Kulturgutschutz

Kulturgutschutz und das Kulturgutschutzgesetz

Als Kulturgüter zählen verschiedene materielle oder immaterielle Zeugnisse der Vergangenheit und Gegenwart einzelner Volksgruppen, die es zu erhalten gilt. Die Erhaltung von Kunst und Kulturgut liegt in unserer gemeinsamen Verantwortung, denn diese sind existenziell als Spiegel unserer Geschichte und unserer kulturellen Identität. Wichtige Zeugnisse der Menschheit zu sichern und zu erhalten ist deshalb eine permanente Aufgabe.

 

Was gilt als Kulturgut?

Unter Kulturgut verstehen Experten etwas, das laut Duden einen kulturellen Wert vermittelt. Dabei handelt es sich nicht zwangsläufig um materielle Güter, deren Bestand als schützens- und erhaltenswert gilt. Im deutschen Sprachraum gibt es dafür keine eindeutige Definition. So gelten unterschiedliche bewegliche, nicht bewegliche sowie immaterielle Güter als Kulturgüter. Ihre Bedeutung ist vor allem archäologischer, geschichtlicher, literarischer oder künstlerischer Natur.

Wozu dient das Kulturgutschutzgesetz?

Kulturgüter gelten als die Repräsentanten von Traditionen und Werten und spiegeln auf diese Weise die Identität von Gemeinschaften. Sie geben die besondere Geschichte eines Landes oder einer Bevölkerungsgruppe wieder. Aus diesem Grund sehen Staaten sie als besonders schützenswert an, weshalb sie Gesetze zum Kulturgutschutz formulieren.

In Deutschland regelt das Bundesgesetz mit dem Titel "Gesetz zum Schutz von Kulturgut" (KGSG) einen Teilbereich des Kulturgutschutzes.

Der Kulturgutschutz funktioniert im deutschen Recht in zwei Richtungen. Zum einen soll er verhindern, dass nationale Güter in das Ausland abwandern. Zum anderen darf niemand illegal ausländische Kulturgüter nach Deutschland einführen.

Um besser gegen den illegalen Handel der teilweise unersetzlichen Kulturgüter vorzugehen, gibt es seit 2016 ein einheitliches Gesetz. Deutschland passte damit seine eigene Rechtsprechung an die Vorgaben der EU sowie der UNESCO an. Es erleichtert die Verfolgung und die Rückgabe in die Herkunftsstaaten der Güter.

Welche nationalen und internationalen Konventionen und Gesetze existieren?

Der Kulturgutschutz liegt hauptsächlich im Verantwortungsbereich der einzelnen Bundesländer. Dennoch regeln die Gesetze verschiedene Aufgaben des Bundes, dem hierbei gesonderte Funktionen zukommen.

Kulturgutschutz in Deutschland

Deutschland selbst ist laut dem eigenen nationalen Gesetz für die oben genannten Aufgaben zuständig. Darin inbegriffen ist die Verhinderung der Abwanderung sowie illegalen Einfuhr von Kulturgütern. Genau genommen bedeutet das, dass jeder, der solche Güter hierhin einführt, die Erlaubnis des Herkunftslandes benötigt.

Darüber hinaus regelt das Kulturgutschutzrecht die Rückgabe von Kulturgut an die Herkunftsstaaten. Hierbei handelt es sich hauptsächlich um illegal beschaffte Gegenstände aus Zeiten der Kolonialisierung. Das Gesetz aus dem Jahr 2007 regelte dies nur unzureichend, da kaum ein Drittstaat die Anforderungen an die Rückführung erfüllte. So stand dort festgeschrieben, dass es für die zurückzuführenden Güter einen Eintrag in einem entsprechenden nationalen Verzeichnis für Kulturgüter geben muss. Ein solches besitzen jedoch nur wenige Staaten.

Die Haager Konvention zum Schutz von Kulturgut bei bewaffneten Konflikten

Dieser völkerrechtliche Vertrag besteht seit dem Jahr 1954 und hat den Kulturgutschutz während bewaffneter Konflikte oder in Kriegen zum Ziel. Er verbietet Zerstörung, Beschädigung, Diebstahl oder Plünderung der kulturell bedeutenden Güter.

Dabei basiert dieser Vertrag auf der Definition von Kulturgut. Sie sieht dieses als bewegliches oder unbewegliches Gut an, das für das kulturelle Erbe von Völkern von großer Bedeutung ist. Dazu zählen Kunstwerke, Bücher, Skulpturen oder archäologische Funde. Doch auch Denkmäler, Bibliotheken oder Museen fallen in die Definition.

Zu der eigentlichen Konvention kamen 1954 und 1999 zwei zusätzliche, in sich abgeschlossene Protokolle. In ihrer Gesamtheit gehört sie zum humanitären Völkerrecht. Dieses regelt insgesamt zulässige Mittel und Methoden zur Kriegsführung.

Wie unterstützt die UNESCO den internationalen Kulturgutschutz?

Die UNESCO gilt als Urheber der Haager Konvention. Sie war es, die damals am 21. April 1954 die Konferenz einberief und den Vertrag mit den Mitgliedsstaaten ausarbeitete. Als United Nations Educational, Scientific and Cultural Organization gehört der Kulturgutschutz zu den wichtigsten Aufgaben.

Darüber hinaus erarbeitete die Organisation weitere Konventionen mit ähnlichen Schwerpunkten. Ein Übereinkommen regelt das Verbot und die Verhütung der unzulässigen Einfuhr, Ausfuhr und Übereignung von Kulturgut seit dem Jahr 1970. Außerdem trat 2007 eine Vereinbarung zum Schutz der kulturellen Vielfalt in Kraft.

Die Ernennung von UNESCO-Welterbestätten zählt zu den wichtigsten Auszeichnungen und bildet eine Grundlage für den Kulturgutschutz. Sie gilt dem Schutz des Kultur- und Naturerbes dieser Welt. Darüber hinaus gehört die Zusammenarbeit mit verschiedenen Organisationen, die sich dem Kulturschutz widmen, zu einem der wichtigen Aufgabenbereiche der UNESCO.

Welcher Unterschied besteht zwischen Kulturgut und Denkmal?

Der Begriff Kulturgut lässt sich auch in der deutschen Rechtsprechung finden und beschreibt hier eine bewegliche Sache oder eine "Sachgesamtheit". Diese zeichnen künstlerische, geschichtliche oder archäologische Werte aus. Das betrifft hauptsächlich materielle Güter, da sich immaterielle schwer spezifizieren lassen. Der Kulturgutschutz müsste auf eine andere Art wirken.

Der Begriff unterscheidet sich von dem des Denkmals und wird stark abgegrenzt. Zwar umfassen die Denkmalschutzgesetze, definiert von den einzelnen Ländern, ebenfalls den Ausdruck Kulturgut. Doch gibt es hier außerdem bewegliche Denkmäler. Meist jedoch handelt es sich um Bau- oder Bodendenkmäler, die Konservatoren und Restauratoren direkt vor Ort pflegen. Ein Kulturgut ist andererseits mitunter beweglich und verdient daher einen speziellen Schutz vor der Ausfuhr und dem Verlust.

Was ist ein Abwanderungsschutz?

Einen wichtigen Bestandteil des Kulturschutzgesetzes bildet der Abwanderungsschutz. Es regelt die Ausfuhr jedes einzelnen Gutes entsprechend der Alter- und Wertgrenze. Dadurch stellt er sicher, dass der Staat auch sich im Privatbesitz befindliche Kulturgüter kennt. Innerhalb Europas gelten noch einmal gesonderte Regelungen.

Möchte jemand ein Kulturgut ausführen, muss er dies entsprechend beantragen. Die im Abwanderungsschutz festgeschriebenen Fälle gelten zunächst nur unter Vorbehalt. Jedoch dürfen die Behörden die Genehmigungen ausschließlich unter bestimmten Bedingungen versagen. Darunter fallen ein illegal nach Deutschland eingeführtes Kulturgut oder wenn der Zoll die Sendung anhält. Damit wollen Staaten sicherstellen, dass sie weiterhin den Überblick über die Gesamtheit der ausgeführten Kulturgüter behält.

Wie lässt sich Kulturgutschutz im Katastrophenfall gewährleisten?

Immer wieder kann es vorkommen, dass Kulturgüter Naturgewalten oder anderen Katastrophen ausgesetzt sind. Dann müssen Konservatoren, Restauratoren und Verwalter schnell handeln. Das gilt für Hochwasser, Brandfälle sowie andere Zwischenfälle. Die Städte Münster, Hannover und Dresden arbeiten daher mit mobilen Notfallboxen und die Stadt Köln mit einem Notfallcontainer, der den Kulturgutschutz unterstützt, indem diese eine Erstversorgung im Katastrophenfall ermöglichen.

Der Container für den Kulturgutschutz von Köln ist ein einmaliges Projekt in Deutschland. Er passt auf ein Fahrzeug der Feuerwehr und findet so seinen Weg zum Einsatzort. Er bietet auf diese Weise einen Arbeitsraum für die Erstversorgung von schriftlichem Kulturgut.

Auch die Berufsfeuerwehr der Stadt Weimar hat einen speziellen Gerätewagen Kulturgutschutz welcher bei Bränden in kulturellen Einrichtungen wie Museen und Bibliotheken zum Einsatz kommen soll. Die Erkenntnisse aus der Brandkatastrophe der historischen Anna-Amalia-Bibliothek waren für das Konzept einer ersten Notfallversorgung ausschlaggebend und von richtungweisender Bedeutung.

Je nachdem, wo sich Güter befinden und welchen Katastrophen sie zum Opfer fallen, ist nicht immer entsprechendes Personal vor Ort. Außerdem benötigen Konservatoren und Restauratoren die richtigen Voraussetzungen, um schnell entsprechend zu arbeiten.

Allgemein kommt den Konservatoren und Restauratoren eine wichtige Aufgabe beim Kulturgutschutz zu. Sie kümmern sich um den Erhalt dieser bedeutenden Güter mit großer Expertise und Sachkenntnis. So entfernen sie zB. Schimmel und erhöhen die Lebensdauer, damit Kulturgüter weiterhin erhalten bleiben.

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Weiterführende Informationen:



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