Bedeutende Personen in der Restaurierung und Denkmalpflege

7 einzigartige und herausragende Personen im Kurzporträt

In diesem Beitrag erhalten Sie einen kompakten Eindruck über bedeutende Personen in den Bereichen Restaurierung und Denkmalpflege. Erfahren Sie, welchen Einfluss das Wirken dieser Vertreter auf die heutige Denkmalpflege und Restaurierung teils immer noch hat.

 

Karl Friedrich Schinkel (1781-1841)

Karl Friedrich Schinkel zählt zu den bedeutendsten deutschen Architekten. Als Bauleiter und Beamter in der Baubehörde des preußischen Königs erlangte er auch mit Blick auf den Denkmalschutz eine bis heute andauernde Bedeutung. In seiner Funktion als Leiter der Oberbaudeputation war Schinkel für die komplette Bautätigkeit in Preußen verantwortlich. Aus dieser Tätigkeit entstand die so genannte Schinkel-Schule, nach der auch Denkmalpflege betrieben wurde. Mit Karl Friedrich Schinkel wird oft der Beginn der modernen Denkmalpflege bzw. deren Einführung in Preußen in Verbindung gebracht. Im Jahr 1815 verfasste er das heute noch angesehene Gutachten mit dem Titel 'Grundsätze zur Erhaltung alter Denkmäler und Altertümer unseres Landes'. 1891 sollte Kaiser Wilhelm II. in allen Provinzen Kommissionen für den Denkmalschutz einberufen lassen, so genannte Provinzialkonservatoren wurden eingesetzt. Die Arbeit Schinkels kann in diesem Kontext als wichtige Voraussetzung gesehen werden. Erfahren Sie hier mehr zu Schinkels frühestes Hauptwerk: "Das Molkenhaus in Bärwinkel"

Eugène Viollet-le-Duc (1814-1879)

Der französische Architekt, Kunsthistoriker und Denkmalpfleger erlangte vor allem durch die Restaurierung bekannter mittelalterlicher Bauwerke Bekanntheit. Er gilt als der Begründer der historischen Denkmalpflege in Frankreich im 19. Jahrhundert. Ab 1840 leistete er einen großen Beitrag zur Restaurierungsbewegung von mittelalterlichen Bauwerken. Auch Notre-Dame in Paris sowie die Kathedrale von Saint-Denis zählt zu seinem Tätigkeitsspektrum. In der Forschung jedoch ist seine Tätigkeit im Bereich der Denkmalpflege umstritten, obwohl sie in Frankreich eine große Rolle spielte. Er soll es mit der Detailtreue nicht so genau genommen haben, sodass Bauwerke in einem anderen Zustand als ursprünglich enden konnten. In diesem Kontext ist auf seinen Beitrag zur so genannten Architektur des Historismus zu verweisen. Teils wird Viollet-le-Duc auch abwertend mit dem Begriff 'vandalisme restaurateurs' (Restaurierungsvandalen) in Verbindung gebracht.

John Ruskin (1819-1900)

Das Wirken von John Ruskin hat sehr stark die Theorie und Praxis der modernen Denkmalpflege beeinflusst. Maßgebend ist, dass Ruskin ein Denkmal in seiner überlieferten Gesamtheit akzeptierte, einschließlich Patina. Er forderte stets die Konservierung und ist somit als Gegenspieler von Eugène Viollet-le-Duc zu sehen. In seinem vielbeachteten Werk 'The Stones of Venice' äußerte Ruskin große Sorgen in Bezug auf den Verfall von Venedig. Im Sinne der Konservierung und einer möglichen Restaurierung fertigte er einige hundert Zeichnungen an und hielt dabei zahlreiche Details von Fassaden fest. Er wollte so ein Bild von Venedig festhalten, das ganz im Sinne der Denkmalpflege und Restaurierung einen erhaltenden Nutzen stiften könnte.

Georg Gottfried Julius Dehio (1850-1932)

Dieser bedeutende deutsche Kunsthistoriker hatte einen großen Einfluss auf die Konzeption der modernen Denkmalpflege. Ab 1900 etwa wandte er sich gegen den damals üblichen purifizierenden Weiterbau von alten Baudenkmälern. Sein heute noch zitierter Wahlspruch lautet: "Konservieren, nicht restaurieren". In diesem Sinne kritisierte er Zerstörungen bei der Restaurierung als Vandalismus. Er forderte, dass alte und neue Bestandteile bei Zubauten deutlich voneinander zu unterscheiden sein müssen. Insofern trat Dehio für den immer noch dominierenden Denkmalschutz ein, so wie er in der angesehenen Charta von Venedig beschrieben wird. Darüber hinaus sprach er sich leidenschaftlich für den Wiederaufbau von ganz verlorenen oder stark beschädigten Baudenkmälern aus. Ein berühmtes Beispiel hierfür ist der bis zum Jahr 1912 rekonstruierte Hamburger Michel.

Alois Riegl (1858-1905)

Alois Riegel gilt als die wichtigste Persönlichkeit der österreichischen Denkmalpflege, wobei er u.a. als Generalkonservator tätig war. Als Mitbegründer der Wiener Schule befasste er sich mit dem Wesen und der Entstehung des modernen Denkmalkultes. 1903 wurde der von ihm verfasste Gesetzentwurf zu Denkmalpflege und -schutz umgesetzt, sodass methodische Grundlagen verankert wurden. Von praktischer Bedeutung war ein Katalog mit Wertkategorien, um das Wesen und die Bedeutung von Denkmälern einordnen zu können. Mit Blick auf die Erhaltung von bedeutsamen Bauwerken sind Gründe für das öffentliche Interesse abzuleiten. In dieser Arbeit wird oft eine erkenntnistheoretische Pionierleistung gesehen, die selbst heute noch internationale Anerkennung findet. Als eines seiner Hauptwerke findet 'Der moderne Denkmalkultus' aus dem Jahr 1903 auch heute bei Fachleuten noch Anklang.

Max Doerner (1870-1939)

Als Professor an der angesehenen Akademie der Bildenden Künste in München erlangte Max Doerner auch als Restaurator Bekanntheit. Auf der Basis seiner Forschungsarbeit änderte sich die Vorgehensweise bei der Restaurierung: Im Mittelpunkt sollte dabei die Bemühung stehen, die Originalsubstanz von beschädigten Kunstwerken zu erhalten. Das nach ihm bezeichnete Doerner-Institut wurde im Jahr 1958 in die Bayerischen Staatsgemäldesammlungen integriert. Im Jahr 1977 kamen Restaurierungswerksstätten hinzu. Das Doerner-Institut trägt heute mit seinem weltweiten Ansehen zur Erhaltung von Kulturgütern bei. Neben konservatorischer Museumsarbeit erfolgt ebenfalls praktische Restaurierung. Einen Namen hat sich das Institut vor allem mit neuartigen, physikalisch-chemischen Methoden zur Überprüfung von Kunstobjekten gemacht. 2008 wurde durch eine solche Analyse beim Verkauf das Gemälde 'Rotes Bild mit Pferden' als Fälschung enttarnt.
Buchtipp: Malmaterial und seine Verwendung im Bilde

Kurt Wehlte (1897-1973)

Der deutsche Spezialist für Maltechnik wirkte auch als Kunstmaler und Restaurator. Auf ihn geht das Verfahren der maltechnischen Röntgenuntersuchung zurück. Praktische Erfahrungen sammelte er u.a. als selbstständiger Restaurator für diverse Gemälde in Berlin. Wer sich im Bereich der Gemälderestaurierung ausbilden lassen und anerkannte Standards kennenlernen möchte, wird an Kurt Wehlte nicht vorbeikommen. Sein Buch "Werkstoffe und Techniken der Malerei" gilt heute noch als Standardwerk für Künstler, Kunsthistoriker und Restauratoren. Insofern nimmt diese Persönlichkeit heute noch in Forschung und Lehre eine wichtige Position ein. Die Lehrtätigkeit von Kurt Wehlte hatte zur Folge, dass mehr professionelle Ausbildungsmöglichkeiten für Restauratoren ins Leben gerufen wurden. Die von Kurt Wehlte organisierten Ausbildungsklassen sorgten dafür, dass sich in den 50er Jahren mehr junge Menschen für das Berufsfeld der Restaurierung interessierten. Er setzte mit seinen Bemühungen die Basis für eine institutionalisierte Form der Ausbildung von Restauratoren.



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