Digitalisierung - Restaurierung, Archive, Museen

Digitalisierung im Bereich Restaurierung, Archive, Museen

Wie in den meisten Lebensbereichen spielen digitale Techniken auch in der Restaurierung zunehmend eine wichtige Rolle. Sie können eine Vielzahl von Arbeitsabläufen vereinfachen, etwa bei der Dokumentation von Schäden, der Untersuchung von Objekten, der Produktion von Negativteilen für die Rekonstruktion eines Stückes und der Vermittlung.

 

Digitalkameras oder Analogfotografie?

In der Anfangszeit der Dokumentation schützenswerten Schrift- und Bildguts wurde dieses noch mittels analoger Verfahren konserviert, etwa durch Mikrofilm oder mittels analoger Fotografie. Dies hat den Nachteil, dass solche analogen Objekte in genau demselben Maß an materielle Träger gebunden und dem Verfall unterworfen sind wie die Originale, wohingegen sich digitale Informationen immer wieder neu ohne Verluste kopieren und speichern lassen, sodass ihre Lebenszeit theoretisch unendlich verlängert werden kann. Berücksichtigt werden muss dabei allerdings, dass der physische Dateiträger nicht beschädigt wird oder veraltet (sofern eine Cloud-Speicherung aus Datenschutzgründen nicht möglich ist), und zum anderen, dass das gewählte Dateiformat gültig und lesbar bleibt. Daher muss ggf. in regelmäßigen Abständen eine Migration erfolgen. Für den Langzeitgebrauch von Dokumenten ist etwa der Dateityp PDF/A sinnvoll, bei reinen Bildformaten ist der Dateityp JPG seit vielen Jahren ein bewährtes Format, dies ist jedoch durch eine Daten-Komprimierung verlustbehaftet.

Digitale Bilddatenbanken

Software zur Verwaltung großer Mengen von Bildmaterial spielt auch in der Restaurierung zunehmend eine wichtige Rolle. Mit ihrer Hilfe ist neben der bloßen Archivierung auch die Sortierung, Bearbeitung, Verschlagwortung und Suche nach Metadaten digitaler Fotos möglich, etwa den Ort oder das Datum, an dem das Bild aufgenommen wurde. Dies kann die Arbeit des Restaurators zum Beispiel in der Dokumentation verschiedener Zustände eines Objekts, bei der Archivierung und Inventarisierung, dem Vergleich ähnlicher Objekte, der Recherche und dem fachlichen Austausch mit Kollegen unterstützen.

Digitale Dokumentationen und Kartierung

Um digitale Ansichten von dreidimensionalen Objekten zu erstellen, wurde für Restauratoren die Software Metigo MAP entwickelt. Sie bietet die Möglichkeit, die Objekte zu dokumentieren, zu kartieren und am Bildschirm aus unterschiedlichen Perspektiven zu untersuchen. So wird die Arbeit am Objekt z.B. dann erleichtert, wenn es sich an einem schwer zugänglichen Ort befindet; es können Vergleiche verschiedener Phasen in der Restaurierung vorgenommen und Schäden in der Nahsicht und im Vergleich verschiedener Ansichtsarten besser erkannt werden.

Digitale Bibliotheken und digitale Museen

Hierbei handelt es sich um zwei verschiedene Phänomene, die jedoch überlappen können: zum Einen zeigen viele bestehende Museen und Bibliotheken seit einigen Jahren einen Teil ihres Bestandes online. Zum Anderen existieren auch völlig ortsunabhängige Portale im Web, die Kulturgut präsentieren – ein Beispiel für eine rein digitale Bibliothek ist das Projekt Gutenberg, das auf seiner Website Volltexte gemeinfreier literarischer Werke zugänglich macht.

Für museale Präsentationen im Web gilt, dass sie die entsprechenden Objekte in einem kuratorischen Kontext zeigen müssen – entscheidend ist eine bewusste Auswahl, Erklärungen und zusätzliche Informationen zu den Stücken und ein der Ausstellung entsprechender Bedeutungszusammenhang. Die digitale Präsentation erleichtert den Zugang zum Beispiel für mobilitätseingeschränkte Personen, Risikogruppen oder ermöglicht schlicht die Betrachtung über große Distanzen hinweg.

3D-Drucker, GPS-Tracking, Drohnen

Digitale Techniken bieten Restauratoren jedoch auch Möglichkeiten, die weit über die bloße Dokumentation von Objekten hinausgehen. Mittels 3D-Scan- und -Druckverfahren konnten etwa bereits fehlende Teile an Skulpturen, Keramiken und anderen historischen Objekten rekonstruiert werden. Dabei kann dem Material eine UV-aktive Substanz beigemengt werden, was die Identifikation der im Drucker erzeugten Teile am fertigen Objekt mittels UV-Licht ermöglicht. Mitunter werden sogar Ausstellungsstücke, statt die empfindlichen Originale zu verleihen und zu transportieren, vor Ort von einem 3D-Drucker repliziert.

Drohnen kommen im Denkmalschutz zum Einsatz, wenn sie helfen, den Zustand von Bauwerken an sonst unzugänglichen Stellen zu dokumentieren. Dabei kann die Speicherung der GPS-Daten des jeweiligen Fotos bei der Lokalisierung zusätzlich hilfreich sein. Zum Einsatz gekommen ist die Technik bereits am Hamburger Rathaus und am Kölner Dom.

Virtuelle Museen und Messen in der Corona-Krise

Im Zuge des Lockdowns in der Corona-Krise entwickelten viele Museen virtuelle Formate, um ihren Besucher trotz Schließung den Zugang zu ihren Exponaten zu ermöglichen.

Einige hatten zum Ziel, das Erlebnis eines Museumsbesuchs so lebensnah wie möglich zu imitieren – etwa durch virtuelle Rundgänge durch eine Simulation der Museumsräumlichkeiten, teils inklusive geführter Touren zu festen Zeitpunkten. Andere entwickelten von der konkreten Räumlichkeit unabhängige Formate, die so nur im virtuellen Raum möglich sind – etwa das MoMa in New York, das über eine Lernplattform kostenlose Kurse zum Thema moderne Kunst anbot, inklusive Lehrvideos, Foren zum Austausch und Wissenstests. Es steht zu erwarten, dass auch nach dem Ende der Ausgangsbeschränkungen solche Formate weiter bestehen werden, da sie dazu beitragen können, den physischen Besuch zu vermeiden und so das Ansteckungsrisiko zu reduzieren.

Kartierungssoftware - metigo MAP 4.0 - Was ist Neu?
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