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Denkmal / Restaurierungskonzept / denkmalpflegerische Zielstellung

Unter Denkmalschutz stand bis 1990 lediglich das Querhaus. Dieses war über die Jahre hinweg der originärste Komplex des Baus geblieben. Erst mit der Übernahme des Baus und des gesamten Areals durch ein Berliner Architekturbüro und dessen intensivem Engagement für das nahezu in seinem hohen kulturhistorischen Wert vergessene Objekt, konnte das gesamte ehemalige Vorwerk als Ensemble in die Denkmalliste aufgenommen werden.

Seine Denkmaleigenschaften sind höchst komplex. Die Denkmalwerte beziehen sich auf dessen hohen kunst- und architekturhistorischen Rang. Aber auch regional- und agrarhistorisch, kulturhistorisch und natürlich nicht zuletzt als in seiner Urheberschaft als höchst prominent zu bezeichnendes Gebilde, ist dessen Schutzwürdigkeit unzweifelhaft.

Anfang der 1990er Jahre kam es zur Gründung eines Fördervereins für den Erhalt und die Nutzung des Molkenhauses und zu ersten baulichen Maßnahmen zum Schutz und Erhalt des Objektes. Bis Mitte der 90er erfolgten Bestandsaufnahme, umfassende Sicherungsmaßnahmen am Objekt und erste Instandsetzungen. Es folgten ausführliche Rückbaumaßnahmen - wo es eindeutig möglich war- auf bauzeitlichen Zustand. Sowohl im Außen- als auch im Innenbereich. wird mit der Sichtbarmachung bzw. Wiederherstellung der bauzeitlichen Beschaffenheit begonnen.

Für die Durchführung von Rückbaumaßnahmen spricht nicht zuletzt die Prominenz des Architekten Schinkel. Als Frühwerk mit herausragenden Qualitäten zu bewerten, in seiner Einzigartigkeit und auch als regionale Einzelerscheinung ist es unbedingt so weit wie möglich wieder an den originalen Zustand anzunähern.

Alle durch überlieferte Schriftzeugnisse, Zeichnungen, etc. oder aber anhand der Bausubstanz nicht eindeutig als bauzeitlich zu datierendes Material, ist nach den entwickelten denkmalpflegerischen und architektonischen Prämissen als solches nachvollziehbar zu gestalten.

Das heißt auch, daß neue Zutaten keinen rekonstruktiven Charakter haben sollen, sondern als moderne Ergänzung erfahrbar sein sollen. Moderne Zutaten sollen hierbei nicht als „Kontrastprogramm“ dem Denkmal angefügt oder integriert werden, sondern unter Beachtung ästhetisch- optischer Werte harmonisch angegliedert sein. Alles, was modern angefügt ist, hat sich dem Zustand des Bestandes unterzuordnen, sich seinen Maßgaben, z.B. Farbe und Material betreffend, unterzuordnen.

Der Erhalt und die Ablesbarkeit baugeschichtlicher Spuren sollen dabei aber ebenfalls richtungsweisend für die Sanierungs- und Restaurierungsvorhaben sein.

Als geschütztes Ensemble betreffen diese Zielstellungen nicht allein das bisher nahezu einzig mit denkmalpflegerischer und kultureller Fürsorge bedachte Gebäude des Molkenhauses. Diese Maßgaben sollen zukünftig auch am gesamten ehemaligen Vorwerk, mit seinen ursprünglich gestalteten Freiflächen, als auch den dazugehörigen Nutzbauten realisiert werden.


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Dipl. Designer / Restaurator, Rolf Möller
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