Gemälderestaurierung - Gemälderestaurator

Restaurierung von Gemälden - Erhaltung von Kunstobjekten

Gemälde stellen eines der wichtigsten Kulturgüter unserer Gesellschaft dar. Sie sind Zeitzeugen und Geschichtsträger, öffnen ein Fenster in eine vergangene Zeit und lassen den Betrachter für eine gewisse Zeitspanne in eine andere Welt abtauchen.

 

Um diese Kunstobjekte zu erhalten – gleich ob dies als präventive Maßnahme oder in Form einer Wiederherstellung erfolgt – bedarf es gut ausgebildeter Gemälderestauratoren. Die Gemälderestaurierung stellt eine eigene Form der Restaurierung dar und ist eines der ältesten Fachbereiche. Der Ablauf einer Restaurierung, die Wahl der Technik sowie die damit verbundenen Kosten sind abhängig von der Form des Untergrundes – Leinwand, Holz, Pappe, Karton oder Metall – sowie dem Erhaltungszustand des Objektes. Nicht selten erlebt der Gemälderestaurator bei der Bearbeitung des Gemäldes eine Überraschung: Die Übermalung von Gemälden war nicht unüblich. So können sich unter dem vorerst sichtbaren Bild Vorzeichnungen, Studien oder abgeschlossene Arbeiten des Künstlers verbergen. Der Arbeitsaufwand erhöht sich im Falle einer vormals erfolgten unsachgemäßen Restaurierung. Demnach müssten fehlerhafte Bearbeitungen des Gemäldes zuvor abgetragen werden. In jedem Falle lohnt sich eine fachkundige Gemälderestaurierung.

Wann sollte ein Gemälde restauriert werden?

Um diese Frage zu beantworten gilt es zwischen drei Formen der Gemälderestaurierung zu unterschieden: Konservierung, präventive Konservierung oder Restaurierung. Die Konservierung dient dem Erhalt des aktuellen Zustandes des Gemäldes. Alterungsspuren werden dabei nicht behoben. Lediglich der weitere Alterungsprozess soll verlangsamt werden. Die präventive Konservierung dient dem Ausschalten schadender Einflussfaktoren wie externer Witterungsbedingungen oder starker UV-Strahlung auf das Kunstobjekt. Bei einer Restaurierung werden hingegen bereits vorhandene Schäden behoben und die bestehende Substanz gesichert. Diese Maßnahme wird jedoch nur ergriffen, wenn sich die Lesbarkeit und die Bedeutung des Objektes bereits stark vermindert haben.

Aufgabe eines Restaurators ist es auch, das Gemälde zuvor eingehend zu untersuchen. Sollten Sie sich unsicher sein, ob Ihr Gemälde restauriert werden sollte, kann ein Gutachten zum Erhaltungszustand Auskunft geben. Konservierenden Maßnahmen ist immer der Vorrang zu geben, da bei einer Restaurierung auch in die bestehende Substanz eingegriffen wird.

Typische Schäden und Ihre Ursachen

  • Schäden durch externe Witterungsbedingungen, zB. UV-Strahlung, Feuchtigkeit, Temperaturschwankungen
  • Krakelee, Craquelé oder Krakelüre, zB. durch die verwendeten Materialien oder mechanische Belastung
  • Verschmutzungen durch Ablagerungen von Staub
  • Vergilbungen durch Ruß und Nikotin
  • Macken, Kratzer, Risse im Rahmen zB. durch unsachgemäße Handhabung
  • Falten, Risse oder Farbabreibungen im Gemälde durch unsachgemäßes Rahmen
  • Farbabsplitterungen oder Knicke durch fehlerhafte Lagerung oder Transport
  • Schäden durch unsachgemäße Reinigung mit Lösungsmitteln
  • Brandblasen durch Hitzeeinwirkungen
  • Blasen oder Risse durch fehlerhafte Klebernutzung

Typische Materialien bei der Gemälderestaurierung

  • Firnis, zB. Dammarfirnis ein in Terpentinöl gelöstes Dammarharz zum Schutz der Malerei
  • Holz für Ergänzugen am Rahmen
  • Blattgold für Vergoldungen am Rahmen
  • Stuck zur Modellierung von Rahmenschäden und Ergänzugen an Holzrahmen mit Stuck
  • Wachse und Leime zum Schließen von Löchern und Rissen
  • Farben zur Ergänzung von Fehlstellen oder Farbabreibungen
  • Glasfasergewebe zur Schließung von Löchern
  • Lösungsmittel zur Reinigung

Typische Werkzeuge und Techniken

  • Pinsel zur Retuschierung
  • Spannzangen zum Aufspannen der Leinwand auf Rahmen
  • Spritz- oder Sprühpistolen zum Auftragen eines Firnis
  • Skalpelle zur Ablösung von Schmutzschichten
  • Schnitzeisen und Schnitzmesser zur Bearbeitung für Holzrahmen
  • Vakuumtische zur Glättung der Leinwand
  • Mikroskope für die Detailarbeit am Gemälde
  • Nadel und Faden zur Gewebebehandlung
  • Fotokameras zur Dokumentation des Restaurierungsprozesses (Vor-, Zwischen- und Endzuständen)
  • Scanner für Dokumentationen und Digitalisierungsprojekte

Ablauf einer Restaurierung

Zunächst untersucht der Gemälderestaurator das Objekt auf die Maltechnik, das Untergrundmaterial und bestehende Schäden. Alle Befunde werden fotografisch und schriftlich in einer Dokumentation festgehalten. Im nächsten Schritt recherchiert der Restaurator Informationen zu Künstler, dessen Gesamtwerk und verwendete Materialien dieser Zeit. Vor allem der Einsatz verschiedener Malmittel und Pigmente unterscheidet sich von Epoche zu Epoche mitunter sehr.

Bei vielen historischen Gemälden handelt es sich zB. um handgemalte Ölgemälde auf Leinwand und einem Holzrahmen mit Blattgold. In Abhängigkeit von den Schäden des Kunstobjektes müssen zB. vergilbte Schmutzschichten entfernt, der Rahmen nachvergoldet oder Fehlstellen restauriert werden.

Bei Fehlstellen versucht der Fachmann die vom Künstler verwendeten Malmittel nachzumischen. Zudem wählt er geeignete Restaurierungsverfahren aus. Wichtig ist die Auseinandersetzung mit dem Gesamtwerk des Künstlers. Je mehr der Restaurator über die Entstehung des Gemäldes weiß, umso präziser kann die Restaurierung durchgeführt werden.

Gemälde selber restaurieren?

Kunstinteressierte Besitzer von Gemälden malen nicht selten selbst und verfügen über Kenntnisse von Maluntergründen und Farben. Dieses Wissen allein sowie die Fähigkeit einen Pinsel zu führen reicht jedoch nicht aus. Eine fachgerechte Restaurierung umfasst die Einbeziehung von weitaus mehr Faktoren. Vor allem sind es die verschiedenen Restaurierungstechniken, die in einer speziellen Ausbildung erworben werden, welche eine gelungene Restaurierung auszeichnet. Die Kunst ein Gemälde in seiner Substanz und Lesbarkeit zu verbessern und dennoch nur geringe Spuren auf dem Werk zu hinterlassen kann von einem Laien nicht geleistet werden. Eine unsachgemäße Restaurierung kann den Erhaltungszustand des Gemäldes weiter verschlechtern und den Alterungsprozess beschleunigen.

Typische Schäden einer unsachgemäßen Restaurierung

Bei einer Restaurierung durch Laien werden zumeist großflächige Übermalungen vorgenommen. Die Zusammensetzung des Malmittels sowie die Farbwahl stimmen oft nicht überein. Zum einen verliert das Kunstobjekt an Ausdruckskraft und zum anderen können die unterschiedlichen zum Einsatz gebrachten Substanzen miteinander reagieren. Oftmals wird damit auch der Alterungsprozess beschleunigt. Eine unsachgemäße Restaurierung verringert den Wert des Gemäldes deutlich. Zugleich steigen die Kosten für eine anschließende erneute, professionelle Restaurierung, da zunächst die zusätzliche Farbschicht abgetragen werden muss. Im schlimmsten Falle sind die Schäden irreparabel.

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