Kunsttransport und Kunstlogistik

Der professionelle Transport von Kunstwerken

Soll ein Kunstwerk für eine Ausstellung zur Verfügung gestellt werden, stellt sich die Aufgabe, es schadenfrei zu transportieren.
Nachfolgend wird der idealtypische Prozess für den Transport eines besonders wertvollen Kunstwerks beschrieben. Im Einzelnen entscheiden jedoch oft auch Budget und pragmatische Abwägungen darüber, welche dieser Maßnahmen tatsächlich umgesetzt werden können und müssen.

  1. Die Logistik für einen sicheren Transport
  2. Schutz und Versicherung von Kunst- und Kulturgut
  3. Sichere Transportkisten und Verpackungen
  4. Transportmittel und Fahrzeuge
  5. Zoll und Kuriere
Unsere Themen-Domains für diesen Bereich:  kunst-transportlogistik.de | fineart-logistics.com

Die Logistik für einen sicheren Transport

Befindet sich das Werk in einem Museum oder einer Sammlung, beginnt der Prozess mit einer Anfrage an die entsprechende Institution. Die Entscheidung über die Herausgabe wird unter Berücksichtigung mehrerer Faktoren gestellt: Zustand und Wert des Objektes, Verleihdauer, das gewählte Transportmittel und nicht zuletzt die Ausstellungsbedingungen, etwa das Vorhandensein der notwendigen Infrastruktur vor Ort. Anschließend werden in einem formellen Vertrag die Bedingungen festgelegt, unter denen der Verleih erfolgen soll – etwa die Versicherung und Zollformalitäten oder der Einsatz eines Kuriers (s.u.).


Klimatisierung und Schutz in Vitrinen

Klimatisierung und Schutz in Vitrinen


Dokumentation und Restaurierung

Dokumentation und Restaurierung

Schutz und Versicherung von Kunst- und Kulturgut

Für den Transport von Kunstwerken existieren verschiedene Versicherungsmodelle – idealerweise ist das Werk „von Nagel zu Nagel“ versichert, also ab dem Zeitpunkt der Abnahme in der Geberinstitution über Verpackung und Transport bis zur fertigen Installation am Zielort. Über die Höhe der Versicherungspolice entscheiden – als wichtigsten Faktor – der Wert des Werkes, außerdem der gewählte Transportweg und einige andere Voraussetzungen. Werden bestimmte Bereiche durch eine Versicherung nicht ausreichend abgedeckt, können zusätzliche, sogenannte subsidiäre Versicherungen abgeschlossen werden.

Um im Schadensfall zweifelsfrei herausfinden zu können, wer haftbar gemacht werden kann, muss der Zustand des Werkes an möglichst vielen Punkten des Transports, mindestens aber vor Beginn und unmittelbar nach Ankunft am Zielort durch geschulte Mitarbeiter (Kuratoren, Restauratoren oder Kunsthistoriker) untersucht und dokumentiert werden. Üblicherweise wird durch die verleihende Institution im Vorfeld ein Zustandsreport erstellt, der eventuell bereits vorhandene Schäden schriftlich und fotografisch dokumentiert.

Sichere Transportkisten und Verpackungen

Je nach Größe und Wert des Werkes und den Transportbedingungen existieren verschiedene Möglichkeiten, es zu verpacken. Robuste Werke können einfach in Luftpolsterfolie eingeschlagen werden, optional mit Ecken und Leisten aus Styrofoam, z.B. um die Kanten von Gemälden zu schützen. Für mehr Schutz sorgt die zusätzliche Umhüllung mit Karton oder der Bau einer maßgefertigten Transportkiste aus Holz. Ist das Werk ungewöhnlich geformt, ist es in einer Tape-Kiste gut aufgehoben, einer feuerfesten Kiste aus Leichtmetall, in dessen Inneren sich Schaumstoff mit einer Vertiefung exakt in der Form des Stückes befindet.

Für kleine Objekte existieren diese Kisten auch mit Handgriff als Koffer. Auch für größere Werke lassen sich solche Koffer oder Kisten anfertigen; hier werden außerdem auf die jeweilige Form zugeschnittene Gerüste aus Bauholz angefertigt, die es in der Kiste fixieren und den geringstmöglichen Kontakt mit den Kistenwänden gewährleisten. Manche Transportunternehmen stellen spezielle Klimakisten bereit, die das Werk vor Schwankungen der Temperatur und Luftfeuchtigkeit schützen und zum Teil sogar feuerfest sind.


Der sicherere Transport mit speziellen Kisten

Der sicherere Transport mit speziellen Kisten


Schutz und Transport von Kulturgut

Schutz und Transport von Kulturgut

Von Museum zu Museum - Von Ausstellung zu Ausstellung

Transportmittel und Fahrzeuge

Welche Transportmittel existieren?

Für weite Strecken, über mehrere Kontinente hinweg, kann das Objekt mit dem Flugzeug oder per Schiffscontainer versendet werden. Beides ist allerdings recht riskant, da das Objekt zwischenzeitlich in die Hände ungeschulten Frachtpersonals gegeben werden muss – sicherer ist der Transport in einem Wagen eines Kunsttransportunternehmens, das oft über einen ganzen Fuhrpark speziell angepasster Fahrzeuge verfügt.

Welche Anforderungen bestehen an das Fahrzeug?

Die Transportfahrzeuge professioneller Kunsttransportunternehmen verfügen über eine Reihe technischer Vorrichtungen, um zu gewährleisten, dass das Werk während der Fahrt optimal geschützt ist. Wichtig sind zum Beispiel die pneumatische Federung der Achsen (um Erschütterungen zu minimieren), Sensoren für Temperatur und Feuchtigkeit, Alarmsysteme gegen Diebstahl und Standheizung. Zudem ist das Personal geschult darin, die verpackten Werke korrekt zu tragen und sicher auf der Ladefläche zu fixieren.

Zoll und Kuriere

Wann müssen die Bedingungen für Zoll beachtet werden?

Viele Länder stellen bei Ein- oder Ausfuhr von Kunstwerken zollrechtliche Ansprüche. Innerhalb des Schengen-Raums ist der Transport in den allermeisten Fällen ohne Weiteres möglich; wird ein innerhalb der EU befindliches Werk jedoch in ein nicht zum Schengen-Raum gehörendes Land ausgefahren oder umgekehrt, müssen auch hier die entsprechenden Formalitäten beachtet werden. Professionelle Kunsttransportunternehmen übernehmen häufig auch deren Abwicklung; verantwortlich für korrekte und vollständige Angaben ist aber natürlich der Auftraggeber.

Wie funktioniert die Begleitung durch einen Kurier?

Bei sehr wertvollen Werken begleitet mitunter ein Kurier den Transport zum Teil oder komplett, um Gefahren erkennen und abwenden zu können. Diese Person kann ein Vertreter der ausleihenden Institution oder des Transportunternehmens sein. Kleinere Werke können durch sie z.B. im Handgepäck eines Flugzeugs transportiert werden; oder sie begleitet die Fahrt im Transportfahrzeug.


Der Transport von wertvollen Kunstwerken

Der Transport von wertvollen Kunstwerken


Die Arbeit und die Szenen hinter einem Museum

Vor allem hinter den Kulissen eines organisierten Museums gibt es viele Prozesse für den richtigen Umgang mit historischen Kulturgut.

Der erste Schritt einer präventiven Konservierung ist immer der sorgfältige Umgang mit den Objekten. Der richtige Umgang ist stark verknüpft mit dem Respekt vor dem Kulturgut, der für die Pflege und den Schutz der Objekte erforderlich ist. Die Taktik des richtigen Umgangs ist jedoch nicht immer klar.

Metalle zum Beispiel können sich verschlechtern, wenn sie ohne Handschuhe behandelt werden. Bei Gemälden und Kunstgegenständen können durch Bewegungen wie Stöße und Vibrationen Einzelteile zerbrechen. Schäden durch unsachgemäße Handhabung können sichtbar sein, wie z. B. zerbrochenes Glas in einem Rahmen, zerbrochene Keramik, zerfetzte Papiere oder Dellen und Spuren in Metallgegenständen.

Daher muss jeder, der mit Museumsobjekten umgeht, über eine entsprechende Ausbildung, Fähigkeiten zur Handhabung und Respekt vor den Objekten verfügen.

Schutz von Museumskunst

Das Geheimnis eines effizienten und nachhaltigen Kunsttransports liegt in der Verpackung. Für die empfindlichsten und teuersten Gegenstände ist eine maßgeschneiderte Klimakiste unerlässlich. Eine solche Lösung ist jedoch nicht für jedes Objekt oder Gemälde erforderlich. Um unser kulturelles Erbe in den Museen zu schützen und risikofreie Dienstleistungen ohne Qualitätseinbußen zu erbringen, erfüllen Restauratoren außergewöhnliche Aufgaben.

Mit dem Ziel, eine künftige Verschlechterung von Materialien oder Artefakten zu verhindern, führen Restauratoren Sicherheitsverfahren für die Lagerung, Verwendung und Handhabung von Kunstschätzen ein und achten dabei besonders auf Schutzmaßnahmen. In Museen oder bei Umzügen sorgen sie für eine sichere Lagerung in Depots mit physischen Stützmaßnahmen und die richtige Verpackung für den Transport.

Transport und Klimaverpackung eines Einzelstücks, einer ganzen Ausstellung oder einer kompletten Museumssammlung sind bei professionellen Restauratoren und Kunstspediteuren in guten Händen. Zudem organisieren sie diese Facharbeiten effizient und nachhaltig.


Kulturgut in Museen

Kulturgut in Museen


Gemäldegalerien und Sammlungen

Gemäldegalerien und Sammlungen

Sicherheit von weltberühmten Kunstschätzen

Es ist die Aufgabe der Kunstspediteure, adäquate Lösungen und maßgeschneiderte Dienstleistungen anzubieten, um die wertvollen Kunstschätze des Museums sicher, effizient und nachhaltig zu transportieren. Der Transport von weltberühmten Gemälden, einzigartigen Skulpturen, besonderen Erbstücken oder zerbrechlichen Antiquitäten ist eine Spezialarbeit. Diese Fachleute sind Teil der Restauratorengemeinschaft und führen Kunsttransporte für Museen, Messen, Kunsthändler, Galerien und Privatsammler durch.

Kompetente Kunsttransporteure

Alle Kunsttransporteure sind streng ausgewählte Fachleute. Sie verfügen über eine professionelle Ausbildung und Zertifizierungen. Sie beaufsichtigen den Transport von wertvollen Museumsobjekten vom Einpacken bis zum Auspacken. Auf diese Weise gewährleisten sie einen optimalen Service und maximale Diskretion.

Vorbereitung und Restaurierung durch Restauratoren

Unter der Leitung und Verantwortung des Museumsleiters führt der Restaurator oder Sammlungsverwalter verschiedene Pflegemaßnahmen durch, um die Sammlungen zu erhalten. Die Aufgaben bestehen in der Anwendung automatisierter Routinen und der Kombination von Standardverfahren für die Handhabung, den Transport, die Konservierung, die Reinigung, das Ein- und Auspacken von Museums- oder Archivgegenständen, Büchern und Grafiken. Dabei geht es um berufliche Fähigkeiten und Kenntnisse, mit denen der Restaurator mit der richtigen Einstellung der historischen und gesellschaftlichen Bedeutung von Papier- und Museumssammlungen gerecht wird.

Die Konservatoren und Restauratoren führen ihre Arbeit im Einklang mit der Berufsethik aus, die den professionellen Umgang mit dem Erbe leitet, und kann allen Beteiligten die Möglichkeiten und Entscheidungen bezüglich des Restaurierungsprozesses vermitteln.


Die Arbeit der Restauratoren

Die Arbeit der Restauratoren

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