Zurück hin zum Ursprung

Am 15. und 16. April 2019 sorgte ein Großbrand in der Kathedrale Notre-Dame de Paris für die teilweise Zerstörung des Gotteshauses. Trotz großer Spenden gehen die Arbeiten nach der Katastrophe nur langsam voran. Von einem Wiederaufbau kann aktuell keine Rede sein. Restauratoren sind noch nicht am Werk. Im Fokus steht immer noch die Absicherung. Die Restaurierungsarbeit von deutscher Seite aus, wird von der ehemaligen Kölner Dombaumeisterin Barbara Schock-Werner geleitet.

Notre-Dame de Paris - Photo by Stephanie LeBlanc on Unsplash

Restaurierung wird dauern

Bereits von Weitem lässt sich erahnen, dass sich die beeindruckende Kathedrale, nahe der Seine, noch lange nicht von den Folgen des Großbrands erholt haben wird. Weiterhin besteht die Gefahr eines Einsturzes. Daher sind die Gewölbe bis auf Weiteres gesperrt. Über dem Chor erhebt sich nun ein Dach, da die Auflast gebraucht wird. Erdacht wurde das Konstrukt vom Chef-Architekt der Kathedrale Philippe Villeneuve. Um zu Schützen was den Brand überstanden hat, wurden beispielsweise 37 Fenster ausgebaut. Diese lagern nun sicher in Kisten, um einer Beschädigung vorzubeugen. Die Fenster selbst stammen aus dem 19. und 20. Jahrhundert und brauchten bisher keine Restaurierung. Dies hat sich allerdings nun geändert. Denn durch den Brand sind sie so verdreckt, dass eine Instandsetzung unumgänglich ist. Alleine diese Aufgabe braucht sehr viel Zeit.

Zudem braucht es die passenden Fachkräfte. Denn es ist gar nicht so einfach, Restaurator zu sein. So entscheidet neben einer akademischen und handwerklichen Ausbildung ebenfalls die körperliche Qualifikation. Insofern müssen einige nötige Voraussetzungen für einen Job wie diesen mitgebracht werden. Dennoch kann sich eine Bewerbung ohne Stellenausschreibung gerade in diesem Bereich lohnen. Mit einer solchen Bewerbungsstrategie versendet man die Unterlagen zwar auf „gut Glück“ – dafür bieten sich allerdings Chancen, die es vorher nicht gab. Dabei liegt der Vorteil klar beim Arbeitgeber. Denn dieser muss keine langwierige Mitarbeitersuche betreiben, sondern hat eventuell treffende Persönlichkeiten bereits vorliegen. Hinzukommt, dass er schnell auf Fluktuationen reagieren kann. Wie sich am Brand in Notre-Dame de Paris zeigt, entsteht unter Umständen schnell ein erhöhter Bedarf an fachkundigen Restauratoren in den unterschiedlichen Bereichen. Doch bis die eigentlichen Arbeiten beginnen können, wird noch einige Zeit vergehen. Zu viel ist noch unklar.

Dabei geht es unter anderem etwa um das bei dem Brand geschmolzene Blei. Dieses ist durch die große Hitze geschmolzen und in das Kircheninnere getropft. Neben großen Brocken, die an Teilen des Strebewerks hängen, ist einer heruntergefallen. Zudem gibt es überall plättchenförmige Teile und Kristalle, die sich auf Möbeln, Wänden und Fenstern verteilt haben. Wie diese am besten entfernt werden und wie eine Restaurierung in diesem Fall genau aussehen kann, muss erst noch eruiert werden. Zudem gibt Barbara Schock-Werner zu bedenken, dass ebenfalls das Löschwasser seinen Teil dazu beigetragen hat, dass große Schäden entstanden sind.

Das Problem dabei ist konkret, dass kein sauberes Wasser bei den Löscharbeiten verwendet wurde. So konnte Salz in das Mauerwerk eindringen. Ebenfalls finden sich Mikroorganismen an allen Stellen, die bei der Bekämpfung der Flamen mit Löschwasser in Berührung gekommen sind. Die Herausforderung, die sich in diesem Bezug stellt, ist zum einen, diese Mikroorganismen zu entfernen. Zum anderen wird es wohl gut zehn Jahre dauern, um das Mauerwerk wieder trocken zu bekommen.

Kosten ungewiss

Was das Ganze am Ende kosten wird, ist aktuell noch unklar. Laut Experten ließe sich das erst im Juni diesen Jahres genauer abschätzen. Bis dahin werden mehr als 85 Millionen Euro an Kosten angefallen sein und das ohne, dass der Wiederaufbau begonnen hat. Darin enthalten sind etwa Aufwendungen für den Gerüstaufbau, aber auch die Überprüfung der Steine. Denn Letzter müssen genauesten auf den Zustand hin geprüft werden.

Im Gespräch mit dem Pariser Erzbischof Michel Aupetit stellte sich heraus, dass es dem 69-jährigen das Wichtigste sei, überhaupt wieder in die Kathedrale zurückkehren zu können. Zwar gehe es ebenfalls um die beispielsweise identische Rekonstruktion des Vierungsturms, der durch die Flammen zerstört wurde. Dennoch will Aupetit dort vor allem wieder die heilige Messe feiern können. Ob es sich beim Aufbau des Turms letztendlich um eine originalgetreue Abbildung oder einen eher zeitgenössischen Entwurf handle, ist für ihn eher nebensächlich. Hauptsache er ist „würde- und vor allem respektvoll“.

Der Architketen-Wettbewerb ist jedoch bereits ausgeschrieben. Dieser bezieht sich allerdings nicht nur auf den Vierungsturm, sondern auf die komplette Kathedrale Notre-Dame de Paris, samt Vorplatz. In Bezug auf die Kosten machte Erzbischof Aupetit eines klar: Er sähe es als Fehler, nach der Wiederherstellung von Notre Dame den Besuchern einen Eintrittspreis zu berechnen. Schließlich sei die Kirche ein Haus der Begegnungen und ein freier Ort. Willkommen sind Menschen die glauben, doch ebenso all jene, die nicht glauben. Auch „Arme und Gauner“ werden stets Zutritt haben. Gleiches gilt für Touristen. Er sieht keinen Grund dafür „Betende und diejenigen, die nicht beten“ separiert zu behandeln. Notre-Dame sei schließlich für alle da.

Bis sich solche Fragen allerdings stellen, werden Jahre oder gar Jahrzehnte ins Land ziehen. Der Großbrand hat massive Schäden angerichtet. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hatte, in der Zeit der Not, von einem Wiederaufbau binnen fünf Jahren gesprochen. Experten, Restauratoren und Architekten sehen das allerdings als nicht umsetzbar. Schließlich ist bei dem Brand das Jahrhunderte alte Eichenholz des Dachstuhls komplett zerstört worden. Gleiches gilt für die Gewölbekuppel. Doch aktuell ist lediglich ein langsames Voranschreiten der Restaurierungsarbeiten an der Pariser Kathedrale festzustellen.

 


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