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Denkmalschutz - Konzept und Geschichte

Was verbirgt sich hinter diesem Konzept und seiner Geschichte?

In vielen Fällen handelt es sich um historisch bedeutsame Zeugnisse, denen für die Entwicklung des gesamten Landes oder einer Region eine Schlüsselrolle zukommt. Denkmalschutz verfolgt somit das engagierte Ziel, ein lebendiges Bild vergangener Epochen und Baustile aufrecht zu erhalten. Gut erhaltene Denkmäler zeigen uns, wo und wie Menschen früher gelebt haben.

  1. Gesetzliche Grundlagen
  2. Begriffliche Abgrenzung von Denkmalschutz und Denkmalpflege
  3. Kurzer Abriss zum geschichtlichen Hintergrund
  4. Förderungen im Denkmalschutz - Chancen und Herausforderungen
  5. Faktoren und Verfahren zur Eintragung historischer Denkmäler in eine Denkmalliste
Denkmalkennzeichnung in der DDR / bis heute

Denkmalkennzeichnung in der DDR / bis heute

Gesetzliche Grundlagen

In Deutschland gibt es das Denkmalschutzgesetz (DSchG) des Bundes sowie weitere Denkmalschutzgesetze der einzelnen Bundesländer. Das Denkmalschutzgesetz auf Bundesebene wurde im Jahr 1958 verabschiedet und ist seither mehrfach geändert worden. Es dient dem Schutz und Erhalt von Kulturdenkmälern, zu denen unter anderem historische Gebäude, archäologische Fundstätten, Denkmäler und Kunstwerke zählen. Das Gesetz regelt unter anderem die Zuständigkeiten und Aufgaben der Denkmalschutzbehörden, die Genehmigungsverfahren für Veränderungen an den geschützten Objekten sowie die Pflichten von Eigentümern und Nutzern von Kulturdenkmälern. Darüber hinaus gibt es weitere Vorschriften und Gesetze, die den Denkmalschutz ergänzen, wie zum Beispiel das Baugesetzbuch, das Strafgesetzbuch und das Kulturgutschutzgesetz.

In der Schweiz gibt es das Bundesgesetz über den Schutz der Natur und der Landschaft (NSG), das als Grundlage für den Schutz von Natur- und Kulturlandschaften dient. Der Schutz von Kulturgütern wird durch das Bundesgesetz über den Schutz der Kulturgüter bei bewaffneten Konflikten (KGSG) geregelt. Darüber hinaus haben die einzelnen Kantone eigene Gesetze und Verordnungen zum Denkmalschutz erlassen.

In Österreich ist das Denkmalschutzgesetz die grundlegende gesetzliche Grundlage für den Schutz von Kulturgütern. Es regelt die Unterschutzstellung von Denkmälern, die Pflichten von Eigentümern und Nutzern von Denkmälern sowie die Finanzierung von Denkmalpflege und -restaurierung.

Auf internationaler Ebene gibt es das UNESCO-Übereinkommen zum Schutz des Kultur- und Naturerbes der Welt von 1972, das auch als "Weltkulturerbe-Konvention" bekannt ist. Es definiert den Begriff des Kultur- und Naturerbes, legt die Verantwortung für den Schutz und die Erhaltung in die Hände der Staaten und schafft das UNESCO-Welterbe als Instrument des internationalen Denkmalschutzes. Daneben gibt es noch weitere internationale Abkommen, die den Denkmalschutz betreffen, wie zum Beispiel die Haager Konvention zum Schutz von Kulturgut bei bewaffneten Konflikten.

Begriffliche Abgrenzung von Denkmalschutz und Denkmalpflege

Fälschlicherweise werden die Begriffe Denkmalschutz und Denkmalpflege für Synonyme gehalten, was aber nicht der Realität entspricht. Die Denkmalpflege wird in Paragraf 22 des Denkmalschutzgesetzes näher umrissen. Vereinfacht, aber durchaus zutreffend, lässt sich festhalten, dass die Denkmalpflege beratende und fördernde Tätigkeiten von Denkmalbehörden zusammenfasst. Zur Diskussion stehen alle Maßnahmen, die der Erhaltung von Denkmälern dienen können. Der Denkmalschutz repräsentiert die rechtliche Seite der Maßnahmen: Die gesetzlichen Grundlagen sollen sicherstellen, dass Denkmalpflege gewährleistet werden kann. Aufsichtsbehörden sind in dieser Hinsicht damit befasst, die Instandsetzung und eingeschränkte Veränderbarkeit von Baudenkmälern zu überwachen. Restauratoren übernehmen den anpackenden Teil in Form von Maßnahmen für die Denkmalpflege. Dabei müssen sie sich aber konsequent an den Denkmalschutz halten. Dieser gibt den rechtlichen Rahmen für ihre handwerkliche Arbeitsweise vor.

Kurzer Abriss zum geschichtlichen Hintergrund

Die Idee des organisierten Denkmalschutzes ist noch relativ jung. Sie geht auf Karl Friedrich Schinkel zurück, seines Zeichens preußischer Baubeamter. Sein Konzept aus dem frühen 19. Jahrhundert richtete sich auf mittelalterliche Bauten wie Klöster, Kirchen und Herrenhäuser. Den Aufbruch in die Moderne des Denkmalschutzes, so wie wir ihn heute kennen, markiert jedoch erst das Jahr 1975: Das 'European Heritage Year' wurde im Deutschen mit 'Jahr des Denkmalschutzes' übersetzt und gebührend gefeiert. Der rasant voranschreitende Städtebau, dem viele historische Bauten/Villen zum Opfer fielen, forcierten die bewahrenden Anstrengungen. Um Historisches zu erhalten, verabschiedete ein Bundesland nach anderen ein Denkmalschutzgesetz. Auch in der DDR wurden zahlreiche Beschlüsse gefasst. Im Wesentlichen entstanden dabei Regelungen, die bis heute Gültigkeit haben. Die Anstrengungen lohnen sich sichtbar, denn Deutschland kann mit einem reichen architektonischen Erbe aufwarten. Heute stehen in Deutschland mehr als 1 Millionen Bauten unter Denkmalschutz.

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Plakette an Förderprojekten - Deutsche Stiftung Denkmalschutz

Plakette an Förderprojekten - Deutsche Stiftung Denkmalschutz

Förderungen im Denkmalschutz - Chancen und Herausforderungen

Förderungen im Denkmalschutz sind ein wichtiger Bestandteil der Erhaltung und Restaurierung von Kulturdenkmälern. Durch Steuervergünstigungen, Zuschüsse und andere Förderungen können staatliche und private Institutionen die Kosten für den Denkmalschutz senken.

Der Denkmalschutz wird in Deutschland von der Denkmalschutzbehörde und der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD) unterstützt. Die Denkmalschutzbehörde ist für die Erhaltung und Restaurierung von Kulturdenkmälern zuständig, während die DSD die Finanzierung und Förderung von Denkmalschutzprojekten unterstützt.

Es gibt verschiedene Arten von Förderungen im Denkmalschutz. Dazu gehören Steuervergünstigungen, Zuschüsse und Darlehen. Die Steuervergünstigungen beinhalten die Senkung der Grundsteuer für Denkmalimmobilien, die Erhöhung der Investitionszulage für den Denkmalschutz und die Erhöhung der Abschreibungen auf denkmalgeschützte Gebäude. Zuschüsse werden für Sanierungs- und Restaurierungsmaßnahmen an Denkmalen gewährt. Darlehen können für den Erhalt und die Erneuerung von Denkmalen aufgenommen werden.

Ein weiterer wichtiger Bestandteil der Förderung im Denkmalschutz ist die staatliche Förderung der Denkmalpflege. Diese Förderung beinhaltet Finanzmittel für die Erhaltung, Restaurierung und Instandsetzung von Denkmalen sowie für die Erhaltung und den Schutz der Umgebung.

Förderungen im Denkmalschutz sind ein wichtiges Instrument zur Erhaltung des kulturellen Erbes und zur Förderung des Denkmalwesens. Sie können dazu beitragen, dass Denkmäler für die Öffentlichkeit zugänglich und erhalten bleiben. Daher ist es wichtig, dass staatliche und private Institutionen die Möglichkeiten der Förderung im Denkmalschutz nutzen, um das kulturelle Erbe zu schützen und zu erhalten.

Faktoren und Verfahren zur Eintragung historischer Denkmäler in eine Denkmalliste

Die Eintragung historischer Denkmäler in eine Denkmalliste erfolgt in Deutschland in der Regel durch das jeweilige Landesdenkmalamt. Die genauen Verfahren können je nach Bundesland variieren, aber im Allgemeinen spielen folgende Faktoren und Verfahren eine Rolle:

  1. Denkmalwert und -würdigkeit: Das Denkmalamt prüft, ob ein Bauwerk oder eine Stätte den Denkmalwert besitzt. Dies bezieht sich auf historische, künstlerische, wissenschaftliche, städtebauliche oder volkskundliche Aspekte. Es muss einen bedeutenden Beitrag zur Geschichte oder Kultur leisten.
  2. Alterskriterium: In der Regel muss das Objekt ein bestimmtes Alter erreicht haben, um als Denkmal gelten zu können. Dies kann je nach Region unterschiedlich sein, aber oft liegt die Schwelle bei etwa 100 Jahren.
  3. Bewerbung oder Initiative: In einigen Fällen können Eigentümer, Gemeinden oder Organisationen selbst Denkmäler zur Eintragung vorschlagen. Eine entsprechende Bewerbung oder Initiative kann den Prozess in Gang setzen.
  4. Denkmaltopographie: Die Denkmalschutzbehörden nutzen Denkmaltopographien und -kataster, um bereits erfasste Denkmäler zu verwalten. Diese Listen dienen als Grundlage für die Eintragung neuer Denkmäler.
  5. Expertenmeinungen: Fachleute wie Archäologen, Architekten und Historiker werden oft in den Prozess einbezogen. Ihre Expertise trägt dazu bei, den Denkmalwert zu bestimmen und die Entscheidung zu unterstützen.
  6. Anhörung der Eigentümer: Die Eintragung erfolgt in der Regel nicht gegen den Willen der Eigentümer. Diese werden in den Prozess einbezogen, und ihre Meinung wird berücksichtigt.
  7. Behördliche Genehmigung: Die endgültige Eintragung erfolgt durch behördliche Genehmigung, normalerweise durch das Landesdenkmalamt oder eine vergleichbare Institution auf Landesebene.

Der gesamte Prozess zielt darauf ab, historisch und kulturell bedeutsame Bauwerke und Stätten zu schützen und ihre Erhaltung langfristig sicherzustellen.

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