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Die Gießerei / Materialkenntnis im 19. Jh.

Das 1788 gegründete Eisenwerk mit Eisenhammer und Schmelzofen zum Verhütten des lokalen Raseneisensteins im Lausitzer Örtchen Bernsdorf wird mit dem Guss des Löbauer Turmes beauftragt. Die ursprünglichen Gießereigebäude der "Gießereimaschinenbau GmbH" bestehen heute nicht mehr, sie wurden in den frühen 90ern neu errichtet.

Die Lausitz zählt für die Metallgewinnung zu den traditionellen Regionen Deutschland. Eine Vielzahl an Gießereibetrieben entstand hier besonders im 19. Jahrhundert. Das liegt nicht zuletzt an den örtlichen Erzvorkommen. Bis um die Mitte des 19. Jahrhunderts wurde hier noch viel Metall aus dem regionalen Raseneisenstein gegossen. Um 1850 wird jedoch bereits auch hier Erz als Rohstoff für die Metallgewinnung genutzt worden sein. Der aus Raseneisenstein erzeugte Guss wird in seiner Qualität den Ansprüchen an Materialeigenschaften, den Funktionen, denen Gusselemente nun zukamen, nicht mehr genügt haben. (3) Wenn man auch in dieser Region in der Metallherstellung konkurrenzfähig sein wollte, musste man sich den allgemeinen Entwicklungen in der Metallbranche in Deutschland anpassen. Bereits Anfang der 1850er Jahre produziert z. B. Firma Krupp hochwertige Eisenprodukte.

Materialkenntnis im 19. Jh.

Das bauphysikalische Verhalten des Materials wurde erst im 19. Jahrhundert beginnend erforscht. Eine erste schriftliche Konstruktionsmethode für Guss wurde von Barge 1800 erstellt. Biegeversuche und Tests zur Zugfestigkeit wurden um 1830 durchgeführt. (4)
Auch Kenntnisse über die Geschwindigkeit der Abkühlung und deren Auswirkung auf das physikalische Verhalten waren noch im Anfangsstadium der Verbreitung. Somit ist auch der Entwurf und die gelungene Errichtung des Turmes in Löbau als bautechnisch und bauphysikalisch bestandenes Experiment der Zeit zu deuten.


(3) Diese Annahme bestätigte sich auch in Gespräch mit dem Geschäftsführer der Gießereimaschinen GmbH
(4) Alex, Jörg. S. 9.
Quelle:
Semesterarbeit, FH Anhalt - Der gusseiserne Turm in Löbau
Wilma Rambow, Leipzig, Masterstudiengang Denkmalpflege, Semester: 2
Betreuender Hochschullehrer: Prof. K. Kozel

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