Fachwerk- und Altbauten

Der Erhalt von altem Fachwerk

Insbesondere die Restaurierung von alten Fachwerkhäusern bedarf einer profunden Sachkenntnis der alten Materialien, Konstruktionsmethoden und Zimmermannstechniken. Außerdem bedarf es noch einer fundierten Kenntnis der Statik.

 

Gerade im Bereich der Fachwerkrestaurierung können bereits kleine Fehler über kurz oder lang zu folgenschweren Schädigungen der Holzsubstanz führen und dann hohe Sanierungskosten verursachen. Wir geben Ihnen einen Einblick in die Welt der Restaurierung von altem Fachwerk.

Grundlagen der Fachwerkkonstruktion

Die Fachwerkhäuser haben sich aus einfachen Pfahl- und Pfostenbauten aus Holz entwickelt. Etwa seit dem 13. Jahrhundert sind Fachwerkhäuser in Deutschland bekannt, und zur Zeit gilt ein altes Fachwerkhaus in Esslingen aus dem Jahre 1262 offiziell als erstes Fachwerkhaus Deutschlands. Im Mittelalter war es zunächst üblich, die Holzständer direkt in der Erde einzurammen, woraus große Probleme durch Fäulnis der erdberührten Holzteile resultierte.

Es sollte bis zum 15. Jahrhundert dauern, bis sich die Konstruktion des bis heute üblichen Fachwerkhauses entwickelte. Zur Vermeidung der Holzfäule wurden die vertikalen Ständerbalken auf durchgehende Fußschwellen, vorwiegend aus Eichenholz, gegründet. Etwas später begann man in Deutschland, Österreich und der Schweiz, die Fußschwelle auf ein Steinfundament (in der Schweiz auch auf vier Steinhaufen unter den vier Hausecken) zu gründen. Auf diese Weise trennte man das Holz vom feuchten Erdreich und vermied die fundamentnahe Holzfäule.

Allerdings musste für diese Neuerung, die Ständer nicht mehr im Erdboden einzuspannen, und die wachsende Anzahl an Geschossen zunächst eine weitere Erfindung gemacht werden: Die aussteifenden Diagonalen, Streben und Riegel. Erst diese sorgen nämlich dafür, dass ein Fachwerkhaus auch ohne Ausfachungen in sich stabil bleibt und nicht umkippt.

Folgende Elemente bilden das Fachwerk:

  • Die horizontale Fußschwelle.
  • Die vertikalen Ständer.
  • Die Riegel zur horizontalen Aussteifung in Fassaden und Wänden.
  • Diagonalen in Form von Streben und Kopfbändern zur Kippsicherung.
  • Das horizontale Rahmholz (auch: Rähm) zur Aufnahme der Deckenbalken und des Dachstuhls.

Daher erfüllt jeder einzelne Holzstab in einem Fachwerkhaus eine wichtige Aufgabe!

Beurteilung der Standfestigkeit

Bereits wenige, geschädigte Holzbalken in der Fassade oder im Inneren eines Fachwerks können die Standfestigkeit des gesamten Gebäudes gefährden. Nun ist es in der Tat so, dass Fachwerkkonstruktionen sehr robust sind und sogar beim Verlust vieler Holzstreben noch Jahrhunderte überleben können. Dies beweisen antike Fachwerkhäuser, die eine erhebliche Schräglage aufweisen und dennoch weiterhin nicht einstürzen. Aber nur ein Fachmann kann beurteilen, welche Maßnahmen zur Restaurierung nötig sind, um die Standsicherheit des Hauses zu garantieren. Sonst wächst die Gefahr des Einsturzes mit heutiger, moderner Nutzung, wie zum Beispiel höherer Nutzlasten im Inneren und Vibrationen durch Verkehr oder benachbarten Bauarbeiten.

Besonderheiten bei der Restaurierung von Fachwerk

Im modernen Holzskelettbau haben es Architekten und Planer relativ einfach: Aus statischen Tabellen lassen sich die Bemessungsquerschnitte der genormten Holzbauteile problemlos entnehmen. Auch die Verbindungselemente wie Balkenschuhe, Schraubverbindungen und Nagelbleche sind genormt und werden entsprechend der auftretenden Kräfte vom Planer bzw. vom Bauingenieur bemessen. Auf diese Weise können Planer bei Neubauten im Holzbau auf reproduzierbare Querschnitte und Verbindungen zurückgreifen. Baukonstruktive und chemische Vorkehrungen sorgen dafür, dass Wasser sicher abgeführt und das Holz dauerhaft geschützt wird.

Anders sieht es bei alten Fachwerkkonstruktionen aus: Kein Bauteil ist genormt, das Fachwerk „funktioniert von alleine“ aufgrund der jahrhundertelangen Erfahrung von Zimmerleuten, und jedes einzelne Bauteil ist Teil eines Ganzen. Ein Restaurator kann weder auf Bautabellen noch auf genormte Holzquerschnitte zurückgreifen, wenn es um die Restaurierung eines alten Fachwerkhauses geht. Nur mit sehr viel Erfahrung und „Gefühl“ wird der Restaurator die richtigen Entscheidungen treffen.

Ganz besonders gilt dies für die Erhaltung oder die Rekonstruktion der alten Holzverbindungen. Statt der heute üblichen Nagelbleche wurden früher nämlich Zapfen, Holzspangen und Holzdübel eingesetzt. Diese ermöglichen, in gewissen Grenzen, Bewegungen im Fachwerk aufzunehmen, ohne dass die Holzstäbe durch Scherkräfte reißen. In der modernen Bautechnik wird dies durch gelenkige Schraubverbindungen erreicht, die zwischen Holzbinder und Auflager montiert werden.

Im Denkmalschutz werden immer alte Holzverbindungen eingesetzt. Ausnahmen sind nur in besonders schwierigen, statischen Situationen oder bei versteckten Holzbauteilen erlaubt, aber meistens nicht empfehlenswert. Unter dem Nagelblech kann es im ungünstigen Fall zur Holzfäule und zur Korrosion kommen.

Aber auch der Ersatz von extrem geschädigten, nicht restaurierbaren Holzstreben geschieht im Denkmalschutz unter anderen Regeln. Immer sind alte Holzbalken und Streben vorzuziehen. In Deutschland gibt es mittlerweile eine große Anzahl von Bauhöfen mit antiken Baumaterialien, auf denen der Bauherr oder der Restaurator die benötigten Bauteile in Menge und Querschnitt finden kann. Selbstverständlich sollte auch die Holzart (also Weich- oder Hartholz) übereinstimmen.

Übrigens führen diese antiken Bauhöfe auch jegliche andere, für die Fachwerkhausrestaurierung benötigten Materialien, angefangen bei antiken Dachziegeln, Bodenbelägen, Fenstern und Beschlägen.

Farben und Putze in der Denkmalpflege


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Bei der Sanierung historischer Gebäude gibt es nicht nur bei der Gestaltung, sondern auch bei der Auswahl der Materialien einige wichtige Grundsätze zu beachten. Ähnlich wie bei der Verwendung passender Hölzer im Fachwerk und passender Steine und Ziegel im Fassaden- und Dachbereich müssen auch die Putze und Farben mit Bedacht und Sachkenntnis ausgewählt werden. Insbesondere gilt dies natürlich im Denkmalschutz.

Altbausanierung in der Denkmalpflege


Altbausanierung in der Denkmalpflege

Die Sanierung von denkmalgeschützten Bauwerken bedarf einer besonderen Sachkenntnis der Materie. Alte Baukonstruktionen unterscheiden sich oft erheblich von modernen Gebäuden, und zwar sowohl bei den Konstruktionstechniken als auch bei den eingesetzten Materialien.

Dämmung bei denkmalgeschützten Gebäuden

Mit Inkrafttreten des neuen Gebäudeenergiegesetzes (GEG) haben sich die Anforderungen an den Wärmeschutz von Gebäuden nochmals verschärft. Auch historische Gebäude sind nicht von bestimmten Sanierungsmaßnahmen zur Energieeinsparung ausgenommen, wenn es auch viele Sonderregelungen gibt.

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