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Archivierung, Inventarisierung in Archiven

Präventive Konservierung und Archivierung für das kulturelle Erbe

Archive und Depots bilden das kulturelle und historische Gedächtnis des Ortes, an dem sie sich befinden. Viele der eingelagerten Objekte sind Unikate und müssen daher besonders vor Verfall, Diebstahl und Zerstörung geschützt werden.

Die Gesamtheit der präventiven und retroaktiven Maßnahmen zu ihrer Erhaltung heißt Bestandserhaltung.

  1. Was ist der Unterschied zwischen Archiv und Depot?
  2. Welche Aufgabe übernehmen Restauratoren in Archiven und Depots?
  3. Archive - Archivierung von Dokumenten und Sammlungen
  4. Depots - Lagerung von Kunstwerken und Artefakten
  5. Inventarisierung in Archiven und Depots
  6. Inventarisierung in Bezug auf Denkmalschutz und Denkmalpflege
  7. Klima, Luftfeuchtigkeit und präventive Konservierung
  8. Digitalisierung in Archiven und Bibliotheken
Archive und Depots

Archive und Depots

Was ist der Unterschied zwischen Archiv und Depot?

Archiv und Depot sind zwei Begriffe, die oft im Zusammenhang mit der Lagerung von Sammlungen und Kunstwerken verwendet werden. Obwohl sie ähnlich klingen, gibt es zwischen ihnen einige wichtige Unterschiede.

Ein Archiv ist in der Regel ein Ort, an dem historische oder kulturell bedeutsame Dokumente, Aufzeichnungen und Artefakte aufbewahrt werden. Ein Archiv kann Teil einer Bibliothek, eines Museums oder einer anderen Institution sein und ist oft für die Öffentlichkeit zugänglich. In einem Archiv werden in der Regel Dokumente und Materialien wie Briefe, Tagebücher, Manuskripte, Fotografien und andere historische Aufzeichnungen aufbewahrt.

Ein Depot hingegen ist ein Ort, an dem Sammlungen und Kunstwerke gelagert werden, die nicht unbedingt für die Öffentlichkeit bestimmt sind. Ein Depot kann Teil eines Museums, einer Galerie oder eines anderen kulturellen Zentrums sein und kann eine Vielzahl von Materialien enthalten, darunter Gemälde, Skulpturen, Textilien, Archäologische Funde und andere Artefakte.

Der Hauptunterschied zwischen einem Archiv und einem Depot liegt also in der Art der Materialien, die in jedem aufbewahrt werden. Ein Archiv ist spezialisiert auf historische oder kulturell bedeutsame Dokumente und Aufzeichnungen, während ein Depot Kunstwerke und Artefakte beherbergt, die nicht unbedingt für die Öffentlichkeit zugänglich sein müssen.

Archive mit Fotos und Dokumenten

Archive mit Fotos und Dokumenten

Welche Aufgabe übernehmen Restauratoren in Archiven und Depots?

Restauratoren übernehmen in Archiven und Depots die Aufgabe, die Konservierung und Restaurierung von Archivalien und Objekten sicherzustellen. Sie prüfen die Bedingungen der Lagerung und stellen sicher, dass diese den Anforderungen der jeweiligen Objekte entsprechen.

Darüber hinaus können sie Schäden an den Objekten erkennen und geeignete Maßnahmen zur Wiederherstellung oder Vermeidung von Schäden ergreifen. Auch die Durchführung von präventiven Maßnahmen, wie beispielsweise Reinigung, Schädlingsbekämpfung oder Materialtests, gehört zu den Aufgaben von Restauratoren in Archiven und Depots.

  • Objektuntersuchung und -analyse: Restauratoren führen eine gründliche Untersuchung und Analyse der Objekte durch, um den Zustand und die Bedürfnisse der Objekte zu verstehen. Dabei werden zum Beispiel Materialtests, Bildanalysen und mikroskopische Untersuchungen durchgeführt.
  • Erstellung von Präventivmaßnahmen: Restauratoren erstellen Pläne und Strategien für die Präventivkonservierung von Objekten in Archiven und Depots. Diese können beispielsweise die Verbesserung von Lagerbedingungen, die Einführung von Richtlinien für den Umgang mit Objekten oder die Schulung von Mitarbeitern umfassen.
  • Reinigung von Archivmaterialien: Restauratoren können verstaubte, verschmutzte oder von Schimmel befallene Archivmaterialien wie Bücher, Dokumente, Fotos und andere Medien reinigen, um sie für die langfristige Lagerung und Nutzung vorzubereiten.
  • Restaurierung von beschädigten Objekten: Bei beschädigten Archivmaterialien, wie gerissenen oder zerrissenen Seiten von Büchern oder beschädigten Rahmen von Gemälden, können Restauratoren Restaurierungsarbeiten durchführen, um die Integrität und Lesbarkeit der Objekte zu erhalten.
  • Anpassung von Objekten an die konservatorischen Bedingungen: In manchen Fällen kann es notwendig sein, Objekte so anzupassen, dass sie den konservatorischen Bedingungen des Archivs oder Depots entsprechen.
Objektuntersuchung - Historische Dokumente

Objektuntersuchung - Historische Dokumente

Archive - Archivierung von Dokumenten und Sammlungen

Als Archiv wird im weiteren Sinne jede Sammlung von Dokumenten und Objekten bezeichnet, die nicht oder nicht mehr regelmäßig genutzt werden. Dies kann private Aufzeichungen, Filmaufnahmen, Fotografien oder Urkunden ebenso umfassen wie behördliche Dokumente, Polizeiakten, Kirchenregister u.ä.

In Deutschland existieren Archivgesetze des Bundes und der Länder, die genau regeln, welche Art von behördlichen Aufzeichnungen in welcher Form, wie lange und bei welcher Institution aufbewahrt werden müssen. Behörden dürfen nicht mehr benötigte Akten nicht beliebig vernichten oder entsorgen, sondern müssen sie dem jeweils zuständigen Archiv anbieten. Dieses entscheidet auf der Grundlage der jeweils gültigen Regelungen über die Archivwürdigkeit der Akten.

Auch die Zugänglichkeit der in Archiven enthaltenen Dokumente wird durch eine Reihe von Gesetzen geregelt: aufgrund des Datenschutzes sind viele behördliche Dokumente häufig erst einige Jahrzehnte nach ihrer Einlagerung, von den betroffenen Personen oder ihren Angehörigen, nach Bewilligung eines Antrags einsehbar. Im Prinzip existieren jedoch eine Reihe von Archiven, die für jeden zugänglich sind: Stadt- und Landesarchive, das Bundesarchiv und etliche mehr. Das Angebot wird zum Beispiel von Historikern, Genealogen, Schülern und Studenten und Privatpersonen genutzt, die etwas über ihre Heimat oder ihre Ahnen in Erfahrung bringen möchten. Die Nutzung kann jedoch auf bestimmte Stücke beschränkt sein, um Persönlichkeitsrechte zu schützen, und wird zum Schutz der Dokumente zudem durch Vorgaben reguliert, wie die einzelnen Stücke zu handhaben sind.

Depots - Lagerung von Kunstwerken und Artefakten

Auch archäologische Funde müssen aufbewahrt und katalogisiert werden; dies geschieht in Lagerräumen archäologischer Sammlungen und Museen, den Depots. Ähnlich wie in einem Archiv stellt die sachgerechte Lagerung bestimmte Ansprüche an Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Lichtverhältnisse in einem Depot, wobei die Eigenschaften der verschiedenen Objekte gegeneinander abgewogen werden müssen. Die sachgerechte Kennzeichnung erleichtert die Identifikation und Wiederauffindbarkeit einzelner Stücke.

Nicht zu verwechseln ist der Begriff mit dem des Depotfunds in der Archäologie, der Objekte oder Sammlungen von Objekten bezeichnet, die in früherer Zeit einmal absichtlich im Boden vergraben oder in einem Gewässer oder Moor versenkt, also deponiert worden sind.

Archive mit historischen Film- und Tonaufnahmen

Archive mit historischen Film- und Tonaufnahmen

Inventarisierung in Archiven und Depots

Zur besseren Übersicht über die in einem Archiv oder Depot enthaltenen Objekte werden Bestandsverzeichnisse angefertigt. Diese Inventare enthalten eine systematische Auflistung, oft inklusive einer Aufteilung in Kategorien, dem jeweiligen Standort und der Inventarnummer jeden Objekts. Zusätzliche Informationen können die Provenienz, das Entstehungsjahr (wenn bekannt) und das Datum sein, an dem das Stück der Sammlung hinzugefügt wurde. In vielen Fällen wird jedem Stück außerdem eine Inventarnummer zugeordnet, um es wirklich zweifelsfrei identifizieren zu können.

Manche Inventare existieren bereits seit mehreren hundert Jahren; andere, etwa bei der Überführung einer privaten Sammlung in einen Museumsbestand, müssen neu angelegt und systematisiert werden. In jedem Fall empfiehlt sich die regelmäßige Aktualisierung und die Überarbeitung der Kategorien, sofern diese (etwa bei Hinzufügen einer großen Zahl neuer Objekte, oder bei neuen wissenschaftlichen Standards) veraltet sind.

Inventarisierung in Bezug auf Denkmalschutz und Denkmalpflege

Auch der Prozess der systematischen Erfassung von Baudenkmälern nennt sich „Inventarisierung“. Er begann im 19. Jahrhundert und ist bis heute nicht endgültig abgeschlossen, da immer wieder neue Gebäude hinzukommen, die die Kriterien erfüllen, um als Denkmal eingestuft zu werden. Mittlerweile umfasst das Verzeichnis aller Baudenkmäler an die 600 Bände. Der rechtliche Status eines als Denkmals unterscheidet sich deutlich von dem eines nicht als solches gelisteten Gebäudes, weshalb der Besitzer eines historischen Bauwerks juristische Schritte gegen die Einstufung als Baudenkmal unternehmen kann.

Archivschränke mit Akten und Dokumenten

Archivschränke mit Akten und Dokumenten

Klima, Luftfeuchtigkeit und präventive Konservierung

Die Erhaltung der archivierten und deponierten Materialien ist eine komplexe Aufgabe, die eine Vielzahl von Faktoren berücksichtigt, wie beispielsweise das Klima, die Luftfeuchtigkeit und die präventive Konservierung.

Das Klima in Archiven und Depots ist von großer Bedeutung, da es den Zustand der archivierten Materialien beeinflussen kann. Es ist wichtig, dass die Temperatur und Luftfeuchtigkeit innerhalb eines bestimmten Bereichs gehalten werden, um die Materialien zu schützen. Die ideale Temperatur für Archive und Depots liegt zwischen 16 und 20 Grad Celsius und die Luftfeuchtigkeit sollte zwischen 40% und 60% liegen. Diese Bedingungen sind für die meisten Materialien optimal, da sie ein Gleichgewicht zwischen Trockenheit und Feuchtigkeit aufrechterhalten, das die Materialien vor Schäden schützt. Die konkreten Anforderungen an die Temperatur und Luftfeuchtigkeit hängen dabei von den spezifischen Materialien und Objekten in Archiven und Depots ab.

Feuchtekonstantgeräte helfen, die relative Luftfeuchtigkeit bei etwa 50% zu halten, was Schimmel und den meisten Schädlingsarten wirkungsvoll vorbeugt.

Die Luftqualität ist ein weiterer wichtiger Faktor, der bei Archiven und Depots berücksichtigt werden muss. Es ist wichtig, dass die Luftzirkulation in den Lagerräumen regelmäßig überprüft wird, um sicherzustellen, dass keine schädlichen Schadstoffe oder Gase in der Luft vorhanden sind. Um die Luftqualität zu verbessern, kann eine geeignete Belüftung, Filterung und Klimatisierung erforderlich sein.

Präventive Konservierung ist ein wesentlicher Bestandteil der Erhaltung von archivierten und deponierten Materialien. Dies beinhaltet die Verwendung von Materialien und Verfahren, die das Material vor Schäden schützen, sowie die Überwachung und Kontrolle der Umgebungsbedingungen, um sicherzustellen, dass sie den Materialien nicht schaden. Zu den präventiven Konservierungsmaßnahmen gehören die Verwendung von säurefreien und archivalischen Verpackungsmaterialien, die ordnungsgemäße Handhabung und Lagerung von Materialien sowie die regelmäßige Überwachung und Inspektion von Materialien, um mögliche Schäden frühzeitig zu erkennen.

  • Ein Beispiel für die besonderen Anforderungen bei der Lagerung von Materialien sind fotografische Negative. Fotografische Negative bestehen aus empfindlichem Material, das durch Feuchtigkeit, hohe Temperaturen und Licht beschädigt werden kann. Die Lagerung von fotografischen Negativen erfordert daher besondere Vorsichtsmaßnahmen wie die Verwendung von säurefreien Archivhüllen und -boxen, die Lagerung bei kühlen und trockenen Bedingungen und den Schutz vor Licht.
  • Ein weiteres Beispiel sind Kunstwerke auf Papier. Die Lagerung von Kunstwerken auf Papier erfordert eine stabile Umgebung mit einer konstanten Temperatur und Luftfeuchtigkeit, um Schäden durch Kräuseln, Falten oder Verfärbungen zu vermeiden. Die Kunstwerke müssen in säurefreien Archivhüllen und -boxen aufbewahrt werden und es ist wichtig, sie regelmäßig auf Schäden zu überwachen.

Um ein optimales Klima für die Aufbewahrung von Archivmaterialien und Objekten in Depots zu gewährleisten, sind regelmäßige Überwachung und Wartung unerlässlich. Es ist wichtig, dass Temperatur und Luftfeuchtigkeit auf einem stabilen Niveau gehalten werden, um Schwankungen zu minimieren und potenzielle Schäden zu vermeiden.

Neben der Kontrolle von Temperatur und Luftfeuchtigkeit gibt es noch weitere präventive Maßnahmen, die ergriffen werden können, um die Konservierung der Objekte zu fördern. Dazu gehören beispielsweise die Verwendung von säurefreien Materialien für die Aufbewahrung und die Begrenzung der Handhabung von Objekten.

Aufgrund strengerer Vorschriften für den Einsatz von Pestiziden ist die integrierte Schädlingsbekämpfung (IPM) als wirksame Methode in vielen Museen und Archiven in den Mittelpunkt gerückt.

Mit der richtigen Vorsorge und Aufmerksamkeit kann die langfristige Erhaltung von Archivmaterialien und Objekten in Depots gewährleistet werden, damit zukünftige Generationen die Möglichkeit haben, die Geschichte und Kultur zu erforschen und zu schätzen.

Digitalisierung - Buch und Dokumentenscanner

Digitalisierung - Buch und Dokumentenscanner

Digitalisierung in Archiven und Bibliotheken

Die Digitalisierung hat in den letzten Jahren auch in Archiven und Bibliotheken eine immer wichtigere Rolle eingenommen. Digitale Technologien ermöglichen es Archivaren, historische Dokumente, Bilder und andere Materialien zu digitalisieren und somit leichter zugänglich zu machen. Dieser Abschnitt gibt einen Einblick über die Vorteile und Herausforderungen, die mit dem Prozess der Digitalisierung verbunden sind.

Die Vorteile der Digitalisierung von Archivmaterialien sind vielfältig. Durch die Digitalisierung können historische Dokumente und Bilder leichter zugänglich gemacht werden, da sie nicht mehr nur vor Ort eingesehen werden können. Nutzer können die digitalen Kopien von überall und zu jeder Zeit aufrufen und somit die Archive und Bibliotheken einfacher nutzen. Ein weiterer Vorteil der Digitalisierung ist, dass sie dazu beitragen kann, die Originaldokumente zu schützen. Indem digitale Kopien erstellt werden, können die Originaldokumente vor Verschleiß und Beschädigung geschützt werden.

Die Digitalisierung bringt jedoch auch Herausforderungen mit sich. Eine der größten Herausforderungen ist die Langzeitarchivierung. Digitale Dokumente müssen auf speziellen Servern gespeichert werden, um ihre Langzeitarchivierung zu gewährleisten. Archivare müssen sichergestellen, dass die digitale Version eines Dokuments in Zukunft zugänglich ist und nicht durch technische Entwicklungen oder Datenverluste verloren geht.

Ein weiteres Problem, das mit der Digitalisierung verbunden ist, ist die Qualität der digitalen Kopien. Die Qualität hängt von vielen Faktoren ab, wie beispielsweise der Qualität der Vorlage, der verwendeten Technologie und der Erfahrung des Bedieners. Eine schlechte Qualität kann dazu führen, dass wichtige Informationen verloren gehen und das Originaldokument nicht mehr ausreichend repräsentiert wird.

Um diese Herausforderungen zu bewältigen, gibt es spezielle Standards und Best Practices für die Digitalisierung in Archiven. Wichtige Standardisierungen werden zB. von der Deutschen Nationalbibliothek herausgegeben. Diese Standards legen fest, wie digitale Dokumente beschrieben, strukturiert und archiviert werden sollten.

Insgesamt bietet die Digitalisierung von Archivmaterialien viele Vorteile. Sie ermöglicht es, historische Dokumente und Bilder leichter zugänglich zu machen, und trägt dazu bei, die Originaldokumente zu schützen. Die Digitalisierung bringt jedoch auch Herausforderungen mit sich, wie die Langzeitarchivierung und die Qualität der digitalen Kopien. Mit Hilfe von Standards und Best Practices können Archivare diese Herausforderungen meistern und die Vorteile der Digitalisierung nutzen.

Archivalien in Gefahr – Ein unglücklicher Einsturz

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Große Katastrophen und Unglücke passieren oft dann, wenn niemand damit rechnet. Durch diese Unberechenbarkeit und den damit einhergehenden Schock bleiben manche Unglücke lange Zeit, oftmals für immer unvergesslich.




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