Kunsttransport und Kunstlogistik

Der professionelle Transport von Kunstwerken

Soll ein Kunstwerk für eine Ausstellung zur Verfügung gestellt werden, stellt sich die Aufgabe, es schadenfrei zu transportieren.
Nachfolgend wird der idealtypische Prozess für den Transport eines besonders wertvollen Kunstwerks beschrieben. Im Einzelnen entscheiden jedoch oft auch Budget und pragmatische Abwägungen darüber, welche dieser Maßnahmen tatsächlich umgesetzt werden können und müssen.

 

Befindet sich das Werk in einem Museum oder einer Sammlung, beginnt der Prozess mit einer Anfrage an die entsprechende Institution. Die Entscheidung über die Herausgabe wird unter Berücksichtigung mehrerer Faktoren gestellt: Zustand und Wert des Objektes, Verleihdauer, das gewählte Transportmittel und nicht zuletzt die Ausstellungsbedingungen, etwa das Vorhandensein der notwendigen Infrastruktur vor Ort. Anschließend werden in einem formellen Vertrag die Bedingungen festgelegt, unter denen der Verleih erfolgen soll – etwa die Versicherung und Zollformalitäten oder der Einsatz eines Kuriers (s.u.).

Was beinhaltet die Versicherung eines zu transportierenden Werkes?

Für den Transport von Kunstwerken existieren verschiedene Versicherungsmodelle – idealerweise ist das Werk „von Nagel zu Nagel“ versichert, also ab dem Zeitpunkt der Abnahme in der Geberinstitution über Verpackung und Transport bis zur fertigen Installation am Zielort. Über die Höhe der Versicherungspolice entscheiden – als wichtigsten Faktor – der Wert des Werkes, außerdem der gewählte Transportweg und einige andere Voraussetzungen. Werden bestimmte Bereiche durch eine Versicherung nicht ausreichend abgedeckt, können zusätzliche, sogenannte subsidiäre Versicherungen abgeschlossen werden.

Dokumentation

Um im Schadensfall zweifelsfrei herausfinden zu können, wer haftbar gemacht werden kann, muss der Zustand des Werkes an möglichst vielen Punkten des Transports, mindestens aber vor Beginn und unmittelbar nach Ankunft am Zielort durch geschulte Mitarbeiter (etwa Restauratoren oder Kunsthistoriker) untersucht und dokumentiert werden. Üblicherweise wird durch die verleihende Institution im Vorfeld ein Zustandsreport erstellt, der eventuell bereits vorhandene Schäden schriftlich und fotografisch dokumentiert.

Verpackung

Je nach Größe und Wert des Werkes und den Transportbedingungen existieren verschiedene Möglichkeiten, es zu verpacken. Robuste Werke können einfach in Luftpolsterfolie eingeschlagen werden, optional mit Ecken und Leisten aus Styrofoam, z.B. um die Kanten von Gemälden zu schützen. Für mehr Schutz sorgt die zusätzliche Umhüllung mit Karton oder der Bau einer maßgefertigten Transportkiste aus Holz. Ist das Werk ungewöhnlich geformt, ist es in einer Tape-Kiste gut aufgehoben, einer feuerfesten Kiste aus Leichtmetall, in dessen Inneren sich Schaumstoff mit einer Vertiefung exakt in der Form des Stückes befindet. Für kleine Objekte existieren diese Kisten auch mit Handgriff als Koffer. Auch für größere Werke lassen sich solche Koffer oder Kisten anfertigen; hier werden außerdem auf die jeweilige Form zugeschnittene Gerüste aus Bauholz angefertigt, die es in der Kiste fixieren und den geringstmöglichen Kontakt mit den Kistenwänden gewährleisten. Manche Transportunternehmen stellen spezielle Klimakisten bereit, die das Werk vor Schwankungen der Temperatur und Luftfeuchtigkeit schützen und zum Teil sogar feuerfest sind.

Wann müssen die Bedingungen für Zoll beachtet werden?

Viele Länder stellen bei Ein- oder Ausfuhr von Kunstwerken zollrechtliche Ansprüche. Innerhalb des Schengen-Raums ist der Transport in den allermeisten Fällen ohne Weiteres möglich; wird ein innerhalb der EU befindliches Werk jedoch in ein nicht zum Schengen-Raum gehörendes Land ausgefahren oder umgekehrt, müssen auch hier die entsprechenden Formalitäten beachtet werden. Professionelle Kunsttransportunternehmen übernehmen häufig auch deren Abwicklung; verantwortlich für korrekte und vollständige Angaben ist aber natürlich der Auftraggeber.

Welche Transportmittel existieren?

Für weite Strecken, über mehrere Kontinente hinweg, kann das Objekt mit dem Flugzeug oder per Schiffscontainer versendet werden. Beides ist allerdings recht riskant, da das Objekt zwischenzeitlich in die Hände ungeschulten Frachtpersonals gegeben werden muss – sicherer ist der Transport in einem Wagen eines Kunsttransportunternehmens, das oft über einen ganzen Fuhrpark speziell angepasster Fahrzeuge verfügt.

Welche Anforderungen bestehen an das Fahrzeug?

Die Transportfahrzeuge professioneller Kunsttransportunternehmen verfügen über eine Reihe technischer Vorrichtungen, um zu gewährleisten, dass das Werk während der Fahrt optimal geschützt ist. Wichtig sind zum Beispiel die pneumatische Federung der Achsen (um Erschütterungen zu minimieren), Sensoren für Temperatur und Feuchtigkeit, Alarmsysteme gegen Diebstahl und Standheizung. Zudem ist das Personal geschult darin, die verpackten Werke korrekt zu tragen und sicher auf der Ladefläche zu fixieren.

Wie funktioniert die Begleitung durch einen Kurier?

Bei sehr wertvollen Werken begleitet mitunter ein Kurier den Transport zum Teil oder komplett, um Gefahren erkennen und abwenden zu können. Diese Person kann ein Vertreter der ausleihenden Institution oder des Transportunternehmens sein. Kleinere Werke können durch sie z.B. im Handgepäck eines Flugzeugs transportiert werden; oder sie begleitet die Fahrt im Transportfahrzeug.

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