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Geschichtlicher Hintergrund - Die Idee vom Turm in Löbau

Die Errichtung eines Aussichtsturmes auf dem nahe der Lausitzer Kleinstadt Löbau gelegenen Berg ist das Ergebnis bürgerlicher Initiative gewesen. Am Anfang soll es das schlichte Vermissen einer Lokalität, eines Ziel- und Aussichtsortes auf dem Löbauer Berg gewesen sein, was erstmals ein Bürger der Stadt nach einer Wanderung 1850 bemerkt und als Diskussionsgegenstand publik macht.

Der gusseiserne Turm in Löbau - von Peter Emrich

Die anfängliche Idee wird erst wieder 1853aufgegriffen. Inzwischen bildete sich eine Interessengemeinschaft von Bürgern, die ihr Anliegen im Stadtrat vorbrachte. Ein Bäckermeister der Stadt, Friedrich August Bretschneider übernimmt kurzerhand die Verantwortung für das Projekt, d.h. er erklärt, dass er die Finanzierung der Errichtung eines Aussichtsturmes finanzieren wird. Für heutige Bergriffe ein individualistisches, utopisches Unterfangen, was die Aura einer Selbstüberschätzung um sich trägt. Dem Zeitgeist entsprechend, ist diese Entscheidung jedoch als tugendhaft- bürgerliches Engagement höchster Güte zu deuten, die u. a. auch Dinge wie die Liebe zur heimatlichen Natur, Förderung des Ansehens seiner angestammten Region usw. implizierte. Von Bretschneider soll der Ausspruch ,Je weiter der Blick- desto freier das Herz-Ü stammen, was das Ansinnen einer solchen Tat erklären kann. Bretschneider kommt in Besitz des städtischen Grundes- er ist bis 15 Jahre nach dessen Errichtung Besitzer von Grundstück und Turm- so die vertraglichen Festsetzungen zwischen ihm und der Stadt.
Vermutlich ließ auch die Errichtung eines steinernen Aussichtsturmes im Jahre 1850 in einem nahe gelegenen Ort die Löbauer Bürger neidvoll nach einem ähnlichen Projekt streben. Ein wichtiger Grund, warum gerade in dieser Region ein Turm aus Gusseisen errichtet wurde, war die traditionelle Vielzahl von Gießereien in der Gegend der Lausitz und benachbartem Erzgebirge. Dies rührte nicht zuletzt aus den ansässigen Erzvorkommen her. Die Region war ein Zentrum des Gießereihandwerks. Entsprechende Qualität durch erfahrene Fachleute, Handwerker und Metallgestalter war von hiesigen Giessereien zu erwarten. Die ebenfalls in der Lausitz gelegene Gießerei Lauchhammer gilt als erste Kunstgießerei in deutschem Raum.
Quelle:
Semesterarbeit, FH Anhalt - Der gusseiserne Turm in Löbau
Wilma Rambow, Leipzig, Masterstudiengang Denkmalpflege, Semester: 2
Betreuender Hochschullehrer: Prof. K. Kozel

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