Dekontamination von biozid-belasteten Sammlungen und Objekten

Museen und Sammlungen weltweit haben teilweise massive Probleme

 
Vor allem von Anfang des letzten Jahrhunderts bis in die 1990er Jahre hinein wurden Objekte in Museen und Sammlungen mit einer Vielzahl von Bioziden und Insektiziden behandelt, entweder präventiv oder um aktiven Befall durch Insekten oder Pilze zu bekämpfen. Erst später wurden die meisten dieser Toxine als karzinogene, keimzell-mutagene oder reproduktionstoxische (CMR) Substanzen erkannt.

Heute sind Kuratoren, Restauratoren, Depotmitarbeiter, Kunstspediteure, aber auch Archivare und Bibliothekare den gesundheitsgefährdenden Auswirkungen dieser Biozide ausgesetzt. Natürlich können auch Museumsbesucher exponiert sein. Die Anzahl der betroffenen Objekte allein in Deutschland geht in die Millionen. Große Teile von Sammlungen müssen wegen der von ihnen ausgehenden Gefahren regelrecht weggesperrt werden. Manche Lagerräume dürfen nur noch unter Vollschutz und Atemmasken betreten werden. Museumsmitarbeiter sind bereits im Zusammenhang mit Biozid Belastung am Arbeitsplatz erkrankt.

Biozide liegen oft als „Cocktail“ vor, eine Mischung aus verschiedenen Bioziden. Sie schädigen allerdings nicht nur Mensch und Umwelt, sondern auch die Objekte: Sie verursachen teilweise Verfärbungen und Korrosion. Einige Biozide (z.B. DDT) bilden Kristalle, die wiederum die Objektoberfläche schädigen können.

Der Museumssektor weltweit braucht dringend eine adäquate Methode zur Dekontamination seiner vielfältigen Sammlungen. Auch in Bibliotheken und Archiven finden sich große Mengen kontaminiertem Materials.

Leider werden in vielen Ländern Biozide immer noch eingesetzt. Nach wie vor werden also Biozid belastete Objekte nach Europa exportiert.

Mit einer Variante des ICM Verfahrens lassen sich viele der CMR Substanzen in Objekten abreichern, teils bis zu 95%. Einer der führenden Experten auf diesem Gebiet ist Dr. Boaz Paz. Er führt gegenwärtig eine umfangreiche und systematische Studie zur Anwendbarkeit des ICM Verfahrens zur Dekontamination durch. Erste Ergebnisse wurden bereits auf zwei Konferenzen und im Rahmen eines Webinars vorgestellt. Dieses Webinar wurde zusammen mit dem RDK in Den Haag organisiert und durchgeführt und aufgenommen.

In dem unten verlinkten ICM Webinar stellen Dr.Boaz Paz (56:10) und Dr. Michael Gagelmann (1:26:10)  Dekontaminations-Versuche und Erfolge vor.





 
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Anbieter

ICM - Integrated Contamination Management
ICM - Integrated Contamination Management

Als Tochterunternehmen der Brüsseler Konservierungs- und Restaurierungsfirma IPARC (International Platform for Art Research and Conservation) ist ICM spezialisiert auf die Schädlingsbekämpfung in Kunst- und Kulturgut, sowie die Dekontamination von biozid-belasteten Sammlungen. ICM hat Niederlassungen in London und Brüssel, Berlin wird 2021 folgen. Weitere Niederlassungen in europäischen Großstädten sind geplant.

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Foto: Dr. Booaz Paz / Ausblühungen von DDT Kristallen
Foto: David Pinniger / Der Museumskäfer Anthrenus verbasci, auf englisch carpet beetle
 
 
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