Kulturelles Erbe, Kulturgut & Kulturerbe

Was sich hinter diesen Konzepten verbirgt

Der Begriff Kulturgut bezeichnet etwas, das einen besonderen kulturellen Wert aufweist und daher bewahrt werden soll. Für die Bewahrung von Kulturgütern, die auch als kulturelles Erbe bezeichnet werden, sind u.a. professionelle Restauratoren zuständig. Im deutschen Sprachgebrauch werden unter einem Kulturgut bewegliche sowie nicht bewegliche Güter verstanden.

 

Diese Güter können in literarischer, geschichtlicher, archäologischer oder architektonischer Hinsicht Bedeutung erlangen. Insofern sind Kulturgüter in Museen, Archiven und Bibliotheken zu finden. Schlösser bzw. Baudenkmäler prägen als kulturelles Erbe vielerorts noch das Straßenbild bzw. den historischen Stadtkern. Ursprung und Alter von Kulturgütern können sehr unterschiedlich sein: Viele gehen auf Hochkulturen oder das Mittelalter zurück. Auch die Materialien, die als Kulturgut angesehen werden, sind vielfältig. Nennenswert in diesem Zusammenhang ist die Charta von Venedig aus dem Jahr 1964. Heute noch gilt sie als eine der wichtigsten, anerkannten Richtlinien für die Denkmalpflege. In diesem bedeutenden Text wird dargelegt, wie bei der Restaurierung und Konservierung von Kulturgütern vorzugehen ist.

Was hat es mit dem UNESCO-Weltkulturerbe auf sich?

Dieser Auszeichnung für Kulturgüter kommt besonderer Ruhm zu, denn entsprechend deklarierte Orte/Monumente erlangen oft weltweite Bekanntheit. Die UNESCO verleiht diesen Titel an Stätte, die aufgrund ihrer Einzigartigkeit sowie Authentizität weltbedeutend sind. Unterschieden wird generell zwischen dem Weltkultur- und dem Weltnaturerbe. Diese Bezeichnung darf ein Kulturgut nur tragen, wenn es den Welterbe-Konventionen entspricht. Im Jahr 2018 tragen weit über 1.000 Stätten weltweit diesen Titel, wobei insgesamt 167 Länder in der Auswahl vertreten sind.

Welche Rolle spielen Restauratoren mit Blick auf die Erhaltung von kulturellem Erbe?

Von essentieller Bedeutung ist, dass Kulturgüter identitätsstiftend wirken. Wenn sie erhalten und geschützt werden, erlauben sie uns einen lebendigen und authentischen Einblick in vergangene Zeiten. Insofern ist es die Aufgabe von professionellen Restauratoren, Kulturerbe in vielfältigen Formen als Zeugnis für die Nachwelt zu erhalten. Abgesehen von der reinen Restaurierung gehören auch Voruntersuchungen sowie Dokumentationen zum Aufgabenbereich von Restauratoren. Die Arbeit von Restauratoren ist somit unverzichtbar, um ein Kulturerbe auf Dauer zu erhalten. Da im Zuge der Restaurierung oft mit Originalen gearbeitet wird, tragen diese Fachleute eine große gesellschaftliche Verantwortung in ihren Händen. Die Arbeitsbereiche mit Blick auf die Erhaltung von Kulturgütern können vom Museum, Archiven bis hin zur Denkmalpflege sehr breit gefächert sein.

Rechtliche Grundlagen: Kulturschutz- und Denkmalschutzgesetze

Generell ist zu betonen, dass Denkmalschutz und Kulturschutz eng zusammenhängen. Eine rechtliche Verankerung findet das Kulturgut hierzulande im Kulturschutzgesetz. Es handelt sich beim KGSG (Gesetz zum Schutz von Kulturgut) um eine neue Regelung, die erst 2016 in Kraft getreten ist und das bis dato geltende Gesetz zum Schutz deutschen Kulturgutes vor Abwanderung sowie das Kulturrückgabegesetz abgelöst hat. Zum erweiterten Schutz von Kulturgütern trägt die Tatsache bei, dass jedes Bundesland ein eigenes Denkmalschutzgesetz formuliert hat. Im Laufe der Geschichte ist der Schutz von kulturellem Erbe auf unterschiedliche Weise geregelt worden. Eine besondere Rolle nimmt dabei die Haager Konvention aus dem Jahr 1954 ein. Aus diesem Dokument geht hervor, wie ein Kulturgut im Falle bewaffneter Konflikte zu schützen ist. Es handelt sich hierbei um eine Aufgabe des Zivilschutzes. Das Emblem, eine blauweiße Raute, zeigt, welches Kulturgut als schützenswürdig erachtet wird. Notwendige Maßnahmen würden durch das BBK (Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe) in Deutschland durchgeführt.



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