Möbelrestaurierung - Möbelrestaurator

Möbel- und Holzrestaurierung: Altes Handwerk für kreative Köpfe und Hände

Die Möbelrestaurierung ist ein altes Handwerk, das viel Erfahrung und eine solide fachliche Ausbildung erfordert.

 

Der Restaurator ist dabei bestrebt, das ihm anvertraute Objekt möglichst in ursprünglicher Form zu erhalten. Dabei will er die Substanz des jeweiligen Möbelstücks bewahren beziehungsweise wiederherstellen. Das setzt umfangreiche Kenntnisse der Kunst und Kultur aller Epochen sowie großes persönliches Geschick voraus. Eine laienhaft durchgeführte Möbelrestaurierung kann unbewusst große, bleibende Schäden an Kulturgütern herbeiführen. Der kundige Restaurator dagegen erarbeitet ein Konzept für seinen Arbeitsprozess, setzt das richtige Material ein, wendet passende Techniken an und entscheidet verantwortungsvoll über Furnierung sowie Oberflächenbehandlung.

Vertraut mit jeder Holzart aus allen Stilepochen

Er kennt sich ebenso gut mit den bewährten Methoden der Demontage von Einrichtungsgegenständen aus. Auch hinsichtlich der Möbelpflege verfügt er über umfangreiches Wissen. Ebenso ist ein guter Restaurator perfekt mit allen Werkstoffarten vertraut, ob sie nun bei einfachen Weichholz- oder kostbaren Barockmöbeln mit Intarsien vorkommen. Er weiß darüber hinaus gut Bescheid über den traditionellen Möbelbau und die sehr unterschiedlichen Verbindungstechniken. Spezielle Kenntnisse sind vom Zubereiten und Verarbeiten des Heißleims gefragt. Ebenso ist es ein Kunststück für sich, eine Verleimung wieder zu lösen, ohne dass Schäden am Holz zurückbleiben.

Dem Originalzustand so nahe kommen wie möglich

Ein professioneller Restaurator vermag Herkunft und Ausfertigung jedes Möbelstücks genau zu erkennen. In welche Stilepoche gehört es, was war sein Charakter zur Zeit der Entstehung? All diese Faktoren fließen in das Urteil eines sachkundigen Restaurators mit ein. Daher lohnt sich das Hinzuziehen eines solchen Fachmanns bei stilvollen Möbelstücken in jedem einzelnen Fall. Er wird auf Grund seiner Kenntnisse der Kunstgeschichte in der Lage sein, dem Originalzustand des Objekts so nahe wie möglich zu kommen. Dieses lukrative und moderne Berufsbild eines Möbelrestaurators macht es besonders für junge Ausbildungssuchende interessant und spannend!

Staatlich geprüfter, sehr vielseitiger Beruf

Möbelrestaurator ist ein staatlich geprüfter, sehr vielseitiger Beruf mit hohem Kreativitätspotential. Ein solcher Fachmann ist u. a. mit den Grundlagen der Chemie, Physik und Mikrobiologie vertraut. Daneben lernt er in seiner Ausbildung mehrere handwerkliche Fertigkeiten kennen, die teilweise seit Jahrhunderten gepflegt werden. In seinem beruflichen Alltag wirkt er außerdem regelmäßig mit Naturwissenschaftlern, Kunsthistorikern, Innenarchitekten und Denkmalpflegern zusammen. Der Restaurator kann die ihm überantworteten Möbelstücke profund in die jeweiligen Stilepochen einordnen. Diese unterscheiden sich oftmals von den Architektur- und Kunststilen der jeweiligen Zeit. Für eine Stilanalyse werden beispielsweise die verwendeten Werkstoffe und ihre Verarbeitung, Formen des Möbelkorpus und der Beine, Ornamentik, Schnitzereien, Furniere, Intarsien, Marketerien, Polsterstoffe, Bezüge sowie Beschläge herangezogen. Konstruktive Elemente zum Beispiel aus Holz und Metall ordnen sich nicht selten der Bauwerksarchitektur unter, während dekorative Gegenstände verschiedene Stile in sich vereinen können und schnell wandelbar sind.

Typische Schäden und Ihre Ursachen

  • Holzschäden und Furnierschäden, wie Kratzer und Macken, Risse, Löcher und Fehlstellen
  • Schimmelbefall zB. durch Luftfeuchtigkeit oder Wasserschäden
  • Verschmutzung und Staub zB. durch fehlende Pflege
  • Wasserschäden zB. durch Löschwasser Havarie- und Katastrophenfälle wie Brände
  • Brandschäden durch direktes Feuer von Brände
  • Mechanische Schäden zB. durch Abnutzung, unsachgemäßen Umgang oder auch Vandalismus
  • Fraßschäden durch Tiere wie Termiten, Holzwürmer oder Insektenbefall
  • Transportschäden durch fehlenden Schutz beim Transport
  • Endogene Ursachen, wie zB. chemisch-physikalische Prozesse

Typische Materialien der Möbelrestaurierung

  • Holz, Edelhölzer und Funiere für Rekonstruktionen
  • Metalle für zB. den Ersatz von Beschlägen und Scharnieren
  • Leder und Stoffe für Polsterungen
  • Stroh, Weiden und Rattan bei Ergänzungen
  • Papier, Pappe und Pappmaché für spezielle Formen
  • Stuck für Veredelungen
  • Leime und Klebstoffe für Verklebungen
  • Schellack und Wachse für Polituren und Veredelungen
  • Beizungen für Betonungen und Verstärkungen von Farbtönen
  • Abbeizer zum Entfernen von Farbschichten
  • Blattgold für Vergoldungen
  • Pigmente und Bindemittel für Veredelungen
  • Edelsteine für Verzierungen
  • Schildpatt und tierisches Horn für Veredelungen
  • Perlmutt für Verzierungen
  • Diverse Kunststoffe und Farben

Typische Werkzeuge und Techniken

  • Klimakammer zur Beseitigung von Schädlingsbefall
  • Messgeräte zur Holzfeuchtemessung
  • Drechseleisen zum Nachdrechseln fehlender Möbelteile
  • Holzhobel zur Bearbeitung von Holzmaterialien
  • Heißluftgeräte zum Entfernen von Farbschichten
  • Sägen zur Bearbeitung von Holzmaterialien
  • Bohrmaschinen zur Entfernung und Neusetzung von Schrauben
  • Schleifgeräte zur Entfernung von Lackschichten
  • Fotokameras zur Dokumentation des Restaurierungsprozesses

Arbeit mit dem Leim erfordert großes Geschick

Eines der wichtigsten Arbeitsmittel für den Restauratoren ist der Glutinleim. Dabei handelt es sich um einen wasserlöslichen Klebstoff, der aus Knochen oder Haut von Tieren gewonnen wird. Er ist auch unter den Bezeichnungen Hasenleim, Fischleim, Hausenblasenleim oder Knochenleim bekannt. Der Leim wird durch ausgiebiges Kochen seiner entfetteten Ausgangsstoffe hergestellt. Die Kollagene bilden dann zusammen mit dem Wasser das Glutin. Diese Masse wird zunächst getrocknet und später bei Gebrauch unter Wasserzusatz zum Quellen gebracht. Der aufgequollene Leim wird im Wasserbad auf maximal 60 °C erwärmt und erreicht so seine optimale Klebfähigkeit. Die Verarbeitung muss zügig erledigt werden, denn bei größerer Abkühlung geliert der Leim und klebt nicht mehr. Deshalb werden die zu verklebenden Teile zuvor bei Bedarf leicht erwärmt. Umgekehrt können die verklebten Möbelteile mittels Feuchtigkeit und Wärme leicht wieder voneinander gelöst werden.

Schellack-Handpolitur: Höchste Sorgfalt gefragt

Ein weiterer wichtiger Werkstoff für den Restaurator ist Schellack. Er wird durch Verarbeitung aus pflanzlichem Gummilack gewonnen und zumeist als Politur eingesetzt. Schellack-Handpolituren können zum Beispiel in den Farbtönen Rubin, Lemon, Orange oder Kristall ausgeführt werden. Zusätzlich werden dabei Spiritus und Bimsmehl zur Porenauffüllung verwendet. Besondere Sorgfalt verlangen auch Wachsoberflächen. Diese werden mit speziellen Bienenwachspasten behandelt.

Handwerkliche Meisterschaft kann der Möbelrestaurator außerdem beim Nachdrechseln fehlender Möbelteile wie etwa Füßen beweisen. Sein Geschick ist ebenso bei Vergoldungen, dem Instand setzen klemmender Schubladen, Tischauszüge und Türen sowie der Beseitigung von Brandschäden an Möbeln gefragt.

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