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Baubeschreibung / Konstruktion und statisches System

Der Grundriss des Außenbaus des Turmes ist ein Oktogon von vier Metern im Durchmesser. Die äußeren Eckpunkte bestehen aus acht Säulen, die aus jeweils drei- Meter- Stücken zusammengesetzt sind. In deren Nuten sind die einzelnen Plattenwände eingeschoben und verbleit. Die Platten sind teils mit Inschriften, Wappen, Medaillons in Porträtform und farbigen, vergoldeten Fassungen versehen.

Diese äußere Konstruktion des Oktogon, zusammen mit den Ringankern in jeder Etage, den Zugstabausfachungen, welche die Innenstützen verbinden, einschließlich der Druckbögen zwischen den Innenstützen und die drei Plattformen bilden das statische Hauptsystem der Konstruktion. Vertikallasten, Horizontallasten, einschließlich der Stabilisierungslasten werden durch diese System abgeleitet. Nur die Außenstützen sind durch Zugstangen im 8 Meter tief gegründeten Fundament verankert. Der Querschnitt des gesamten Turms wird mittels der Druckbögen und der Zugstabausfachung zwischen innen- und Außenbau fixiert. Die Plattformbeläge, Geländerholme und Ringanker fungieren lastübertragend und stabilisierend.
Im Innern befindet sich die gewendelte Treppe von 120 Stufen. Die Säulen der Treppenkonstruktion sind mit den äußeren Säulen verstrebt und verankert. Der gesamte Treppenturm ist aus Einzelteilen zusammengesteckt. Die Vertikallasten aus der Treppe und dem Turmaufbau einschließlich der Anteile der oberen Plattformlasten werden durch das Treppensystem abgeleitet.
Die Dachkonstruktion, welche die obere Plattform bekrönt ist ebenfalls aus zwei miteinander verstrebten Oktogonen gebildet. Diese flach ansteigende Dachhaube ist mit Holz beplankt.
Die Elemente der drei Aussichtsplattformen sind aus Einzelstücken gefertigt und ebenfalls im Steckzaunprinzip miteinander und der übrigen Konstruktion verbunden. Die gesamte Höhe des Turmes beträgt 28 Meter. Drei Aussichtsplattformen in den Höhen 12, 18 und 24 Metern sind von der Spindeltreppe aus zu erreichen.
Mit großer Wahrscheinlichkeit kannten Konstrukteure und Erbauer das drei Jahre vorher bei der Weltausstellung in London von Paxton errichtete Konstruktionssystem des Kristallpalastes. Hier wurde solch ein Stecksystem aus Gusselementen erstmalig in dieser Größenordnung realisiert.
Quelle:
Semesterarbeit, FH Anhalt - Der gusseiserne Turm in Löbau
Wilma Rambow, Leipzig, Masterstudiengang Denkmalpflege, Semester: 2
Betreuender Hochschullehrer: Prof. K. Kozel

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