Lasers.
Die durchgeführte Reinigung der Reliefs im Tympanonfeld dient der konservatorischen Wiederherstellung des Bestandes mit dem Effekt einer optischen Verbesserung des Gesamteindruckes.


Spezifikationen zur Laserreinigung:

Zum Einsatz kam ein Festkörperlaser, Typ Nd:YAG, Wellenlänge im nah-infrarot Bereich (1064nm).
Bei der Laserreinigung mit dem Nd:YAG Laser werden die unterschiedlichen physikalischen Eigenschaften, die die schwarzen Gipskrusten im Verhältnis zum hellen Kalkstein bezüglich dieser spezifischen Laserenergie aufweisen, genutzt. Die dunklen Gipskrusten absorbieren die eingebrachten Energiepulse extrem wohingegen der helle Kalkstein die Laserstrahlung reflektiert. Damit ist das Verfahren -Üselbststeuernd-Ü, d. h. die Strahlungsenergie wird nur dort wirksam, wo dunkle Krusten vorliegen, auf der ursprünglich hellen Steinoberfläche bleibt die Laserstrahlung wirkungslos. Bei der Wirkungsweise handelt es sich um eine thermo-physikalische Reaktion. Durch den Beschuss mit hoher Energiedichte und zugleich extrem kurzer Pulsdauer im Nanosekundenbereich werden die Schmutzpartikel abgesprengt und verdampft.
Das Reinigungsverfahren mit Laserstrahlen hat gegenüber anderen Methoden den entscheidenden Vorteil, dass die originale Steinoberfläche mit allen ursprünglichen Bearbeitungsspuren unberührt bleibt. Durch das schonende Abtragen der Krusten
mit dem Reinigungslaser trat die feinteilige Oberflächenbearbeitung der
Reliefs wieder zum Vorschein. Die jetzt sichtbaren Bearbeitungsspuren belegen
die Verwendung verschiedenster Bildhauerwerkzeuge. Nachzuweisen ist der Einsatz
von Flacheisen, Zahneisen und Rundeisen, Raspeln, Schabwerkzeugen und
Bohrern für das Vortreiben tiefer Ausarbeitungen. Zusammen mit dem Tympanon
wurde auch der Baldachin über der Marienfigur gereinigt. Nach der Befreiung
von der schwarzen Schmutzkruste war zu erkennen, daß dieser mit seinen
feinen Details zu den kostbarsten Steinmetzarbeiten des 19. Jahrhunderts gehört.


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