Aquarellfarben und Aquarellmalerei

Aquarellfarben in Kunst und Malerei

Luftig und edel – in der Aquarellmalerei zeigt sich das handwerkliche Geschick eines Könners, aber auch die spontane Freude eines Amateurs.

 

Geschichte der Aquarellmalerei

Vorläufer von Aquarellmalerei finden sich bereits im Altertum; später in altägyptischen Papyri, bei denen die Farbe mittels eines hinzugefügten Weißpigments deckend gemacht wurde, in der Anreibetusche asiatischer Kalligraphien, oder in der mittelalterlichen Buchmalerei. Diese Farben ähneln moderner Aquarellfarbe bereits in ihren Bestandteilen, im engeren Sinne existiert die Technik jedoch erst sein dem 9. Jahrhundert und dient lange Zeit als Medium für Skizzen, Studien und Entwürfe, bevor sie ab der Renaissance als eigenständige Kunstgattung gewürdigt wird. Im 18. Jahrhundert kam die Technik regelrecht in Mode. Heute denkt man meist zuerst an die farbenfrohen Werke des Bauhaus und der Klassischen Moderne.

Bestandteile und Herstellung

Aquarellfarbe besteht aus sehr fein vermahlenem Pigment, Netzmittel und dem Bindemittel Gummi arabicum, dem getrockneten Saft aus der Rinde verschiedener in Afrika beheimateter Akazienarten. Gummi arabicum wurde bereits im Altertum als Werkstoff entdeckt und durch Handel in weit entfernte Gegenden verbreitet. Das Netzmittel (Glycerin oder Ochsengalle) verringert die Oberflächenspannung des Wassers und erleichtert so den Farbauftrag. Als Lösungsmittel fungiert Wasser, das erst kurz vor dem Malen hinzugegeben wird. Die Farben sind getrocknet in Näpfchen oder dickflüssig in Tuben erhältlich und sehr sparsam in der Verarbeitung.

Anwendung und Techniken

Aquarellfarben werden stark verdünnt aufgetragen und sind immer transparent; der Farbaufbau in einem Bild erfolgt daher immer von helleren zu dunkleren Partien.

Für die Verarbeitung gibt es verschiedene Techniken, von denen Lasieren und Lavieren die häufigsten sind: Lasieren bedeutet die Überlagerung zweier oder mehrerer transparenter Farbschichten, wodurch eine optische Mischung der Töne erzielt wird. Hierbei muss eine Farbschicht immer vollständig getrocknet sein, bevor die nächste aufgetragen werden kann.

Lavieren (von lavare: „waschen“) bezeichnet zum Einen das Verwischen aneinander grenzender Flächen beim Nass-in-Nass-Malen oder zum Anderen in eine nasse Fläche gesetzte Farbe, die unkontrolliert verläuft und Hell-Dunkel-Schattierungen bildet.

Eine jüngere Besonderheit bilden Aquarellstifte; diese erweitern die Techniken um einige weitere Kniffe. Sie ermöglichen etwa das trockene Anlegen einer Zeichnung und deren nachträgliches Vermalen mit Wasser, das Anbringen zeichnerischer Akzente auf das fertige Aquarell oder die Raspeltechnik, bei der mit Schmirgelpapier produzierte Späne der Mine eines Stiftes auf eine feuchte Fläche gestreut werden.

Weitere Techniken sind zum Beispiel das Abdecken von Teilen des Papiers, um helle Flächen stehen zu lassen; das Salzen (die Salzkörner ziehen Wasser an und erscheinen als helle Punkte); die Kombination mit anderen wässerigen Techniken, z.B. Gouache oder Acryl; Klecksen und Spritzen von Farbe.

In den allermeisten Fällen wird Aquarellfarbe auf eigens dafür hergestelltes Aquarellpapier aufgetragen: sehr starkes, leicht texturiertes, mäßig saugfähiges Papier, dessen Oberflächenrelief für zusätzliche Lebendigkeit des Werkes sorgt, etwa wenn sich Farbe in den Tälern sammelt und so dunkler wirkt als auf den Höhen, oder beim Granulieren, wenn ein fast trockener Pinsel mit nur leichtem Druck über das Blatt geführt wird, sodass nur die Höhen eingefärbt werden. Ein Firnis wird in den allermeisten Fällen nicht aufgetragen, beim zusätzlichen Einsatz von Pastellkreide kann die Anwendung eines Sprühfixativs notwendig sein.

Was ist der Unterschied zwischen Wasserfarben und Aquarellfarben?

Der Begriff „Wasserfarbe“ dient als Sammelbegriff für verschiedene wässerige Techniken, so auch Gouache, Leimfarbe, Plakafarbe (eine Kaseinfarbe) o.ä., wohingegen „Aquarellfarbe“ im engeren Sinne die oben genannte Zusammensetzung aus Pigment, Gummi arabicum und Netzmittel meint.

Besonderheiten: Vorteile und Nachteile

Hochwertige Farbe ist äußerst lichtecht; darauf sollte beim Kauf geachtet werden. Dadurch, dass sie trocken gelagert und erst beim Malen mit Wasser vermischt wird, ist Aquarellfarbe nicht nur sehr sparsam in der Verarbeitung – mit dem Inhalt eines Näpfchens lässt sich eine erstaunlich große Fläche benetzen, es reicht oft für mehrere Monate oder Jahre aus –, sondern auch gut für Reisen und die Plein-Air-Malerei geeignet, da sehr leicht zu transportieren.

Durch das Wasser als Lösungsmittel kommen im Prozess keine stark riechenden oder potenziell gefährlichen Bestandteile zum Einsatz, weshalb die Farbe auch für Anfänger geeignet ist. Zwar erfordern manche Aquarelltechniken eine gewisse Fertigkeit, aber schon mit wenig Erfahrung lassen sich schöne Effekte erzielen.

Ein Nachteil liegt in der schweren Korrigierbarkeit – einmal gesetzte Farbtupfer lassen sich kaum wieder entfernen; feuchtes Wischen raut sehr schnell die Papieroberfläche auf und sorgt für unschöne Schadstellen. Zudem ist ein fertiges Aquarell wie andere Arbeiten auf Papier sehr empfindlich gegen Spritzer und Flecken, aufgrund der Wasserlöslichkeit des Gummi arabicum außerdem gegen Nässe, und muss daher hinter Glas präsentiert werden. Schutz vor Schäden gegen Sonnenlicht bietet zudem spezielles Glas mit UV-Filter.

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